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Sport kompakt:Hoeneß fordert Befreiung

Bayern-Manager präsentiert neuen Sponsoren-Vertrag, klagt aber über sportliche Misere. Glock fährt für Manor, Enke-Nachfolger Fromlowitz äußert sich.

Bayern-Manager Uli Hoeneß mahnt fast schon ultimativ die Kehrtwende zum Besseren an. "Wir brauchen jetzt irgendwann den Befreiungsschlag, damit wir wieder Ruhe reinbringen", forderte er von Trainer Louis van Gaal und der Mannschaft. Nur finanziell kann der Rekordmeister derzeit zufrieden nach vorne schauen: Der bis 2013 verlängerte Vertrag mit dem Hauptsponsor Deutsche Telekom lässt beim deutschen Branchenführer erneut die Kassen klingeln, zudem soll schon in Kürze der schätzungsweise 100 Millionen Euro schwere Deal mit Audi unter Dach und Fach gebracht werden. Nach den Turbulenzen zuletzt kommt das Heimspiel am Sonntag gegen Spitzenreiter Bayer Leverkusen den Bayern offenbar gerade recht. "Alle bei uns sind sehr fokussiert auf das Spiel. Das ist jetzt das Spiel der Spiele in der Vorrunde", sagte Hoeneß. Dagegen betont Hoeneß: "Im Sponsoring sind wir in Europa Nummer eins." Auch in Zeiten sportlicher Schwächen sei der FC Bayern für Sponsoren interessant, betonte Hoeneß. "Gefährlich wäre so etwas nur, wenn das Interesse am FC Bayern stark nachlässt." Über finanzielle Details vereinbarten die Bayern und die Telekom. Zuletzt hatte die Deutsche Telekom jährlich bis zu 20 Millionen Euro gezahlt. Schon bald dürfte auch der Einstieg von Audi beim FC Bayern verkündet werden. Der Deal könnte dem Klub rund 100 Millionen Euro in die Kassen spülen und damit für eine deutlich frühere Abzahlung der Kredite für die Allianz Arena sorgen.

Befreiungsschlag gegen Leverkusen? Uli Hoeneß setzt Trainer van Gaal unter Druck.

(Foto: Foto: dpa)

Bei Krawallen zwischen rivalisierenden Ultras des argentinischen Fußball-Erstligisten Estudiantes de La Plata sind zwei Personen durch Schüsse verletzt worden. Eine Kugel traf einen 30-Jährigen im Bauch, während ein 29-Jähriger durch ein weiteres Projektil am Fuß verletzt wurde. Die gewalttätigen Auseinandersetzungen fanden bereits vor der Abfahrt mehrerer Fan-Busse zum Derby des Copa-Libertadores-Cup-Siegers beim Nachbar-Verein Racing Club Avellaneda statt. Offensichtlich stritten die Fans um die nur begrenzten Plätze in den Bussen.

Florian Fromlowitz, der neue Stammtorhüter bei Fußball-Bundesligist Hannover 96, hat sich eine Woche nach dem Tod von Nationalkeeper Robert Enke erstmals öffentlich geäußert. "Ich habe keinen Konkurrenten verloren, sondern einen Freund. Ich will für ihn spielen, aber er wird die Nummer eins bleiben", sagte der 23-Jährige am Dienstag. Enke, der sich am vergangenen Dienstag das Leben genommen hatte, sei für ihn "ein Lehrer gewesen. Er hat mir viel gegeben, auch ohne viele Worte", sagte Fromlowitz. Er habe den Schlag verkraftet und jetzt müsse es weitergehen: "Wir wollen erfolgreich spielen, das hätte Robert auch gewollt."

Timo Glock bleibt nach dem Toyota-Ausstieg in der Formel 1 und wird 2010 für Neueinsteiger Manor fahren. Das gaben das Team und der 27-Jährige aus Wersau am Dienstagmorgen bekannt. "Der Schritt wirkt vielleicht mutig", erklärte Glock seine Entscheidung für Manor: "Es sprechen aber sehr viele Argumente für das Team. Für mich als Fahrer war es zum Beispiel wichtig, dass man mir zugesichert hat, dass ich die Entwicklungsrichtung klar mitbestimmen kann." Der GP2-Champion von 2007 fuhr in den Jahren 2008 und 2009 insgesamt 32 Rennen für Toyota und holte dabei 49 Punkte. Seine besten Platzierungen waren zweite Plätze 2008 in Budapest und 2009 in Singapur. Der britische Manor-Rennstall ist eines von insgesamt vier Teams, das 2010 neu in die Königsklasse einsteigt. Wie Campos, Lotus und USF1 wird das Team mit Cosworth-Motoren antreten.

