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Sport kompakt:Huntelaar sauer auf Nationaltrainer van Marwijk

Klaas-Jan Huntelaar fährt für die Oranje nur als Stürmer Nummer zwei zur EM und lässt seinem Frust in den Medien freien Lauf. Ralf Rangnick steht vor einem Engagement bei West Bromwich Albion, bei den French Open ist Vorjahresfinalistin Schiavone ausgeschieden, in den NBA-Playoffs gewinnt Boston gegen Miami. Sport kompakt

Fußball-EM, Niederländische Nationalmannschaft: Klaas Jan Huntelaar hat nach seiner Degradierung zum Ersatzstürmer der niederländischen Nationalmannschaft bei der kommenden Europameisterschaft seinem Ärger Luft gemacht und Bondscoach Bert von Marwijk attackiert. "Ich bin böse. Ich bleibe jedoch bei Oranje. Jeder weiß, dass ich nicht der Typ bin, der wegläuft", sagte Huntelaar der Tageszeitung Algemeen Dagblad. "Ich hatte das Gefühl, dass alles schon vorher feststand", fügte er hinzu.

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Wassermelonen ohne Zielwasser

Trainingsbeobachter hatten nach Angaben der Zeitung den Eindruck, dass Huntelaar schon ab dem ersten Tag der EM-Vorbereitungen für van Marwijk zweite Wahl hinter Robin van Persie war. "Zweimal hat der Bondscoach mit mir darüber gesprochen. In Lausanne hatte ich ihn um ein Gespräch gebeten, in Hoenderloo hat er mich in sein Hotelzimmer gerufen. Bei beiden Gesprächen bin ich böse geworden", sagte Huntelaar.

Fußball, Premier League: Ralf Rangnick steht dicht vor einem Engagement als neuer Trainer von West Bromwich Albion. Der 53-Jährige soll nach Informationen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zur neuen Saison die Nachfolge von Roy Hodgson übernehmen, der auf den Posten des englischen Nationaltrainers gewechselt ist. Laut Rangnicks Berater Oliver Mintzlaff gibt es aber bislang keinen Vollzug. "Ich kann lediglich bestätigen, dass es Gespräche gab, eine Entscheidung steht noch aus", sagte er.

Angeblich habe Rangnick laut dem Zeitungsbericht Angebote des RSC Anderlecht und von Besiktas Istanbul abgelehnt und sich nun für die Offerte von West Brom entschieden. Er wäre damit der erste deutsche Cheftrainer in der Premier League. Hodgson hatte den Club vergangene Saison auf Platz zehn geführt, ehe er die Nationalelf übernahm.

Basketball, NBA: Die Miami Heat haben im Kampf um den Finaleinzug in der NBA einen Rückschlag erlitten. Das Team um LeBron James und Dwyane Wade unterlag nach zwei Siegen zum Auftakt im dritten Spiel bei Rekordmeister Boston Celtics mit 91:101. In der Best-of-seven-Serie führt Vorjahresfinalist Miami nur noch 2:1. Die Celtics meldeten sich zwei Tage nach der unglücklichen Niederlage nach Verlängerung zurück und können die Serie im vierten Spiel am Sonntag vor heimischer Kulisse ausgleichen.

"Das ist ein Meisterschaftsteam. Sie haben einige Jungs, die schon Meisterringe gewonnen haben. Wir wussten, dass wir sie nicht einfach überrennen können", sagte Miamis MVP James. Der Gewinner des Finals in der Eastern Conference trifft im Meisterschaftsendspiel auf die San Antonio Spurs oder die Oklahoma City Thunder. Die Spurs führen in der Serie vor Spiel vier am Samstag mit 2:1.

