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Sport kompakt:Spinner übernimmt den 1. FC Köln

Gemeinsam mit Legende Toni Schumacher steht Werner Spinner nun offiziell an der Spitze des 1. FC Köln, schließt Wunder aber aus. Nach Fanprotesten beurlaubt der italienische Erstligist FC Genua seinen Coach Malesani schon zum zweiten Mal in dieser Saison - es ist gleichzeitig bereits die 18. Trainerentlassung in der Serie A. Serdar Tasci verletzt sich am Innenband, Robin van Persie ist Englands Fußballer des Jahres. Sport kompakt

Bundesliga, 1. FC Köln: Mit Torhüter-Ikone Toni Schumacher als Vizepräsident und Werner Spinner an der Spitze wagt der 1. FC Köln den Neustart in eine ungewisse Zukunft. Schumacher, der frühere Bayer-Topmanager Spinner und Karnevalsfunktionär Markus Ritterbach als weiterer Spinner-Stellvertreter wurden am Montag bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung mit 3233 Ja-, 304 Nein-Stimmen und 35 Enthaltungen gewählt.

91,4 Prozent der 3999 anwesenden Mitglieder folgten damit der Wahlempfehlung des Verwaltungsrates. Der insgesamt 57.000 Mitglieder zählende Klub hatte seit dem Herbst des vergangenen Jahres nach dem Rücktritt des Weltmeisters von 1974, Wolfgang Overath, samt dessen Team kein Präsidium mehr.

"Ich bin kein Heilsbringer und kann keine Wunder bewirken", sagte Spinner, der die Unabhängigkeit des Trios betonte: "Wir sind keine Marionetten." Sein Interesse und das seiner Vizepräsidenten sei "allein das Wohl des 1. FC Köln". Spinner: "Man muss es spüren und leben, dass in diesem Klub alle zusammenstehen." Mit markigen Worten empfahl Schumacher seinen Nachfolgern auf dem Rasen eines, um erfolgreicher zu werden: "Wenn es sein muss, Dreck fressen."

Da Spinner, ein ehemaliger Topmanager des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer, gleich im ersten Wahlgang gewählt wurde, kam sein möglicher Gegenkandidat Karl-Heinz Thielen auf der ruhig verlaufenden Veranstaltung nicht zum Zug. Spinner hätte aufgrund von Satzungsbestimmungen in zwei Wahlgängen durchfallen müssen. Erst in diesem Fall hätte Thielen eine Chance auf eine Wahl besessen.

Fußball, Italien: In der italienischen Serie A wurde am Montag der 18. Trainerwechsel der aktuellen Saison vollzogen. Der unrühmliche Rekord, der bisher mit 15 Trainerwechseln aus der Saison 1951/52 stammte, wurde damit nochmals ausgebaut. Der kriselnde FC Genua, der seit zwölf Spielen auf einen Sieg wartet, trennte sich nach heftigen Fanprotesten von Alberto Malesani, wie Präsident Enrico Preziosi bestätigte. Sein Nachfolger heißt Luigi De Canio.

Bei der 1:4-Niederlage am Sonntag gegen AC Siena hatten einige Anhänger Leuchtraketen auf das Spielfeld geworfen und damit für eine mehr als 40-minütige Unterbrechung der Partie gesorgt. Zudem wurden einige Spieler von aggressiven Fans dazu genötigt, ihre Trikots auszuziehen und abzugeben, als Zeichen dafür, dass sie nie wieder für den Verein auflaufen sollen. Italiens Fußballverbandschef Giancarlo Abete verurteilte die Randale als "inakzeptabel".

Für Malesani war es bereits der zweite Rauswurf in dieser Saison beim abstiegsgefährdeten Tabellen-17. der Serie A, nachdem er schon zu Beginn der Spielzeit bis Dezember im Amt war und erst Anfang April zurückgeholt wurde. Sein Nachfolger De Canio soll in den letzten fünf Ligaspielen den Klassenerhalt schaffen. Juventus Turin hat sich unterdessen im Kampf um die italienische Meisterschaft etwas vom AC Mailand abgesetzt. Nach dem ungefährdeten 4:0 (3:0)-Sieg am Sonntagabend gegen den AS Rom haben die Turiner in der Serie A nun drei Punkte Vorsprung vor Milan, das gegen Bologna patzte.

Bundesliga, VfB Stuttgart: Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart muss in den letzten beiden Saisonspielen auf seinen Kapitän Serdar Tasci verzichten. Der Abwehrchef hat bei einem Pressschlag in der zweiten Halbzeit beim 1:1 beim 1. FC Köln einen Innenbandanriss im rechten Knie erlitten. Diese Blessur zieht eine Pause von etwa vier Wochen nach sich. Hinter einer EM-Teilnahme steht nun ein großes Fragezeichen. "Für eine Verletzung gibt es nie den richtigen Zeitpunkt, aber gerade jetzt ist es natürlich extrem ärgerlich, so kurz vor dem Saisonende", sagte der 14-malige Nationalspieler, der sich noch Hoffnungen auf die Berufung in das EM-Aufgebot von Bundestrainer Joachim Löw macht.

