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Sport kompakt:Matthäus will nicht

Lothar Matthäus sagt Trainerjob in Argentinien per SMS ab, Dirk Nowitzki verliert mit Dallas den Saisonauftakt, Real Madrid blamiert sich gegen Drittligisten.

Sport kompakt

Deutschlands Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat das Trainer-Angebot des argentinischen Fußballclubs Racing de Avellaneda nach Medienberichten abgelehnt. Wie die Bild-Zeitung berichtet, sagte der 48-Jährige in der Nacht zum Mittwoch per SMS ab. "Nach langer Zeit des Überlegens muss ich das Angebot von Racing leider ablehnen. Das Gesamtkonzept passte nicht", zitiert Kölner Express den 48-Jährigen. In Argentinien stößt Matthäus' Absage derweil auf Unverständnis. "Seitens Racing waren alle Forderungen erfüllt", sagte Juan Cobian, ein in die Gespräche involvierter Berater, dem Blatt. "Dann kam die Absage per SMS in der Nacht. Das war lächerlich. Wir sind alle enttäuscht." Matthäus sollte offenbar einen Vertrag bis 2011 inklusive Ausstiegsklausel für den Sommer 2010 erhalten.

Absage per SMS: Lothar Matthäus wird nicht Trainer in Argentinien.

(Foto: Foto: dpa)

Radio Marca sprach von einer "historischen Nacht der Schande", die Fans werden es ähnlich sehen: Nach einer 0:4-Blamage beim Drittligisten Alcorcon steht Real Madrid bereits in der dritten Runde vor dem Pokal-Aus. Die Königlichen, die sich zu Saisonbeginn für die Rekordsumme von 250 Millionen Euro verstärkt hatten, kassierten am Dienstagabend im Hinspiel der Copa del Rey eine der bittersten Niederlagen der jüngeren Klubgeschichte. Nur mit einer deutlichen Leistungssteigerung im Rückspiel am 10. November im heimischen Bernabeu-Stadion können die Hauptstädter das Aus noch verhindern. "Wir haben eine Lektion in Sachen Bescheidenheit zu lernen", forderte Sportdirektor Jorge Valdano nach dem Spiel gegen den krassen Außenseiter aus der Madrider Vorstadt. Der Druck auf Trainer Manuel Pellegrini wird nach dem Pokal-Debakel des spanischen Vizemeisters immer größer. Zuletzt war Real in der Meisterschaft bei Sporting Gijón über ein 0:0 nicht hinausgekommen. In der Champions League kassierte das Pellegrini-Team eine Heimniederlage gegen den AC Mailand.

Dauer-Reservist Jose Ernesto Sosa will den FC Bayern München im Januar verlassen, sollte er bis dahin nicht über die Rolle des Jokers hinauskommt. "Es ist bitter, aber ich bin Realist", sagte Sosa. "Wenn sich bis Winter nichts ändert, muss ich einen neuen Klub suchen." Der Argentinier war im Sommer 2007 von Estudiantes de la Plata nach München gewechselt, wo er seitdem nur Ergänzungsspieler ist und in 35 Bundesligaspielen nur zwei Treffer erzielte. Vor zwei Monaten hätte der Mittelfeldspieler den Verein in Richtung 1. FC Köln verlassen können. "Aber da lief schon der vierte Spieltag und ich hielt das für keine gute Idee", sagte Sosa. Dafür, dass er sich bei den Münchnern bisher nicht durchgesetzt hat, macht der 24-Jährige vor allem sich selbst verantwortlich. "Die Einsätze, die ich bekam, habe ich nicht so genutzt, wie es hätte sein sollen." Manager Uli Hoeneß bestätigte unterdessen, dass sich der deutsche Fußball-Rekordmeister in der Winterpause von einigen Spielern trennen wird. "Der Kader wird sicherlich kleiner werden", sagte Hoeneß. "Bei uns kann grundsätzlich jeder bleiben, der bleiben will. Aber ich gehe davon aus, das sich der eine oder andere Spieler verändern will." Als erste Streichkandidaten gelten neben Sosa auch die Abwehrspieler Andreas Görlitz, Christian Lell und Breno sowie Alexander Baumjohann.