Tennis, French Open: Titelverteidigerin Li Na aus China ist bei den French Open in Paris ins Achtelfinale eingezogen. Die erste chinesische Grand-Slam-Siegerin setzte sich nach anfänglichen Problemen mit 3:6, 6:2, 6:1 gegen die US-Amerikanerin Christina McHale durch. Die 30-Jährige, die beim wichtigsten Sandplatzturnier der Welt an Position sieben gesetzt ist, trifft nun auf Jaroslawa Schwedowa (Kasachstan). Ausgeschieden ist dagegen Nas italienische Vorgängerin Francesca Schiavone. Die 31 Jahre alte Roland-Garros-Siegerin von 2010 unterlag in Runde drei der US-Amerikanerin Varvara Lepchenko 6:3, 3:6, 6:8. Die Weltranglisten-63. Lepchenko trifft im Achtelfinale auf Wimbledonsiegerin Petra Kvitova (Tschechien/Nr. 4), die gegen die Russin Nina Bratschikowa drei Sätze benötigte.

Fußball, FC Chelsea: Der brasilianische Stürmer Hulk steht angeblich vor einem Wechsel zum Champions-League-Sieger FC Chelsea. Die Londoner haben sich einem Bericht der Zeitung Guardian zufolge mit dem FC Porto auf eine Ablöse von rund 47 Millionen Euro geeinigt. Hulk soll bei Chelsea die Nachfolge von Torjäger Didier Drogba antreten, der den Verein nach dem Sieg im Champions-League-Endspiel gegen Bayern München verlassen hat. Hulk spielt seit 2008 für Porto. Zuvor hatte sich Chelsea bereits die Dienste des Mittelfeldspielers Eden Hazard vom OSC Lille gesichert. Auch der Ex-Bremer Marko Marin spielt in der kommenden Saison bei dem Premier-League-Verein.

Beachvolleyball, Europameisterschaft: Die Titelverteidiger Julius Brink und Jonas Reckermann greifen bei der Beachvolleyball-EM in Den Haag erneut nach einer Medaille. Die früheren Weltmeister behielten am Samstag auch im rein deutschen Viertelfinal-Duell mit Thomas Kaczmarek und Alexander Walkenhorst mit 2:0 (21:13, 21:17) deutlich die Oberhand und zogen in die Runde der letzten Vier ein. Dort treffen sie auf die Polen Michal Kadziola und Jakub Szalankiewicz. Karla Borger und Britta Büthe schieden dagegen im Viertelfinale als letztes deutsches Frauen-Team aus.

Boxen, Floyd Mayweather jr.: Der ungeschlagene Boxweltmeister Floyd Mayweather jr. hat am Freitag in Las Vegas im US-Bundesstaat Nevada seine 90-tägige Haftstrafe wegen häuslicher Gewalt angetreten. Kurz zuvor veröffentlichte der Amerikaner im Internet über Twitter ein Foto von sich und seiner Tochter. "Meine Tochter und ich verbringen wertvolle Zeit gemeinsam, bevor ich meine Familie, Freunde und Fans verlasse", schrieb der 35-Jährige. Mayweather, der als bester Pound-for-Pound-Boxer der Welt gilt, war im Dezember des vergangenen Jahres der häuslichen Gewalt und Belästigung schuldig gesprochen worden und sollte den Gefängnisaufenthalt ursprünglich am 4. Mai antreten.

Im Januar erwirkte er jedoch einen Haftaufschub, um einen weiteren WM-Kampf austragen zu können. Diesen gewann er am 5. Mai gegen Miguel Cotto aus Puerto Rico und sicherte sich den WBA-Titel im Superweltergewicht. Mayweather ist zudem WBC-Champion im niedrigeren Weltergewicht.

Tennis, French Open: Die Weltranglisten-Zehnte Angelique Kerber hat dank einer deutlichen Leistungssteigerung zum zweiten Mal das Achtelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier erreicht. Deutschlands beste Tennisspielerin besiegte am späten Freitagabend bei den French Open in Paris die Italienerin Flavia Pennetta in 1:55 Stunden mit 4:6, 6:3, 6:2 und trifft in der nächsten Runde auf Petra Martic aus Kroatien. Die Kielerin ließ sich auch vom verlorenen ersten Satz nicht beeindrucken und gewann am Ende verdient. Neben Kerber können noch Julia Görges und Tommy Haas am Samstag die Runde der besten 16 im Stade Roland Garros erreichen.

© Süddeutsche.de/dpa/sid/dapd/mkoh

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