Unterdessen wird Weltmeister Jenson Button nach Informationen der britischen Zeitung The Guardian nicht für das neue Mercedes-Team fahren. Der Champion habe sich mit McLaren auf einen Dreijahresvertrag geeinigt, berichtete das Blatt am Dienstag. Der 29-Jährige hatte seit Wochen mit seinem bisherigen Team Brawn GP über einen Kontrakt für die neue Saison verhandelt. Nach der Übernahme von Brawn durch den deutschen Autobauer, die am Montag verkündet worden war, soll sich Button nun angeblich für einen Wechsel entschieden haben. Bei McLaren werde er als Teamgefährte von Lewis Hamilton rund 6,7 Millionen Euro pro Jahr verdienen.

Lange Zehen und kurze Beine sind gute Voraussetzungen für erfolgreiche Karriere als Sprinter. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie der Simon-Fraser-Universität in Vancouver und der Pennsylvania State University. Die Forscher fanden nach Versuchen mit zwölf Sprintern und zwölf sportlich nicht aktiven Probanden heraus, dass durch die größere Hebelkraft in den Achillessehnen kürzerer Beine und der größeren Kontaktfläche von längeren Zehen die bestmögliche Beschleunigung beim Start zu erzielen ist. Athleten mit solchen Voraussetzungen hätten einen natürlichen Vorteil.

Real Madrid hat den deutschen Fußball-Nationalspieler Marcel Schäfer vom VfL Wolfsburg ins Visier genommen. Wie das Madrider Sportblatt Marca am Dienstag berichtete, lässt der spanische Rekordmeister den 25 Jahre alten Abwehrspieler mit Blick auf eine mögliche Verpflichtung im kommenden Sommer beobachten. Madrid will nach Angaben der Zeitung für die nächste Saison in jeden Fall einen Linksverteidiger unter Vertrag nehmen. Der Brasilianer Marcelo und der Niederländer Royston Drenthe entsprächen auf diesem Posten nicht den Erwartungen. Zudem sei der neu verpflichtete Spanier Alvaro Arbeloa auf der rechten Abwehrseite stärker, betonte das Blatt. Schäfer gehöre zu den Linksverteidigern, an denen die Real-Beobachter besonderen Gefallen gefunden hätten. Allerdings habe der Club noch keine endgültige Wahl getroffen. Derweil möchte Stürder Edin Dzeko unbedingt in die italienische Serie A zu AC Mailand wechseln. "Die Geschichte mit Milan ist noch nicht beendet. Ich habe vor kurzem mit Wolfsburg darüber gesprochen. Deshalb hoffe ich, dass ich in der nächsten Saison dort spiele", sagte der bosnische Nationalspieler der italienische Sportzeitung La Gazzetta dello Sport. Demnach seien auch die Mailänder, die Dzeko bereits im Sommer verpflichten wollten, weiter an dem Angreifer interessiert. Sie wollen im Tausch für Dzeko ihren glücklosen Stürmer Klaas Jan Huntelaar anbieten und noch einige Millionen draufzahlen.

Einen Tag vor dem Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen WM-Teilnehmer Elfenbeinküste waren erst 25 000 Tickets verkauft. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Dienstag mit. In der Veltins-Arnea von Gelsenkirchen ist am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD) beim letzten Länderspiel der DFB-Auswahl im Jahr 2009 Platz für 53 000 Fans. Der DFB wird am Spieltag ab 18 Uhr die Stadionkassen öffnen.

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den Zweitligisten FC St. Pauli wegen Zuschauerausschreitungen zu einer Geldstrafe verurteilt und ihm eine Platzsperre angedroht. Wie der DFB am Dienstag mitteilte, müssen die Hamburger 20 000 Euro bezahlen, weil es sowohl in der Partie gegen Energie Cottbus am 25. Oktober als auch bei Hansa Rostock am 2. November zu "fortgesetztem unsportlichen Verhalten" gekommen war. In dem Heimspiel sei zudem der Ordnungsdienst nicht ausreichend gewesen. "Im Fall eines erneuten gravierenden Vorfalls", so der DFB, könnte es eine Platzsperre, einen Teilausschluss der Öffentlichkeit oder eine Spielansetzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit geben.

Die Dallas Mavericks sind in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA derzeit nicht zu schlagen. Beim 115:113 nach Verlängerung bei den Milwaukee Bucks gewannen die "Mavs" um den deutschen NBA-Profi Dirk Nowitzki zum dritten Mal in Folge. Nach dem achten Saisonsieg im elften Spiel sind die Texaner damit Zweiter der Western Conference. Vor 13.683 Zuschauern in Milwaukee musste Dallas aber lange zittern, bis Nowitzki seine "Mavs" in der letzten Sekunde der Verlängerung erlöste. Mit einem Sprungwurf aus der Drehung und knapp sechs Metern Korbentfernung traf der deutsche Nationalspieler mit der Schlusssirene zum Endstand. "Als der Ball meine Hand verließ, dachte ich, er geht direkt rein", kommentierte Nowitzki seinen Wurf. Doch der Ball sprang zunächst auf den Korbrand und von dort erst in hohem Bogen ins Netz. "Als der Ball hochsprang, sah es aus, als ob er ewig in der Luft bleiben würde. Es war wirklich ein Glückswurf und den brauchten wir dringend", freute sich der deutsche Forward über seinen Siegescoup.