Der frühere Tennisprofi Andre Agassi berichtet in seiner Autobiografie über seine Drogenabhängigkeit in den neuziger Jahren. Er habe damals regelmäßig Crystal Meth (Methamphetamin) zu sich genommen, schreibt der Sportler nach Angaben von People.com in seinem in Kürze erscheinenden Buch "Open". Die Profivereinigung ATP hatte ihn 1997 positiv getestet. Doch Agassi schrieb den Funktionären in einem Brief von einem Versehen. "Ich habe behauptet, ich habe einen Drink mit Schuss meines Freundes Slim getrunken und dabei unabsichtlich seine Drogen zu mir genommen", sagte Agassi nach Angaben der New York Times. Die ATP verzichtete damals auf eine Sperre. Der 39-Jährige hat in seiner Karriere acht Grand Slam-Titel gewonnen und beendete 2006 seine Laufbahn. In seiner Autobiografie, die in den USA am 9. November erscheint, lässt sich Agassi auch über seine kurze, turbulente Ehe mit der Schauspielerin Brooke Shields aus und erzählt von seiner Beziehung mit Steffi Graf, in die er sich während der French Open 1998 verliebt hatte. Die beiden sind seit 2001 verheiratet. Sie haben inzwischen zwei Kinder; die Familie lebt in Agassis Heimatstadt Las Vegas.

Fußball-Nationaltorhüter Robert Enke ist offenbar beim Hamburger SV im Gespräch. Der 32 Jahre alte Schlussmann von Bundesligist Hannover 96 soll laut Berichten Hamburger Zeitungen als Nachfolger für Frank Rost beim Tabellenzweiten infrage kommen. Rosts Vertrag bei den Hanseaten läuft am Saisonende aus. Derzeit verhandelt der 36-Jährige über eine Verlängerung seines Kontraktes. Die HSV-Verantwortlichen weisen die Spekulationen zurück. Angebliche Gespräche zwischen dem Vereinsvorsitzenden Bernd Hoffmann und Enkes Berater Jörg Neblung seien Gerüchte. "Ich habe definitiv nicht mit Herrn Neblung über Robert Enke gesprochen", sagte Hoffmann. Auch Enkes Vertrag in Hannover endet im Sommer nächsten Jahres. HSV-Trainer Bruno Labbadia lobte Rost unterdessen als einen Spielertyp, den er "gern in der Mannschaft" habe. Über die Zukunft des Torhüters in Hamburg soll in den nächsten Wochen entschieden werden.

Die Dallas Mavericks und Dirk Nowitzki haben den Start in die neue Saison der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA gründlich verpatzt. Die "Mavs" verloren ihr erstes Spiel gegen die Washington Wizards in eigener Halle deutlich mit 91:102. Nowitzki war mit 34 Punkten und neun Rebounds zwar bester Akteur auf dem Parkett, blieb aber bei Dallas zu oft Alleinunterhalter. Neuzugang Shawn Marion konnte mit 16 Zählern kaum überzeugen. "Der Schlüssel ist für uns die Defensive. Damit müssen wir uns im Spiel halten, wenn wir einmal nicht wie gewohnt treffen", bemängelte Mavericks-Coach Rick Carlisle die schlechte Abwehrarbeit seines Teams. 35 Punkte kassierten die Hausherren allein im zweiten Viertel. Nowitzki, der 29 Punkte in den ersten drei Spielabschnitten erzielte, hielt Dallas lange auf Augenhöhe. Als dann aber im Schlussviertel auch der gebürtige Würzburger in den letzten vier Minuten keinen Zähler mehr verbuchte, konnte sich Washington entscheidend absetzen. Bester Werfer bei den Wizards war Gilbert Arenas mit 29 Punkten.

