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Sport kompakt:Italien bangt um Buffon

Italiens Nationalkeeper könnte länger ausfallen, der TSV 1860 München muss sich für die kommende Saison einen neuen Trainer suchen, Beckenbauer und der WM-Ball verärgern die Engländer, Basketball-WM findet ohne DBB-Kapitän Schultze statt.

Hiobsbotschaft für Fußball-Weltmeister Italien: Die Rückenprobleme von Nationalkeeper Gianluigi Buffon sind schlimmer als zunächst angenommen. "Im Moment können wir nicht sagen, wann er wieder zurückkehren kann", teilte Italiens Teamarzt Enrico Castellacci am Dienstag im "Casa Azzurri" in Südafrika mit. Der viermalige Welttorhüter des Jahres habe vor dem Spiel gegen Paraguay starke Probleme mit dem Ischiasnerv bekommen, sagte Castellacci. Ein Einsatz des Keepers von Juventus Turin am kommenden Sonntag im zweiten Gruppenspiel gegen Neuseeland erscheint damit unwahrscheinlich. Nach dem 1:1 gegen die Südafrikaner am Montagabend in Kapstadt hatte Buffon noch mit seiner Rückkehr nach rund zwei Tagen gerechnet. Der große Rückhalt der "Squadra Azzurra" war zur Pause ausgewechselt und durch Federico Marchetti ersetzt worden. "Ich hatte beim Aufwärmen einen starken Schmerz, der ins Bein ausstrahlte", berichtete Buffon. Zunächst hatte er mit einer Zerrung gerechnet. Buffon hatte bereits zu Beginn der vergangenen Saison über Rückenprobleme geklagt. Im Winter musste er sich einer Meniskusoperation im Knie unterziehen. Rechtzeitig zur WM hatte sich der Weltklassetorwart wieder fit gemeldet.

1860 Munich - Training Session

Löwentrainer Ewald Lienen hat den Wunsch geäußert, seinen bis 2011 gültigen Vertrag beim TSV 1860 München vorzeitig aufzulösen.

(Foto: Getty Images)

Ewald Lienen vom Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München steht vor einem Wechsel zum griechischen Erstligisten Olympiakos Piräus. "Wir sind uns in allen Punkten einig", sagte der Trainer nach einem fast fünfstündigen Gespräch mit dem Olympiakos-Vorstand. Lienen freut sich bereits auf die neue Aufgabe. "Das ist eine große Herausforderung für mich. Ich will diesen Traditionsverein wieder ganz nach oben führen", sagte der 56-Jährige. Lienen soll laut griechischen Medienberichten bei Olympiakos 550.000 Euro pro Saison kassieren und möglicherweise noch in dieser Woche einen Zweijahresvertrag unterschreiben. Ein Vertrag sei deshalb noch nicht unterzeichnet, weil zuvor noch einige Dinge mit 1860 München geklärt werden müssten, so Lienen weiter. Noch am Montag bat der ehemalige Bundesliga-Profi seinen derzeitigen Arbeitgeber, den noch bis 2011 laufenden Vertrag aufzulösen. Lienen genießt in Griechenland seit seiner Tätigkeit bei Panionios Athen (2006 bis 2008) einen exzellenten Ruf und wurde 2007 zum Trainer des Jahres gewählt.

Harte Kritik von Franz Beckenbauer an Englands WM-Auftritt hat das Fußball-Mutterland in Aufregung versetzt. "Es sieht so aus, als wenn die Engländer einen Schritt rückwärts in die Zeiten des Kick and Rush gemacht haben. Was ich bei ihrem 1:1 gegen die USA gesehen habe, hatte mit Fußball wenig zu tun", schrieb Beckenbauer in einer Kolumne für die südafrikanische Times. "Der Kaiser gibt uns einen Tritt", schimpfte das britische Boulevardblatt The Sun. Weitgehend einig waren sich Englands Medien allerdings darin, dass Beckenbauers Urteil durchaus einen wahren Kern enthält. "Die Engländer werden dafür bestraft, dass es nur sehr wenige englische Spieler in der Premier League gibt, weil die Clubs sich besserer Spieler aus aller Welt bedienen", meinte die deutsche Fußball- Legende. "Da wird ihm Englands Trainer wohl recht geben", befand die Londoner Times.

Nationalmannschaftskapitän Sven Schultze nimmt aus familiären Gründen eine mehrmonatige Auszeit in der Basketball- Auswahl von Bundestrainer Dirk Bauermann. "Ich bin in den vergangenen Jahren sehr viel gereist und habe meine Frau und die beiden Kindern sehr belastet. Jetzt kehre ich nach Deutschland zurück und ziehe nach Berlin um", erklärte der 31 Jahre alte Forward in einer Pressemitteilung des Deutschen Basketball-Bundes (DBB). Schultze kommt aus Italien zurück in die Bundesliga und hat bei Alba Berlin einen Zweijahresvertrag unterschrieben. "Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen, ich möchte aber betonen, dass es kein Rücktritt aus der Nationalmannschaft ist," erklärte Schultze, der sich das Amt des Kapitäns mit dem Berliner Steffen Hamann geteilt hatte. Für die Ende August beginnende Basketball-WM in der Türkei muss sich das Nationalteam nun einen neuen Kapitän suchen. Die Teilnahme von Dirk Nowitzki ist nach wie vor ungeklärt.

