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Sport kompakt:Juwel mit zwei Beinen

Werder Bremen versichert Spielmacher Mesut Özil gegen Invalidität, Real Madrid verpflichtet einen Schiedsrichter und Volleyballer erreichen das EM-Halbfinale. Sport kompakt.

Deutschlands Volleyball-Männer können wieder auf ihre erste EM-Medaille hoffen. Die Schützlinge von Bundestrainer Raúl Lozano feierten am Mittwoch in Izmir mit dem 3:1 (19:25, 27:25, 25:23, 25:20) gegen Titelverteidiger Spanien den zweiten Zwischenrundensieg bei der Europameisterschaft in der Türkei und wahrten einen Tag nach dem 3:1 über Griechenland ihre Chance auf den Einzug ins Halbfinale. Dazu benötigt die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) aber einen klaren Sieg im letzten Playoff-Spiel an diesem Donnerstag (14.00 Uhr) gegen die Slowakei. "Egal, ob wir noch rechnerische Chancen haben oder nicht. Ich will das Spiel gegen die Slowakei unbedingt gewinnen, und dafür muss ich jetzt im Team die Mentalität schaffen", sagte Lozano nach der Partie, in der die Wechselspieler Robert Kromm, Simon Tischer, Georg Grozer und Marcus Böhme die entscheidenden Akteure waren. "Sie haben mein Vertrauen, und wenn ich wechsle, dann will ich die Mannschaft verbessern", betonte der Bundestrainer.

Mesut Özil (20) krönte sein gutes Länderspieldebüt gegen Südafrika (2:0) mit einem Treffer.

(Foto: Foto: dpa)

Die Gesundheit von Deutschlands neuer Spielmacher-Hoffnung Mesut Özil (Foto) ist Fußball-Bundesligist Werder Bremen Millionen wert. Die Bremer versicherten den 20 Jahre alten Nationalspieler für rund 5,5 Millionen Euro gegen Invalidität. Das entspricht der Ablösesumme, die der DFB-Pokalsieger im Januar 2008 an Özils Ex-Klub Schalke 04 überwiesen hat. "In Einzelfällen machen wir das, wenn die Ablösesummen im Anlagevermögen sind", sagte Bremens Geschäftsführer Manfred Müller der Sport Bild. Der jährlich zu bezahlende Beitrag für die Versicherung soll bei rund 80.000 Euro liegen. Zum Vergleich: Englands Glamour-Boy David Beckham hatte sich im Dezember 2006 für 149,6 Millionen Euro versichert und damit in der Sportgeschichte einen Rekordwert erreicht.

Der spanische Radprofi Mikel Astarloza ist des Dopings überführt. Wie sein baskisches Euskaltel-Team am Dienstagabend mitteilte, war auch die B-Probe des Tour-de-France-Etappensiegers positiv. In der A-Probe vom 26. Juni war das Blutdopingmittel EPO nachgewiesen worden. Astarloza hat jedoch energisch bestritten, etwas Verbotenes genommen zu haben. Ihm droht nun eine Sperre von zwei Jahren. Sein Rennstall steht indes weiter zu ihm und erklärte, Astarloza habe die Angelegenheit seinen Anwälten übergeben, um seine Unschuld zu beweisen. Der 29-Jährige war noch vor der Tour de France auffällig geworden, der Rad-Weltverband UCI hatte das Ergebnis aber erst am 31. Juli mitgeteilt. Astarloza hatte dazwischen die 16. Tour-Etappe gewonnen. Dem von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) akkreditierten Labor in Madrid, das die Dopingproben analysierte, hatte er schon Anfang August Fehler vorgeworfen. Astarloza sprach von Indizien, die an der Glaubwürdigkeit des Ergebnisses zweifeln ließen.

Der wegen Mordes inhaftierte kolumbianische Fußball-Profi Javier Florez soll in Kürze wieder freigelassen werden. Wie die Tageszeitung El Tiempo berichtet, habe sich der Mittelfeldspieler mit den Hinterbliebenen des von ihm erschossenen Fans auf eine Schadenersatzzahlung von umgerechnet rund 52.000 Euro geeinigt, die in mehreren Raten zu zahlen ist. Zudem zahlt Florez eine Kaution in Höhe von drei Monatsgehältern und muss strenge Auflagen erfüllen. Die kolumbianische Staatsanwaltschaft hatte für den Fußball-Profi zunächst die Höchststrafe von bis zu 40 Jahren Haft gefordert. Ob Florez seine sportliche Karriere nun fortsetzen kann, ist noch ungeklärt. Der Mittelfeldspieler des nationalen Vizemeisters Atletico Junior de Barranquilla hatte laut Augenzeugenberichten am 5. Juli einen Fan erschossen, der ihn zuvor wegen der Niederlage im Meisterschaftsfinale beleidigt hatte.

Herbe Kritik an der Basketball-Bundesliga (BBL) und schwere Vorwürfe gegen die Klub-Manager hat Nationalspieler Jan-Henrik Jagla formuliert. Der 28-Jährige, der derzeit bei der EM in Polen auf Punktejagd geht, beklagt in einem Interview mit der Sport Bild besonders das Niveau in der BBL: "Dort wird grausamer Basketball gespielt, zum Weggucken. Da kann man sich genauso Streetbasketball im Hinterhof anschauen." Im europäischen Vergleich rangiere die Bundesliga allenfalls auf Rang fünf und hinke Spanien, Griechenland, Italien und der Türkei immer drei bis vier Schritte hinterher. "Selbst die belgische Liga ist teilweise stärker", sagt Jagla, der fast ausschließlich im Ausland und zuletzt zwei Jahre beim spanischen Spitzenklub Joventut Badalona spielte. Eine Rückkehr nach Deutschland kann sich der derzeit vereinslose Flügelspieler nur schwer vorstellen. "Wir Deutsche sind in Deutschland nicht erwünscht. Die Klubs holen lieber billige Amerikaner, die nur für ihr eigenes Punktekonto spielen und nach einem Jahr wieder verschwinden", beschwerte sich Jagla.