Die Eskalation der Gewalt in der künftigen Olympia-Stadt Rio de Janeiro hat Brasiliens Regierung auf den Plan gerufen. "Wenn das Niveau der Investitionen in Rios öffentliche Sicherheit unverändert bleibt, werden wir keine zufriedenstellende Situation herstellen. Deswegen müssen wir unseren Einsatz und unsere Ausgaben für diesen Bereich verdreifachen, dann werden wir 2016 auf Olympia vorbereitet sein", sagte Justizminister Tarso Genro nach einem Krisentreffen mit Rios Gouverneur Sergi Cabral. Genro kündigte als Sofortmaßnahme eine Finanzspritze des Bundes von umgerechnet 97 Millionen Euro für die Sicherheit in der Millionen-Metropole an. Vor rund einer Woche hatten bürgerkriegsähnliche Straßenschlachten verfeindeter Drogenbanden und Kämpfe der Banditen mit der Polizei in Rio weltweit Zweifel an ausreichender Sicherheit in der frisch gekürten Gastgeber-Stadt der Sommerspiele 2016 ausgelöst. Bei den Unruhen, bei denen besonders der Abschuss eines Polizei-Hubschrauber für Aufsehen sorgte, kamen insgesamt 45 Menschen ums Leben.

Im Kampf um die Abschaffung der 50+1-Regel im deutschen Profifußball erwägt Martin Kind sogar den Gang vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH). "Das kann sich aber noch eine Weile hinziehen", sagte der Präsident des Bundesligisten Hannover 96. Der 65-Jährige betonte, dass eine Klärung vor dem EuGH sowohl für die Deutsche Fußball Liga (DFL), den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Vereine inklusive Hannover 96 negative Folgen hätte. "Nach meiner Einschätzung würden wir den Prozess vor einem öffentlichen Gericht gewinnen. Aber am Ende gäbe es nur Verlierer, die DFL, den DFB und uns", meinte der Geschäftsmann. Kind hofft daher, dass die DFL-Ligaversammlung am 10. November in Frankfurt am Main einen Antrag des Zweitligisten FSV Frankfurt annimmt. Dieser sieht vor, dass der Ligavorstand mit der Ausarbeitung eines Konsensmodells beauftragt wird. Kind kündigte für diesen Fall an, seinen umstrittenen Antrag auf Änderung des Regelwerks aufzugeben. Durch die "50+1"-Regel wird bislang verhindert, dass Investoren mehr als 50 Prozent der Anteile an einem Fußball-Club erwerben können. Ausnahmen sind die Werksclubs VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen. In anderen Ligen, zum Beispiel in England, gibt es eine solche Regelung nicht.

Gegen den Traditionsklub FC Portsmouth ist von der englischen Fußball-Premier-League ein vorübergehendes Transferverbot verhängt worden. Ligasprecher Dan Johnson bestätigte den Vorgang am Mittwoch, sagte aber nichts über die Länge des Verbots. Hintergrund sind die Wechsel von Glen Johnson vom FC Chelsea im August 2007 und Lassana Diarra vom FC Arsenal im Januar 2008 in den Fratton Park. Portsmouth soll die Transfersummen noch nicht vollständig an die jeweiligen Klubs gezahlt haben. "Der Prozess zur Klärung läuft. Wir sind zuversichtlich, dass sich das bis Ende der Woche geklärt hat", sagte Portsmouth-Pressesprecher Gary Double. Johnson sowie Diarra haben den derzeitigen Tabellenletzten der Premier League mittlerweile schon wieder verlassen. Diarra spielt bei Real Madrid in Spanien, Johnson beim FC Liverpool.

Die wegen auffälliger Blutwerte gesperrte Eisschnellläuferin Claudia Pechstein will dem Bundesinnenminsterium (BMI) die Kosten für eine Studie im Rahmen des Verfahrens vor dem Internationalen Sporgerichtshof CAS erstatten. Die Studie des Berliner Charite wurde von der Bundespolizei als Pechsteins Arbeitgeber finanziert. "Im Falle eines Freispruchs werden wir selbstverständlich sämtliche im Rahmen der Verhandlungen angefallenen Kosten geltend machen und dazu gehört auch das Gutachten, um auch dem BMI das Geld zurückzuzahlen", sagte Pechsteins Anwalt Simon Bergmann. Das Pechstein-Lager, das von einem Freispruch ausgeht, strebt einen Schadensersatzprozess gegen den Weltverband ISU an, der Pechstein gesperrt hatte. Die Eisschnellläuferin reagierte indes erfreut darüber, dass der CAS ein Urteil schon ab dem 5. November in Aussicht gestellt hat. Im Falle eines Freispruchs könnte Pechstein am Heim-Weltcup in Berlin vom 6. bis 8. November starten.

© sueddeutsche.de/sid/dpa/ebc
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