Fußball, Michal Kadlec: Michal Kadlec vom Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen ist am Samstagabend in einer Discothek von Unbekannten attackiert und an der Nase verletzt worden. "Ich war perplex. Meine Nase hat sofort stark geblutet, und meine Freundin war geschockt. Die Männer hatten sich als FC-Fans zu erkennen gegeben, mich kurz beleidigt. Und dann spürte ich schon einen heftigen Schlag", sagte der Linksverteidiger dem Kölner Express. Kadlec hatte nach dem 1:0-Sieg bei 1899 Hoffenheim mit einigen Teamkollegen die Discothek auf den Kölner Ringen aufgesucht. Bruno Ethen, Dienstgruppenleiter der Kölner Polizei, bestätigte, dass zwei Männer den Spieler angegriffen und diesem die Nase gebrochen hätten. Im Krankenhaus war bei Kadlec am Sonntagmorgen dann ein Nasenbeinbruch festgestellt worden. Am Montag soll er in Köln operiert werden.

Im kommenden Spiel gegen Hannover wolle er "mit einer Gesichtsmaske spielen - wenn es irgendwie geht", sagte der 27-Jährige. Nach Informationen des 1. FC Köln sind beide Tatverdächtige in der Datei "Gewalttäter Sport" gelistet und darin mit einer Zugehörigkeit zum 1. FC Köln benannt. Einer der beiden Tatverdächtigen soll bereits im Jahr 2010 mit einem vierjährigen bundesweiten Stadionverbot belegt worden sein. "Ich habe am Sonntag von dem Vorfall erfahren und unmittelbar danach Wolfgang Holzhäuser kontaktiert, um mich im Namen des 1. FC Köln bei Michal Kadlec und bei Bayer 04 Leverkusen für diesen tätlichen Angriff ausdrücklich zu entschuldigen", teilte Claus Horstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung des 1. FC Köln mit.

Fußball, Lewan Kobiaschwili: Lewan Kobiaschwili vom abstiegsbedrohten Bundesligisten Hertha BSC Berlin bleibt für zwei Spiele gesperrt. Dies urteilte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Montag nach einem Einspruch des Spielers beziehungsweise seines Vereins. "Lewan Kobiaschwili hat seinem Gegenspieler Eren Derdiyok durch sein Foulspiel eine offensichtliche Torchance genommen. Der nachfolgende Elfmeter wurde nicht verwandelt. Daher bestand keine Veranlassung, von der gängigen Notbremsen-Rechtsprechung abzuweichen", erklärte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des Sportgerichts. Kobiaschwili war in der Partie zwischen den Berlinern und Bayer Leverkusen (3:3) am 14. April vom Platz verwiesen worden. Schiedsrichter Michael Weiner hatte dabei von der umstrittenen Doppel-Bestrafung (Elfmeter und Platzverweis) Gebrauch gemacht. Der Profi fehlt Hertha somit in der Partie am Samstag beim FC Schalke 04.

Fußball, Robin van Persie: Der niederländische Nationalspieler Robin van Persie ist Englands Fußballer des Jahres. Der 28 Jahre alte Kapitän des FC Arsenal wurde bei der von der Profi-Vereinigung PFA organisierten Abstimmung von seinen Spieler-Kollegen aus der Premier League gewählt. "Wenn andere Leute das sagen, ist es etwas Besonderes, aber es bedeutet noch mehr, wenn Deine Konkurrenten das sagen", meinte er bei einer Gala am Sonntagabend. Van Persie würdigte zugleich seine Mitspieler. "Ohne sie hätte ich das nicht geschafft." Van Persie ist in dieser Saison mit bislang 27 Treffern Top-Torjäger der Premier League. Der Teamkollege des deutschen Nationalspielers Per Mertesacker setzte sich gegen Wayne Rooney von Manchester United, Scott Parker von Tottenham Hotspur und dem Manchester-City-Trio Sergio Aguero, Joe Hart und David Silva durch. Van Persie kam 2004 von Feyenoord Rotterdam zum Londoner Club.

Eishockey, NHL: Stanley-Cup-Sieger Dennis Seidenberg hat mit Boston Bruins in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL ein vorzeitiges Play-off-Aus verhindert und ein entscheidendes siebtes Spiel erzwungen. Die Bruins gewannen bei den Washington Capitals mit 4:3 nach Verlängerung. Stürmer Tyler Seguin erzielte in der vierten Minute der Verlängerung den Siegtreffer für den Titelverteidiger, Seidenberg stand 27:03 Minuten auf dem Eis. Die Entscheidung wer ins Viertelfinale einzieht, fällt am Mittwoch in Boston.

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