Sport kompakt:Veh: "Rösler ist eine Schande für den Fußball"

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Nach dem Zweitliga-Spitzenspiel zwischen Düsseldorf und Frankfurt beschimpft Trainer Armin Veh den Spieler Sascha Rösler heftig. Angelique Kerber gewinnt deutsches Tennisduell gegen Sabine Lisicki, die Fifa vermisst Spendengeld für Haiti. Sport kompakt

2. Bundesliga, Armin Veh: Eintracht Frankfurts Trainer Armin Veh hat Stürmer Sascha Rösler von Fortuna Düsseldorf heftig attackiert. Einen Tag nach dem turbulenten 1:1 (0:0) der Hessen im Zweitliga-Topspiel in Düsseldorf nannte Veh den Profi "eine Schande für den deutschen Fußball". Rösler habe die ganze Zeit provoziert. "Ich fühle mich von ihm betrogen", sagte der Frankfurter Coach am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Durch den Ausgleichstreffer dank eines Foulelfmeters durch Jens Langeneke in der letzten Spielminute hatten die Düsseldorfer am Montagabend die Tabellenführung in der 2. Bundesliga verteidigt.

Dem Strafstoß war eine umstrittene Entscheidung von Schiedsrichter Felix Brych vorangegangen, der erst nach Befragen seines Assistenten auf den Elfmeterpunkt gezeigt hatte. "Aus meiner Sicht war das kein Elfmeter", meinte Veh. Nach dem Tor hatte Rösler sich provozierend gegenüber Veh verhalten und dafür die Gelb-Rote-Karte gesehen. "Soll mich der Rotzlöffel doch beschimpfen, das interessiert mich nicht", sagte der Frankfurter Coach am Dienstag. Die Strafe findet er trotzdem zu milde. "Die Gelb-Rote ist doch lächerlich. Der wird nur für ein Spiel gesperrt", schimpfte Veh.

Fußball; Michael Ballack: Michael Ballack will während der verbleibenden Monate für Bayer Leverkusen alles geben und rechnet nach seiner jüngsten Verletzung mit einer nicht so langen Pause. "Es ist nicht ganz so schlimm. Ich hoffe, dass ich in zwei Wochen wieder dabei sein kann", sagte Ballack. Der 35-Jährige hat vor dem Ablauf seines Zweijahresvertrages noch nicht mit dem Engagement beim Bundesligisten abgeschlossen. Zuletzt hatte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser das Engagement Ballacks sinngemäß als Fehler bezeichnet. "Wenn solche Äußerungen kommen, ist das nicht schön", sagte Ballack. "Ich gebe in jedem Training mein Bestes, das bin ich den Fans schuldig. Ich werde weiter Gas geben und versuche, jeden Tag Spaß zu haben und noch einmal zurückzukommen", fügte er hinzu.

Fifa, Spenden: Dem Fußball-Weltverband FIFA sind Spendengelder in Höhe von 190.000 Dollar (145.000 Euro) abhanden gekommen. Die Gelder, die für Erdbeben-Opfer auf Haiti bestimmt waren, sind dort nie angekommen. In diesem Zusammenhang gerät nun möglicherweise auch der ehemalige FIFA-Vizepräsident Jack Warner, der im Zuge des jüngsten Korruptionsskandals im Weltverband zurückgetreten war, ins Visier der Ermittler. Die FIFA hatte 2010 direkt nach der Erdbeben-Katastrophe auf Haiti eine Spende von insgesamt 250.000 Dollar (190.000 Euro) an den Fußball-Verband von Trinidad und Tobago TTFF überwiesen, damit dieser das Geld in das Krisengebiet weiterleitet. Wie die FIFA bestätigte, sind aber bis heute nur 60.000 Dollar (45.000 Euro) auf der Pazifik-Insel eingetroffen.

Fußball, Europa League: Ohne den verletzt fehlenden Roberto Hilbert, aber mit dem Ex-Schalker Fabian Ernst hat Besiktas Istanbul das Tor ins Achtelfinale der Europa League weit aufgestoßen. Der türkische Spitzenklub siegte im Sechzehntelfinal-Hinspiel am Dienstag bei Sporting Braga nach Toren von Tomas Sivok (58. Minute) und Simao (37.) 2:0 (1:0). Ernst spielte 90 Minuten durch, der ehemalige Stuttgarter Hilbert ist wegen eines Muskelfaserrisses noch bis April außer Gefecht gesetzt.

