bedeckt München

Sport kompakt:Schweinsteiger gewinnt vor Gericht

Berater scheitert mit Klage gegen Bayern-Profi, Nerlinger will kleineren FCB-Kader, Maradona darf nicht zur Auslosung und Irland endgültig nicht zur WM.

Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger hat den Rechtsstreit mit Anwalt Gerrit Hartung gewonnen. Der Geschäftsführer der Spielerberatungsfirma GH Sport Management hatte den Profi des FC Bayern München auf Schadenersatz in Höhe von 833 000 Euro plus Zinsen für entgangene Provisionen verklagt. Der Profi habe mit ihm einen Beratervertrag abgeschlossen, behauptete Hartung. Das Landgericht München I wies Hartungs Klage jetzt ab. Es habe keinen Beratervertrag gegeben, teilte das Gericht am Dienstag mit.

Sieger im Gerichtssaal: Bastian Schweinsteiger.

(Foto: Foto: AP)

Das Ermittlungsverfahren gegen Vedad Ibisevic vom Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim ist beendet. "Wir haben das Verfahren eingestellt, da insbesondere nach der Aussage von Patrick Owomoyela die Voraussetzungen für die Annahme eines krass sportwidrigen Verhaltens nicht gegeben waren", begründete Anton Nachreiner, der Vorsitzende des Kontrollausschusses beim DFB, am Dienstag die Entscheidung. Nach Auswertung der Fernsehbilder vom Hoffenheimer Heimspiel gegen Borussia Dortmund (1:2) vom Samstag hatte der Kontrollausschuss Ibisevic verdächtigt, Gegenspieler Owomoyela bewusst mit der rechten Hand in die Haare gegriffen und kurz an diesen gezogen zu haben. Referee Michael Kempter hatte dem Gremium gesagt, den Vorgang nicht gesehen zu haben. Nur deshalb konnte der DFB-Ausschuss nachträglich ermitteln. Ibisevic und Owomoyela hatten dazu die angeforderten Stellungnahmen abgegeben. _________________________________________________________________

Bayern München wird in der Winterpause womöglich personell abspecken. Im Bayerischen Fernsehen schloss Sportdirektor Christian Nerlinger den Verkauf des einen oder anderen Profis des deutschen Fußball-Rekordmeisters nicht aus. "Wir haben einen Kader, der quantitativ hoch bestückt ist. Wir sind immer bereit, mit unzufriedenen Spielern zu reden. Die Tür für diejenigen, die gar nicht stattgefunden haben, die überhaupt keine Einsätze hatten, ist immer offen", sagte Nerlinger am Montagabend in der Sendung Blickpunkt Sport. Zu den Abwanderungsgedanken von Weltmeister Luca Toni, der angeblich mit AS Rom in Verbindung steht, nehmen die Bayern keine Stellung. "Wir sind jetzt in einer sehr wichtigen Phase und äußern uns überhaupt nicht zu Gerüchten. Wir werden nur noch etwas sagen, wenn es konkrete Zu- oder Abgänge gibt", betonte Nerlinger, zeigte aber Verständnis für den Frust des Italieners: "Natürlich ist Toni enttäuscht. Es fällt ihm schwer, auf der Bank zu sitzen. Toni und van Gaal, das wird nie eine Liebesbeziehung, aber sie gehen professionell miteinander um." In einem Interview mit dem Internetportal spox.com schloss Verteidiger Andreas Görlitz einen Verbleib beim Rekordmeister nicht aus, "aber die wahrscheinlichere Variante ist, dass ich im Winter wechseln werde". Görlitz war im Sommer vom Karlsruher SC nach München zurückgekehrt und bestritt bisher noch kein Bundesligaspiel. "Das ist schon deprimierend. Deshalb ist es die bessere Alternative, wenn ein Verein kommt, der mich will und bei dem ich zeigen kann, was ich drauf habe". _________________________________________________________________

Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona ist zur Auslosung der WM-Gruppen am Freitag nicht eingeladen. Wie die englische Tageszeitung Daily Telegraph am Dienstag auf ihrer Online-Seite unter Berufung auf den Weltverband Fifa berichtet, bleibt das Fußball-Idol wegen seiner Sperre bei der Zeremonie in Kapstadt außen vor. Maradona war wegen seiner verbalen Entgleisungen nach der geglückten WM-Qualifikation für zwei Monate gesperrt worden. Erst am 15. Januar 2010 kann er wieder öffentlich als Nationalcoach agieren. "Er ist auf keiner Delegiertenliste, und es ist ihm nicht erlaubt, teilzunehmen", zitiert das Blatt eine Fifa-Sprecherin. Maradona war wegen seiner sexistischen Aussagen auch zu einer Geldstrafe von etwa 16 500 Euro verurteilt worden. Trotz der Sperre, die ausdrücklich eine Teilnahme an der Auslosung untersagt, hatte es Gerüchte gegeben, dass Maradona nach Kapstadt kommen wolle. Als Privatperson kann der 49-Jährige in Südafrika sein, nur von der Fifa-Veranstaltung ist er ausgeschlossen. _________________________________________________________________

Unterdessen hat die Fifa eine Teilnahme Irlands an der WM-Endrunde im kommenden Jahr in Südafrika ausgeschlossen. "Irland wird nicht zur WM eingeladen werden. Ich sage nicht, dass es Schwachsinn ist, aber es ist unmöglich. Es gibt keine Hoffnung, dass an der WM 2010 in Südafrika mehr als 32 Mannschaften teilnehmen werden", sagte Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke am Dienstag in Kapstadt. Der irische Fußball-Verband FAI hatte nach dem umstrittenen Qualifikations-Aus in den Play-off-Spielen gegen Frankreich die Fifa gebeten, als 33. Land an der WM-Endrunde teilnehmen zu dürfen. Fifa-Präsident Joseph S. Blatter hatte daraufhin erklärt, er werde das Anliegen an das Exekutivkomitee seines Verbandes, das am Mittwoch in Kapstadt zusammentrifft, weiterleiten. _________________________________________________________________

Oranjes-Spielerfrauen müssen 2010 während der Fußball-WM in Südafrika ihren Liebsten zuhause vor dem Bildschirm die Daumen drücken. Zum erstenmal seit Jahren organisiert der Niederländische Fußballverband (KNSB) keine Reise für Familienangehörige zu einem großen Turnier. "Die Anwesenheit von Familienangehörigen stört die Konzentration. Wir sind keine Touristen. Wir haben bei der WM ein großes sportliches Ziel. Darauf wollen wir uns fokussieren", ließ Bondscoach Bert van Marwijk mitteilen. Der Trainer hatte sich an dem großen Interesse geärgert, dass die Medien den Spielerfrauen während der EM 2008 in der Schweiz widmeten. Zuvor hatte schon der englische Fußballverband bekanntgegeben, dass die Spielerfrauen in Südafrika nicht erwünscht seien. Bei der WM 2006 in Deutschland seien die Shoppingtouren von Victoria Beckham und Co einigen Journalisten wichtiger gewesen als das sportliche Abschneiden des englischen Teams. Der KNSB gab zusätzlich auch die Sicherheitslage in Südafrika als Grund für die Absage an. "Wir müssen uns um die Sicherheit der Mannschaft kümmern. Das ist schon schwierig. Es wird zuviel, wenn wir auch noch die Verantwortung für die Frauen und Kinder tragen müssten", sagte ein KNSB-Sprecher.