Nach der Verpflichtung von Weltstars wie Cristiano Ronaldo und Kaká hat Real Madrid nun auch einen Schiedsrichter unter Vertrag genommen. Der spanische Fußballrekordmeister verpflichtete den Erstliga-Referee Carlos Megía Dávila. Der 43-Jährige soll bei den "Königlichen" künftig für die Betreuung der Schiedsrichtergespanne zuständig sein. Seine Karriere als Unparteiischer wird er nach Presseberichten vom Mittwoch mit der Vertragsunterschrift bei Real beenden. Wie schon bei der Verstärkung des Profi-Kaders handelte Real-Präsident Florentino Pérez auch bei der Verpflichtung des Schiedsrichters nach der Devise "Das Beste ist gerade gut genug." Megía Dávila war in den vergangenen zwei Spielzeiten vom Sportblatt Marca als bester Schiedsrichter der Primera División ausgezeichnet worden. In dieser Saison kam er noch nicht zum Einsatz, weil er wegen Bandscheibenbeschwerden die Fitness-Tests nicht bestanden hatte. Kritiker äußerten den Verdacht, Real wolle sich mit dem Schachzug das Wohlwollen der Schiedsrichter einhandeln. Das Sportblatt As bezeichnete die Verpflichtung des Referees als Fehlentscheidung: "Nun können die Real-Gegner sich in ihrer alten Legende bestätigt sehen, dass die Unparteiischen zugunsten der Madrilenen pfeifen."

Jérome Boateng steht als nächster U21-Europameister vor dem Sprung in die Fußball-Nationalmannschaft. Bundestrainer Joachim Löw bestätigte, dass der Verteidiger des Hamburger SV noch 2009 mit einer Nominierung rechnen kann. "Es ist unser Aufgabe, ihn noch in diesem Jahr näher an die A-Mannschaft heranzuführen", sagte Löw der Sport Bild. Auf eine Berufung des 21-Jährigen für die Länderspiele gegen Südafrika (2:0) und Aserbaidschan an diesem Mittwoch habe man nur aus Rücksicht auf die zeitgleiche EM-Qualifikation der U21 verzichtet. "Aber mit Boateng wird es demnächst ein Gespräch geben. Wir werden ihm erklären, wie unsere Planung mit ihm aussieht", sagte Löw. Boateng wäre nach Mesut Özil, Marko Marin, Sami Khedira, Andreas Beck und Manuel Neuer der nächste Junioren-Europameister, der den Sprung ins A-Team schafft. Mit Boateng hätte Löw eine weitere Alternative für die Vierer-Kette. "Ich will den Konkurrenzkampf. Deswegen werden wir als nächstes Jérome Boateng integrieren", sagte Löw.

Die australische Schwimm-Olympiasiegerin Lisbeth Trickett hat eine Wettkampfpause eingelegt und will innerhalb der kommenden Monate über eine Fortsetzung ihrer Karriere bis zu den Sommerspielen 2012 in London entscheiden. "Ich denke auch an Rücktritt, aber ich liebe das Schwimmen und will abwarten, wo ich in einiger Zeit stehe", erklärte die dreimalige Goldmedaillen-Gewinnerin bei Olympia und achtmalige Weltmeisterin am Mittwoch. Die 24-Jährige hatte sich bei der WM im vergangenen Monat in Rom mit einer Silber- und beim Sieg von Britta Steffen über 100 m Freistil mit einer Bronzemedaille begnügen müssen.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird im Fall einer erfolgreichen Qualifikation bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika ein Quartier zwischen Johannesburg und Pretoria beziehen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestätigte am Mittwoch, dass man das abgeschieden gelegene "Velmoré"-Hotel beim Weltverband Fifa als "erste Option gezogen" habe. DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach sagte der BILD, dass man das Hotel "komplett" für Team und Betreuer geblockt habe. Bundestrainer Joachim Löw hatte das Quartier beim Confederations Cup im Juni ausgewählt. Auch Mexiko, England, Australien und Südkorea hatten es in der Wahl.

Der ehemalige Fifa-Schiedsrichter Urs Meier aus der Schweiz ist wieder für das ZDF aktiv. Ab sofort wird er bei allen Länderspielübertragungen des ZDF als Experte hinter den Kulissen tätig sein. Seine ersten Einsätze hatte er bereits bei den deutschen Spielen gegen die Mannschaften der Republik Südafrika und Aserbaidschans. Er soll die Moderatoren und Reporter bei schwierigen und strittigen Schiedsrichterentscheidungen beraten und unterstützen. Bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika wird Urs Meier bei den Live-Übertragungen des ZDF in einer eigenen Rubrik zweifelhafte und diskutable Spielsituationen aufgreifen und mit Hilfe moderner Analysetechnik erklären.

© sueddeutsche.de/dpa/sid/thi
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