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Sport kompakt:McLaren fährt britisch

Formel-1-Weltmeister Jenson Button wird Partner von Lewis Hamilton, Simunic litt unter Depressionen, FC Bayern dementiert Wechsel zur Winterpause.

Der Königstransfer in der Formel 1 ist perfekt: Weltmeister Jenson Button hat sich gegen das Mercedes-Werksteam entschieden und wechselt zu McLaren. Der Champion konnte sich nach dpa-Informationen beim deutschen Autobauer nicht mit seinen Gehaltswünschen durchsetzen. Bei McLaren bildet er künftig mit Lewis Hamilton ein rein britisches Fahrer-Duo. Zuvor hatte McLaren die Verhandlungen mit dem Finnen Kimi Räikkönen wegen dessen hoher Gagenforderungen abgebrochen. Der bei Ferrari trotz eines bis Ende 2010 laufenden Vertrags abgeschobene "Iceman" nimmt sich nun eine Auszeit. "Kimi wird nicht in der Formel 1 starten - zumindest nicht im nächsten Jahr", zitierte die finnische Zeitung Turun Sanomat Räikkönens Manager Steve Robertson. Button verdrängt bei McLaren den glücklosen Finnen Heikki Kovalainen. Der 29-Jährige nimmt auch seine Startnummer 1 mit zu seinem neuen Arbeitgeber. Mercedes verzichtete nach längerem Poker auf die Dienste des Titelverteidigers als Werbeträger für sein eigenes Team.

Zwei Weltmeister für McLaren: Lewis Hamilton und Jenson Button.

(Foto: Foto: AP)

Eine Woche nach dem Selbstmord von Robert Enke wird mit dem Thema Depressionen in der Fußball-Bundesliga plötzlich offener umgegangen. Abwehrspieler Josip Simunic von Hoffenheim hat als erster noch aktiver Profi bekannt, dass er in seiner Karriere schon schwer damit zu kämpfen hatte. "Ich wollte mit Fußball aufhören. Ich war stark depressiv, körperlich am Ende. Zum Teil habe ich sieben Tage am Stück keine Minute geschlafen", sagte der kroatische Nationalspieler in der Sport Bild über seine Zeit beim Hamburger SV und bei Hertha BSC.

Derweil ist bekanntgeworden, dass immer mehr Leistungssportler Antidepressiva nehmen. Die Zahl der Athleten, in deren Dopingproben diese Medikamente festgestellt wurden, hat sich von 2006 bis 2008 verdreifacht. Das ist das Ergebnis einer Studie der Deutschen Sporthochschule Köln. Insgesamt nahmen 73 von rund 11.500 Athleten Mittel gegen Depressionen. Dieser Anteil ist sechsmal so hoch wie noch 1999. "Immer mehr Sportler können den mentalen Druck nicht verarbeiten und greifen daher zu Antidepressiva", sagte Professor Mario Thevis, Mitverfasser der Studie.

Simunics früherer Mentaltrainer bei Hertha BSC, Gerd Driehorst, sagte in Sportbild: "Er hatte jeden Tag Versagensängste und Selbstzweifel. Ein Fehlpass im Training reichte und er war am Boden zerstört, hat alles infrage gestellt. Er hat sich selbst zerfleischt." Auch der frühere Münchner Michael Sternkopf, heute Marketingmanager beim Drittligisten Kickers Offenbach, hat jetzt bekannt, dass er eineinhalb Jahre Psychopharmaka genommen hat. Das einstige Karlsruher Top-Talent Sternkopf sieht den Aufruf nach Verständnis und Toleranz gegenüber Depressionskranken eher skeptisch: "Wenn ich heute einem Trainer sage: Trainer, ich hab' momentan eine Phase, ich habe Angst - der stellt einen nicht mehr auf, da ist man durch."

Der FC Bayern München wird trotz der Verletzungsmisere um Franck Ribéry und Arjen Robben in der Winterpause keine neuen Spieler verpflichten. Sportdirektor Christian Nerlinger sieht im Mittelfeld des deutschen Fußball-Rekordmeisters keinen Handlungsbedarf und dementierte einen Kontakt zum Franzosen Moussa Sissoko vom FC Toulouse. Unterdessen hat Hamit Altintop den Gerüchten um einen baldigen Wechsel in die Türkei ein Ende bereitet. "Ein Winterwechsel ist ausgeschlossen. Damit beschäftige ich mich überhaupt nicht", sagte der 26 Jahre alte türkische Nationalspieler in der Bild-Zeitung. Der Mittelfeldspieler war zuletzt mit den türkischen Spitzenclubs Galatasaray und Fenerbahce Istanbul in Verbindung gebracht worden.