Eishockey, DEL: Die Eisbären Berlin haben in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) erneut gepatzt. Der Meister unterlag bei der Düsseldorfer EG 3:4 (2:2, 1:2, 0:0) und kassierte damit die dritte Niederlage in den vergangenen vier Spielen. Mit weiterhin 80 Punkten liegen die Eisbären nur noch einen Zähler vor dem ERC Ingolstadt (79), der durch ein 3:1 (0:0, 1:1, 0:2) auf Platz zwei kletterte. Der bisherige Zweite Adler Mannheim (77) verlor beim EHC München 1:3 (1:1, 0:0, 0:2) und fiel damit auf Platz vier zurück. Den fünften Sieg in Serie fuhr Vizemeister EHC Wolfsburg ein, der durch ein 4:3 nach Penaltyschießen (1:1, 1:1, 1:1, 0:0) bei den Hamburg Freezers mit 78 Punkten neuer Dritter ist. In Düsseldorf gelang Connor James kurz vor Ende des zweiten Drittels der entscheidende Treffer für die DEG, die als Sechster mit nun 67 Punkten Hamburg (66) auf dem letzten direkten Play-off-Platz ablöst. Düsseldorfs Erzrivale Kölner Haie verlor das Derby bei den Krefeld Piguinen 0:1 (0:0, 0:1, 0:0) und rutscht als Elfter (61) aus den Pre-Play-off-Rängen. Roland Verwey schoss die Pinguine mit seinem Treffer in der 28. Spielminute auf Platz zehn.

Tennis, Doha: Angelique Kerber hat das deutsche Duell gegen Sabine Lisicki beim Tennisturnier in Doha gewonnen. Nur zwei Tage nach ihrem ersten Turniersieg in Paris hatte die Kielerin zunächst allerdings schwer zu kämpfen. Doch trotz Müdigkeit und erheblichen Schmerzen beim Aufschlag setzte sie sich gegen die 22 Jahre alte Berlinerin in 2:10 Stunden mit 4:6, 6:4, 6:1 durch und trifft nun auf die Bulgarin Swetana Pironkowa, die sie im bis dato einzigen Vergleich im vorigen Jahr in Nassau geschlagen hat.

Basketball, Dirk Nowitzki: NBA-Champion Dirk Nowitzki ist zum zweiten Mal in seiner Karriere zu Europas Basketballer des Jahres gewählt worden. Nach 2005 erhält der Superstar der Dallas Mavericks die Auszeichnung erneut, wie der europäische Verband Fiba Europe mitteilte. "Dirk ist nicht nur ein toller Athlet und ein Weltklasse-Spieler, sondern auch eine großartige, ehrliche, hart arbeitende und loyale Persönlichkeit", sagte Verbandspräsident Olafur Rafnsson. Bei der Wahl entschieden sowohl Experten als auch die Fans - und der Würzburger hatte in der Endabrechnung deutlich die Nase vorn. Auf Platz zwei landete der Spanier Juan Carlos Navarro vor dem Mazedonier Bo McCalebb. 32.461 Fans nahmen an der Wahl teil.

Bundesliga, FC Bayern: Bayern-Spieler Thomas Müller hat seinen Mannschaftskameraden Arjen Robben gegen die erneuten Egoismus-Vorwürfe in Schutz genommen. "Das hatten wir ja schon öfter, dass diese Egoismus -Vorwürfe so nicht stimmen, weil es zu Arjen Robbens' Spiel gehört, dass er im Dribbling sehr stark ist", sagte Müller am Dienstag in München und ergänzte: "Und Dribbling ist meistens alleine." Zuletzt wurde dem 28-Jährigen immer wieder vorgeworfen, zu eigensinnig zu spielen. Selbst Bayern Münchens Ehrenpräsident Franz Beckenbauer hatte Robben hart kritisiert und eine mannschaftsdienlichere Spielweise des Niederländers gefordert.

2. Bundesliga, 1860 München: Nach wochenlangem öffentlich ausgetragenen Streit haben sich 1860 Münchens Präsident Dieter Schneider und Investor Hasan Ismaik zu einem Friedensgipfel getroffen. Wie am Dienstag bekannt wurde, sind beide während eines Geheimtreffens am Wochenende in einem Münchener Büro von Ismaiks Vertreter Hamada Iraki zusammengekommen, nachdem der Jordanier das geplante Schlichtungsgespräch zuletzt zweimal abgesagt hatte.

"Es stimmt, Herr Schneider und Herr Ismaik haben sich am Sonntag getroffen und sich ausgesprochen", sagte Iraki der Münchener tz. Einzelheiten zu dem Gespräch, an dem neben Iraki auch Vereins-Aufsichtsratschef Otto Steiner und Vizepräsident Wolfgang Hauner teilnahmen, nannte er nicht. Schneider und Ismaik führen seit Wochen einen Machtkampf über die Ausrichtung des Zweitligisten. Schneider sieht die Zukunft des Traditionsklubs durch den Einfluss des Multimillionärs gefährdet. Ismaik hatte erst kürzlich den Rücktritt von Schneider gefordert.

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