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Sport kompakt:Rätsel um Woods-Unfall, Sieg für Dawydenko

Der Golfprofi schweigt weiter zu den Umständen seines Autounfalls, Dawydenko gewinnt erstmals die Tennis-WM, Langläufer Teichmann erfüllt die Olympia-Norm.

Der russische Tennisprofi Nikolai Dawydenko hat erstmals die ATP-WM gewonnen und damit den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Der 28-Jährige siegte am Sonntag in London im Finale 6:3, 6:4 gegen US-Open-Sieger Juan Martin Del Potro aus Argentinien. Im Vorjahr war der gebürtige Ukrainer im Endspiel noch an dem Serben Novak Djokovic gescheitert. Dawydenko, der einige Zeit in Deutschland lebte, hatte im Halbfinale am Samstag erstmals den Weltranglisten-Ersten Roger Federer aus der Schweiz bezwungen.

Noch immer sind die Umstände des Autounfalls von Tiger Woods unklar.

(Foto: Foto: ddp)

Der nächtliche Autounfall von Tiger Woods bleibt auch 48 Stunden nach dem Crash des Golf-Superstars vor seiner Haustür in Florida ein großes Rätsel. Der 33 Jahre alte Multimillionär schwieg bis zum Sonntag (Ortszeit) trotz Anfrage der Polizei weiter zu den geheimnisvollen Umständen des Unfalls um 2.25 Uhr am frühen Freitagmorgen (Ortszeit). Die Polizei hatte sich schon seit Freitagabend vergeblich bemüht, mit dem populären und beliebten Sportler zu reden. Der Weltranglistenerste war mit seinem Cadillac-Geländewagen in der Nähe seines Grundstücks von der Straße abgekommen: Das Auto streifte einen Hydranten und prallte kurz darauf gegen einen Baum. Es hatte 13 Stunden gedauert, bevor sein Management Entwarnung gab, dass der Superstar keine schweren oder gar lebensgefährlichen Verletzungen erlitten hat. Woods wurde umgehend in die nächste Klinik gebracht, behandelt und wenige Stunden später "wieder in guter Verfassung entlassen", wie sein Sprecher und das Health Central Hospital von Ocoee in einer gemeinsamen Erklärung mitgeteilt hatten. Nach ersten Untersuchungen der Polizei war kein Alkohol im Spiel, auch keine überhöhte Geschwindigkeit. Dass die Airbags nicht ausgelöst haben, könnte ein Indiz dafür gewesen sein, dass der Golfprofi keinesfalls zu schnell unterwegs war.

Kombinierer Tino Edelmann hat seinen ersten Sieg im Weltcup hauchdünn verpasst. Der Vize-Weltmeister aus Zella-Mehlis musste sich im finnischen Kuusamo im Schlusssprint Rekordsieger und Lokalmatador Hannu Manninen geschlagen geben. Hinter Edelmann schaffte Eric Frenzel aus Oberwiesenthal mit seinem zweiten dritten Platz binnen 24 Stunden als erster Kombinierer des Deutschen Skiverbandes (DSV) die interne Olympia-Norm. Das gute deutsche Teamergebnis komplettierten Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt), Johannes Rydzek (Oberstdorf) und Olympiasieger Georg Hettich (Schonach) auf den Plätzen sechs, zehn und zwölf. Der viermalige Weltmeister Ronny Ackermann (Dermbach) hatte nach einem Sturz beim Springen nur Platz 51 belegt und deshalb auf einen Start im abschließenden Langlauf verzichtet.

Ski-Langläufer Axel Teichmann hat gleich beim ersten Klassik-Rennen des Olympia-Winters die Norm für die Spiele in Vancouver erfüllt. Beim Weltcup-Sieg des Norwegers Petter Northug im finnischen Kuusamo über 15 km belegte der Weltmeister von 2003 Platz sieben und war damit der beste Athlet des deutschen Quintetts. Das Podium komplettierten die Russen Maxim Wylegschanin (1,2 Sekunden zurück) und Alexander Legkow (7,9). Der Olympia-Dritte Tobias Angerer (Vachendorf) erfüllte als 14. mit 29,7 Sekunden Rückstand die halbe Norm. Rene Sommerfeldt (Oberwiesenthal/35,5), Jens Filbrich (Frankenhain/37,9) und Tim Tscharnke (Biberau/1:31,0) belegten die Ränge 19, 21 und 51.

Die Verhandlungen über einen neuen Fernseh-Vertrag zwischen ARD und ZDF sowie der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) sind erneut unterbrochen worden. Grund sind dieses Mal die neuen Doping-Regeln des Weltverbandes FEI. "Es verzögert sich", sagte ein FN-Sprecher am Sonntag. "Die Sender stehen aber hinter dem Vorgehen des deutschen Verbandes." Die FN wehrt sich gegen die Entschärfung der Doping-Richtlinien, die der Weltverband zum 1. Januar umsetzen will.

Mit einer Enttäuschung ist für die deutschen Rennrodler das Weltcup-Wochenende im österreichischen Igls zu Ende gegangen. Natalie Geisenberger, David Möller und die Doppelsitzer Patric Leitner/Alexander Resch wurden am Sonntag disqualifiziert, weil Leitner den Zielanschlag verfehlte. Es siegte Olympia-Gastgeber Kanada vor Österreich und Lettland. Europameisterin Geisenberger und die Olympiasieger Leitner/Resch hatten am Samstag ihre Rennen gewonnen. Die deutschen Männer gingen in Igls leer aus.

In Abwesenheit von Olympiasieger Matthias Steiner hat Vize-Europameister Almir Velagic aus Speyer bei der Gewichtheber-WM im südkoreanischen Goyang im Superschwergewicht Platz sechs belegt. Velagic brachte im Zweikampf 413 kg zur Hochstrecke, fünf weniger als bei der EM im April in Bukarest. Im Reißen schaffte er 185 kg, im Stoßen wie bei der EM 228 kg. Weltmeister wurde Lokalmatador An Yong-Kwon aufgrund seines geringeren Körpergewichts mit 445 kg (Stoßen 198 kg + Reißen 247 kg) vor dem Ukrainer Artem Udachin, der ebenfalls 445 kg hob (200 kg+245 kg). Olympiasieger Steiner hatte auf den geplanten WM-Start wegen Trainingsrückstandes verzichtet.

Gewichtheben: WM in Südkorea

Zerdrückt und zersprungen