Fußball-Bundesligist Werder Bremen hat den Bruder von Nationalspieler Toni Kroos verpflichtet. Der 19 Jahre alte Felix Kroos wechselt vom Zweitliga-Absteiger Hansa Rostock zu Werder und erhält dort einen Dreijahres-Vertrag. Dies teilte Werder am Dienstag mit. Der Offensivspieler dürfte zunächst für Werders zweite Mannschaft in der 3. Liga zum Einsatz kommen. "Mittelfristig setzen wir einige Hoffnungen in ihn", sagte Bremens Coach Thomas Schaaf. In der vergangenen Saison spielte Kroos elfmal für Hansas Profis in der 2. Bundesliga. Für Hansas viertklassige Amateure absolvierte er 18 Partien und schoss dabei drei Tore. "Felix Kroos ist ein sehr talentierter Spieler, wir beobachten ihn seit mehr als zwei Jahren intensiv", sagte Clubchef Klaus Allofs. Für den DFB spielte Kroos von der U16 bis zur U19 bisher 34 Mal und erzielte dabei 20 Tore. Kroos ist nach Stürmer Marko Arnautovic von Twente Enschede der zweite Neuzugang bei Werder.

Die Briten beklagen außerdem, Deutschland sei durch den WM-Ball Jabulani im Vorteil. Dies behauptet zumindest der englische Nationalspieler Jamie Carragher. "Die Deutschen spielen seit Februar mit dem Ball. Das ist gibt ihnen einen unfairen Vorteil. Das ist offensichtlich", sagte der 32 Jahre alte Abwehrspieler des FC Liverpool. "Der Ball ist vollkommen anders als andere. Das ist für alle Mannschaften dasselbe - außer vielleicht für Deutschland." Tatsächlich fand das Premierenspiel mit dem Jabulani in der Bundesliga bereits am 4. Dezember 2009 beim Duell zwischen Bayern München und Borussia Mönchengladbach statt.

Bundesliga-Aufsteiger FC St. Pauli hat Abwehrspieler Moritz Volz verpflichtet. Der 27-Jährige wechselt ablösefrei ans Millerntor und unterschrieb einen Vertrag bis 30. Juni 2012. Volz war zuletzt 2008/09 auf Leihbasis beim englischen Fußball-Zweitligisten Ipswich Town aktiv, in der vergangenen Saison war er allerdings vereinslos. Nach dem ehemaligen Rostocker Finn Bartels und Gerald Asamoah (Schalke) ist Volz der dritte Neuzugang der Hamburger.

Der Weltfußballverband hat grünes Licht für einen Einsatz von Didier Drogba im WM-Spiel der Elfenbeinküste gegen Portugal gegeben. Die Fifa genehmigte die Armschiene, mit der der Ivorer nach seinem Ellbogenbruch in der Partie in Port Elizabeth antreten will. Der Superstar vom FC Chelsea hatte sich die Verletzung vor elf Tagen beim Testspiel der Elfenbeinküste gegen Japan zugezogen. Seither beschäftigte das Schicksal des 32-Jährigen die ganze Nation. Bereits die Nachricht von seiner Rückkehr ins Training hatte in Abidjan spontane Freudentänze von Hunderten von Fans ausgelöst.

Durbans WM-Ordner haben ihre Proteste fortgesetzt. Rund 100 Stewards forderten eine Garantie ihrer Lohnzahlungen durch den Fußball-Weltverband FIFA. Die Ordner werden von einer privaten Sicherheitsfirma bezahlt, die einen Vertrag mit dem südafrikanischen WM-OK abgeschlossen hat. Schon am Montag legten sie in Kapstadt ihre Arbeit nieder, so dass Polizisten das WM-Spiel zwischen Italien und Paraguay sichern mussten.

TV-Übertragung in Nordkorea möglich: Auch im Land von WM-Teilnehmer Nordkorea können künftig wohl Bilder von der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika gesehen werden. Der Weltverband Fifa mit der asiatisch-pazifischen Rundfunk-Union ABU eine Übereinkunft erzielt haben, wonach das Signal auch nach Nordkorea ausgestrahlt wird. Zuletzt hatte es Beschwerden vonseiten des südkoreanischen Senders SBS gegeben, nachdem angeblich das kommunistische Nordkorea unerlaubterweise Bilder vom WM-Eröffnungsspiel zwischen Südafrika und Mexiko ausgestrahlt hatte. Bislang gab es keine Lizenzvereinbarung zwischen der Fifa und Nordkorea über die WM-Übertragungsrechte.

WM 2010: Vuvuzelas

Krieg der Tröten