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Sport kompakt:Saisonende für Guerrero

Paolo Guerrero wird für seinen Flaschenwurf hart bestraft, Standpauke hilft Dirk Nowitzki, Rodler-Unfall bleibt ungeklärt. Sport kompakt

Paolo Guerrero vom Hamburger SV ist wegen des Flaschenwurfs auf einen Zuschauer vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit einer Sperre von fünf Punktspielen belegt worden. Zusätzlich erhielt der Stürmer eine Geldstrafe von 20.000 Euro. Damit ist die Bundesliga-Saison angesichts des Restprogramms von fünf Spielen für den Peruaner vorzeitig beendet. Allerdings haben die Hanseaten eine Einspruchsfrist von 24 Stunden. Die Sperre wirkt sich nicht auf die Europa League aus, in der der HSV am Donnerstagabend im Viertelfinal-Rückspiel bei Standard Lüttich einen 2:1-Vorsprung verteidigen musste. Das Sportgericht sperrte Guerrero "wegen einer Tätlichkeit gegen einen Zuschauer nach einer vorausgegangenen verbalen Provokation". Der 26-Jährige hatte nach Ende des Punktspiels zwischen dem HSV und Hannover 96 (0:0) vor dem Eingang des Spielertunnels stehend eine zum Teil gefüllte Plastik-Trinkflasche in Richtung eines auf der Tribüne stehenden Zuschauers geworfen und diesen im Gesicht getroffen.

Die Schiedsrichter grummeln und haben Aufklärungsbedarf: Während DFB-Präsident Theo Zwanziger trotz drohender Gerichtsverhandlungen einen schnellen Schlussstrich unter die Affäre um Manfred Amerell ziehen will, muss Herbert Fandel erst einmal die aufgebrachte Gilde der deutschen Referees in den Landesverbänden besänftigen. "Ich habe absolutes Verständnis für die Bedenken der Landesverbände, die offenbar die Befürchtung haben, dass die neuen Strukturen bis tief in die Verbände greifen. Diese Missverständnisse müssen beim Bundestag ausgeräumt werden", sagte der designierte neue Schiedsrichter-Boss vor dem außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Die Ursache für den Unfalltod des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili bei den Winterspielen in Vancouver bleibt möglicherweise für immer ungeklärt. "Was Nodar passiert ist, war ein unvorhersehbarer Unglücksfall", sagte Generalsekretär Svein Romstad vom Rodel-Weltverband (FIL) kurz vor der Vorlage seines Untersuchungsberichts zu dem Todessturz. "Natürlich sucht man immer einen Schuldigen, auf dem man zeigen und dann sagen kann: Er war das. Aber ich denke, dass es eine Verkettung unglücklicher Umstände war." Der 21-Jährige war Mitte Februar wenige Stunden vor Eröffnung der Winterspiele auf der olympischen Hochgeschwindigkeitsbahn von Whistler gestürzt und tödlich verletzt worden.

Die Staatsanwaltschaft Bochum hat im Fußball-Wettskandal eine Kooperation mit der türkischen Justiz bestätigt. "Wir haben mit den Kollegen der türkischen Justiz eng zusammengearbeitet", sagte Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek am Donnerstag in Bochum. Die Aussagen mehrerer in Deutschland einsitzender mutmaßlicher Wettbetrüger über manipulierte Spiele im türkischen Fußball hätten zu Razzien in der Türkei geführt, sagte er. Wie viele Verdächtige dort festgenommen worden waren, wisse er aber nicht.

Die deftige Standpauke und das verschärfte Extra-Training von Chefcoach Rick Carlisle hat seine Wirkung bei Dirk Nowitzki und den Dallas Mavericks nicht verfehlt. Nach zwei Niederlagen spielten die Texaner in der Nacht zum Donnerstag die Memphis Grizzlies mit 110:84 an die Wand und setzten im Vierkampf um Tabellenplatz zwei der Western Conference ein Zeichen. Der Rang garantiert das Heimrecht in den entscheidenden Spielen der ersten Playoff-Runde. Knapp 48 Stunden vor dem schweren Auswärtsspiel beim Angstgegner Portland Trail Blazers haben die "Mavs" (51:27 Siege) ihre Situation hinter Spitzenreiter Los Angeles Lakers (55:22) wieder verbessert. Bis zum Abschluss der Vorrunde bleibt es aber spannend. Vier Spiele stehen für Dallas noch an.

Trainer Don Nelson sorgte mit dem 116:107 seines Teams Golden State Warriors bei den Minnesota Timberwolves für einen Rekord in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA. Es war der 1333. Sieg seiner NBA-Karriere, mehr hat kein Coach in der Geschichte gefeiert. Er überholte damit Lenny Wilkens, mit dem er sich die Bestmarke zuvor geteilt hatte. Der 69-jährige Nelson hatte seinen ersten Cheftrainerjob 1976 als Nachfolger des entlassenen Larry Costello bei den Milwaukee Bucks übernommen und steht nun in seiner 31. Saison am Spielfeldrand. Er trainierte die Bucks bis 1987 und war danach für Golden State Warriors (1988-1995), die New York Knicks (1995/96) und die Dallas Mavericks mit dem deutschen Superstar Dirk Nowitzki (1997-2005) verantwortlich, ehe er 2006 zu den Warriors zurückkehrte. Als Spieler war er von 1962 bis 1976 für die Chicago Zephyrs, Los Angeles Lakers und Boston Celtics aktiv.

Argentiniens Fußball-Nationaltrainer Diego Maradona hält große Stücke auf Jose Mourinho. Inter Mailands portugiesischer Coach ist seiner Ansicht nach der beste Trainer der Welt. "Er ist der Kompletteste. Er ist der Boss, deswegen wähle ich ihn", sagte der ehemalige Weltklassefußballer in einem Radio-Interview. Maradona berichtete, dass er auch Barcelonas Trainer Josep Guardiola sehr schätze. "Guardiola hat alles gewonnen. Das muss man zur Kenntnis nehmen, aber ich wähle dennoch Mourinho", sagte Maradona. Im Halbfinale der Champions League kommt es im Duell zwischen Titelverteidiger FC Barcelona und Inter Mailand zum direkten Vergleich der beiden Coaches.

Nach dem Abklingen seiner Viruserkrankung hat Lance Armstrong am Donnerstag von Paris aus den Weg zurück in seine Heimat Texas angetreten. "Es geht besser - auf dem Weg in die Staaten", twitterte der 38-jährige RadioShack-Kapitän, nachdem er wegen eines erneuten Magen-Darm-Infektes den Circuit de la Sarthe in Westfrankreich aufgegeben hatte. Schon Mailand-San Remo hatte der siebenfache Tour-de-France-Gewinner vor knapp drei Wochen aus dem gleichen Grund absagen müssen.

© dpa/sid/jüsc

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