Mittelstreckenläufer Rashid Ramzi aus Bahrain muss sein Olympia-Gold über 1500 Meter von Peking wieder abgeben. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP vom Mittwoch will das Internationale Olympische Komitee (IOC) dies in Kürze bekanntgeben. Der für Bahrain startende gebürtige Marokkaner gehört zu jenen fünf Sportlern, darunter auch der deutsche Radprofi Stefan Schumacher, denen bei Nachtests die Einnahme des verbotenen Blutdopingmittels Cera nachgewiesen worden war. Dazu zählte auch die griechische Geherin Athanasia Tsoumeleka, die nun nach Angaben des griechischen Olympischen Komitees vom IOC aus den Ergebnislisten gestrichen wurde. Tsoumeleka, Goldmedaillengewinnerin von Athen 2004, hatte in Peking über 20 Kilometer Platz neun belegt. Der Kenianer Asbel Kipruto Kiprop, der in Peking hinter Ramzi Zweiter geworden war, erhält nun Gold über 1500 Meter. Silber bekommt nachträglich der Neuseeländer Nicholas Wilis, Bronze der Franzose Mehdi Baala.

Rudi Völler will alles daransetzen, Jungstar Toni Kroos über das Saisonende hinaus an Bundesliga-Tabellenführer Bayer Leverkusen zu binden. Man werde um Toni kämpfen, sagte der 49 Jahre alte Bayer-Sportchef der Sport Bild. Der Kroos-Leihvertrag des Werksklubs mit Rekordmeister Bayern München endet am 30. Juni 2010.

Die fünfmalige Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth hat schwere Vorwürfe gegen den deutschen Reit-Verband FN erhoben. Nach Bekanntwerden ihres Dopingfalles habe sie sich von der FN fallen gelassen gefühlt und die schwierigste Phase ihrer Laufbahn durchlebt. Das habe ihr der Selbstmord von Fußball-Nationaltorhüter Robert Enke vor Augen geführt. "Da ist es mir kalt den Rücken heruntergelaufen", sagte Werth der Stuttgarter Zeitung. "Damit kein Missverständnis entsteht: Ich habe keine Depressionen, und ich bin auch nicht suizidgefährdet", betonte Werth. Es könne einen jedoch jeder Zeit erwischen. Sie wisse nur zu gut, wie hoch die Erwartungshaltung an Spitzensportler sei. "Der Fall Robert Enke hat alle erschreckt, und er zeigt, wie oberflächlich man über vieles hinwegeht", sagte die 40-Jährige, die bis zum 22. Dezember gesperrt ist. Nachdem bei ihrem Pferd Whisper beim Pfingstturnier in Wiesbaden das Dopingmittel Fluphenazin nachgewiesen worden war, hätte sie sich gewünscht, dass der Verband hinter ihr stehen würde. Schließlich habe auch die FN von ihren Erfolgen der vergangenen 20 Jahren profitiert. Es kam jedoch anders. "Der Verband hat mich sofort fallen gelassen. Dieser Stachel sitzt bei mir tief", sagte Werth.

Der Schweizer Radprofi Bruno Risi hat beim Münchner Sechstagerennen einen perfekten Abschied gefeiert. Zusammen mit seinem Partner Franco Marvulli fing der 41-jährige Risi, der nach dieser Hallensaison seine Karriere beendet, am Dienstagabend in der Münchner Olympiahalle noch die zum Auftakt der letzten Nacht führenden Dänen Alex Rasmussen und Michael Morkov ab und fuhr in der extrem spannenden Schlussjagd vor 7900 Zuschauern den umjubelten Erfolg heraus. Für Risi/Marvulli war es der erste Sixdays-Sieg seit Juli 2008 in Turin. Die große Überraschung der Münchner Sixdays waren Leif Lampater/Christian Grasmann (Schwaikheim/Irschenberg) auf dem dritten Rang. "Die sind aus dem Bauch heraus ein super Rennen gefahren", lobte Sieger Risi die Lokalmatadoren.

Bilder von der Trauerfeier

Abschied von Robert Enke