Mit einem ungewollten K.o.-Schlag gegen seinen eigenen Torhüter hat Eishockey-Profi Keith Ballard von den Florida Panthers in der nordamerikanischen Profiliga NHL für Aufsehen gesorgt. Der Mannschaftskollege des deutschen Verteidigers Dennis Seidenberg schickte den tschechischen Nationalkeeper Tomas Vokoun bei der 3:4-Niederlage gegen die Atlanta Thrashers am Montag (Ortszeit) unfreiwillig ins Krankenhaus. Nach der 2:1-Führung für Gastgeber Atlanta durch den russischen Weltmeister Ilja Kowaltschuk in der neunten Minute wollte Ballard seinem Ärger freien Lauf lassen. Er knallte seinen Schläger mit voller Wucht gegen den Torpfosten, erwischte dabei aber auch Vokoun am Kopf. Der Keeper sank zu Boden und blieb zehn Minuten liegen, ehe er auf einer Trage vom Eis und in ein Krankenhaus gebracht wurde. Vokoun hatte allerdings noch Glück und kam mit einer Risswunde am linken Ohr davon.

Die Fußball-Zweitligisten SC Paderborn und Union Berlin haben das Nachlizensierungsverfahren der Deutschen Fußball Liga (DFL) bestanden. Dies teilten beide Vereine am Dienstag mit. "Das Verfahren ist für uns zur vollsten Zufriedenheit verlaufen", sagte Union-Präsident Dirk Zingler dem sid: Wie in den letzten Jahren gab es keine Auflagen und Bedingungen." Paderborn müsse dagegen "die üblichen Auflagen für die aktuelle Spielzeit erfüllen". Dies sei jedoch unproblematisch, teilten Paderborns geschäftsführender Vizepräsident Martin Hornberger und Gerrit Meinke, Leiter Finanzen und Controlling, mit. Insgesamt mussten mehr als 20 Vereine der ersten und zweiten Liga das Verfahren durchlaufen. Die DFL teilte auf sid-Nachfrage mit, dass sie sich erst nach Abschluss des gesamten Verfahrens äußern werde. _________________________________________________________________

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird bei der Auslosung der WM-Gruppen am Freitag (18.00 Uhr/MEZ) in Topf 1 der acht renommierten Top-Teams gesetzt sein. Zwar wird der Weltverband FIFA die Zusammensetzung der Töpfe erst am Donnerstag endgültig festlegen, doch das DFB-Team ist nach allen möglichen Kriterien aus der Spitzentrommel nicht zu verdrängen. Auch Gastgeber Südafrika, Titelverteidiger Italien und Rekordchampion Brasilien werden in Topf eins sein. Um den letzten freien Platz im ersten Topf bewerben sich noch Frankreich, Portugal und die Niederlande. In Topf 2 dürften die verbliebenen Europäer kommen. Alle fünf qualifizierten Teams aus Afrika - außer dem Gastgeber - kommen wohl mit den drei Südamerika-Vertretern in Topf 3. Die Teams aus Asien, Ozeanien und Nord-/Mittelamerika könnten Topf 4 bilden. Bei der Zusammenstellung der acht Vorrunden-Gruppen wird aus jedem Topf je eine Mannschaft gezogen. Die möglichen Auslosung-Töpfe: Topf 1: Südafrika, Brasilien, Spanien, Italien, Deutschland, Argentinien, England, Frankreich Topf 2: Niederlande, Portugal, Dänemark, Slowakei, Slowenien, Schweiz, Griechenland, Serbien Topf 3: Nigeria, Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Algerien, Paraguay, Chile, Uruguay Topf 4: Japan, Südkorea, Nordkorea, Australien, Neuseeland, USA, Mexiko, Honduras

Deutschlands Hockey-Herren haben dank des neuen Video-Beweises bei der Champions Trophy in Australien in ihrem dritten Spiel den zweiten Sieg gefeiert. Gegen Spanien setzte sich der Weltmeister am Dienstag in Melbourne nach einer Energie-Leistung 5:4 (3:2) durch. Das Siegtor erzielte Matthias Witthaus in letzter Minute. Als der Schiedsrichter den Treffer für ungültig erklärte, schalteten die Deutschen den Video-Referee ein. "Das hat ergeben, dass es ein absolut korrektes Tor war", betonte Bundestrainer Markus Weise. Nach dem nachträglich anerkannten Treffer hat sein Team beim Turnier der sechs weltbesten Mannschaften 6 Punkte auf dem Konto.

Inter Mailands Stürmer Mario Balotelli will angeblich in der Winterpause zu Arsenal London wechseln. Dies berichtete die La Gazzetta dello Sport am Dienstag. Der Premier-League-Club soll dem italienischen Meister eine Ablösesumme von 20 Millionen Euro und dem 19-jährigen Italiener ein Jahresgehalt von rund drei Millionen Euro geboten haben. Bislang verdiene Balotelli bei Inter rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr. Inter-Präsident Massimo Moratti wolle den bis Juni 2013 an den Club gebundenen Angreifer jedoch nicht ziehen lassen. Der farbige Fußballer gilt als eines der größten Talente im italienischen Fußball. In der italienischen Serie A wurde der von einer italienischen Familie als Kind adoptierte Afrikaner immer wieder von gegnerischen Fans mit Sprechchören und Spruchbändern in den Stadien verhöhnt. Zumindest einige der Aktionen gegen Balotelli waren eindeutig rassistisch motiviert.

Der frühere Weltklasse-Sprinter Michael Johnson (USA) hat Jamaikas Dreifach-Olympiasieger und -Weltmeister Usain Bolt zumindest mittelfristig zu einem Wechsel von den 100 und 200 m auf die Stadionrunde geraten. "Es gibt niemanden, der ihn schlagen kann. Wo soll da noch eine Motivation herkommen? Er wird neue Herausforderungen suchen müssen, und ich denke, die 400 m werden für ihn in einigen Jahren eine solche Herausforderung sein", sagte Johnson in Kingston im Vorfeld einer von Bolt organisierten Wohltätigkeits-Veranstaltung. Johnson hatte seinen 200-m-Weltrekord im Vorjahr bei den Olympischen Spielen in Peking an Bolt verloren. Bei der WM im vergangenen Sommer in Berlin schraubte Bolt die Bestmarke über die halbe Stadionrunde auf 19,19 Sekunden. Über 400 m hält Johnson seit August 1999 mit 43,18 Sekunden den Weltrekord.

Für Frank Ullrich ist der Olympia-Winter der letzte als Biathlon-Bundestrainer. "Ich habe ja schon vor längerer Zeit bekanntgegeben, dass nach diesem Winter für mich Schluss ist", sagte der Olympiasieger vor dem anstehenden Weltcup-Auftakt im schwedischen Östersund im Doppel-Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Damen-Chef Uwe Müssiggang dagegen überlegt vor dem ersten Rennen am Mittwoch (17.10) noch. "Ich habe gesagt, dass ich erst einmal die Saison abwarten werde, ehe eine Entscheidung fällt. Es gab zwar bereits erste Gespräche und Ideen. Aber bis zum Frühjahr lasse ich mir alles offen."

Die Berlinerin Daniela Schulte hat zum Auftakt der ersten Kurzbahn-WM der behinderten Schwimmer in Rio de Janeiro den Titel über 200 Meter Lagen gewonnen. Die blinde Athletin erzielte dabei am Montag (Ortszeit) in 2:51,27 Minuten einen Weltrekord und unterstrich beim Jahresausklang erneut ihre überragende Form der Saison. Die 26-Jährige vom Paralympischen Sportclub hatte in diesem Jahr bereits fünf Titel bei den Europameisterschaften geholt und dabei mehrere Welt- und kontinentale Bestmarken aufgestellt. Bei der WM in Rio, die bis zum Samstag dauert, ist Schulte noch auf mehreren Einzelstrecken am Start.

Weltfußballer des Jahres

Als Zico noch der Beste war