Sport kompakt:Gladbach verpflichtet Granit Xhaka

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Die Borussia holt einen Schweizer vom FC Basel an den Niederrhein, die Zeit beim 1. FC Kaiserslautern ist für Trainer Krassimir Balakow schon wieder vorbei. Überraschung bei der Eishockey-WM: Die Slowakei wirft die favorisierten Kanadier aus dem Turnier, Finnland und Russland stehen indes im Halbfinale. Felix Magath sortiert in Wolfsburg Salihamidzic und Hitzlsperger aus. Sport kompakt

Borussia Mönchengladbach, Zugang: Borussia Mönchengladbach hat den Schweizer Nationalspieler Granit Xhaka verpflichtet. Wie der Fußball-Bundesligist am Freitag mitteilte, unterschrieb der 19 Jahre alte Mittelfeldspieler vom FC Basel einen Fünfjahresvertrag bis zum 30. Juni 2017. "Bei unseren Bemühungen um Granit Xhaka standen wir in Konkurrenz zu einer ganzen Reihe von europäischen Topclubs und freuen uns, dass es uns gelungen ist, ihn zu Borussia zu holen", sagte Sportdirektor Max Eberl. Über die Höhe der Ablöse vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Dem Vernehmen nach liegt sie bei 8,5 Millionen Euro. Damit wäre der Schweizer Double-Sieger der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte. Für die Schweizer Nationalmannschaft kam Xhaka bislang in sieben Länderspielen zum Einsatz. Mit der U 17-Auswahl der Eidgenossen gewann er 2009 den WM-Titel.

Radsport, Giro d'Italia: Weltmeister Mark Cavendish hat die 13. und kürzeste Etappe des 95. Giro d'Italia gewonnen und dabei seinen dritten diesjährigen Tagessieg in Italien gefeiert. Der Brite ließ im Massensprint nach 121 Kilometern in Cervere der Konkurrenz keine Chance. Sein Sky-Team hatte den Sprint perfekt vorbereitet. Am Samstag steht die erste Alpenetappe auf dem Programm und damit der Auftakt tagelanger Kletterpartien. Unter Umständen wird sich Cavendish diese Strapazen ersparen und den Giro vorzeitig beenden. Das Gesamtklassement veränderte sich nach der Etappe in sehr gemäßigtem Tempo an der Spitze nicht. Joaquim Rodriguez aus Hans-Michael Holczers Katusha-Team konnte sein Rosa Trikot zum dritten Mal verteidigen. Der Radprofi aus Spanien führt weiter mit 17 Sekunden Vorsprung vor dem Kanadier Ryder Hesjedal.

Fußball, Zweite Liga: Absteiger 1. FC Kaiserslautern trennt sich nach nur zwei Monaten von seinem Cheftrainer Krassimir Balakow. Dies bestätigte der Aufsichtsratsvorsitzende des Clubs, Dieter Rombach, am Freitag im Radiosender SWR. Weder "bestätigen noch dementieren" wollte die Nachricht zunächst FCK-Pressesprecher Christian Gruber. Clubchef Stefan Kuntz war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Balakow hatte erst am 22. März die Nachfolge von Marco Kurz angetreten. Der Bulgare verlor sieben der letzten acht Erstliga-Begegnungen und konnte den Abstieg in die 2. Liga nicht verhindern.

Kuntz wollte mit dem ehemaligen Weltklassespieler das Projekt Wiederaufstieg angehen und hatte den 46-Jährigen mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2013 ausgestattet. Möglicherweise soll nun ein Trainer mit Lautern-Erfahrung den Neuaufbau beim Traditionsklub vorantreiben. Als mögliche Nachfolger werden die ehemaligen FCK-Spieler Franco Foda und Ciriaco Sforza gehandelt. Foda war zuletzt für Sturm Graz tätig, Sforza musste vor einigen Wochen bei Grashoppers Zürich gehen. Nach der Entlassung von Kurz galt auch der Trainer von Eintracht Braunschweig, Thorsten Lieberknecht, als aussichtsreicher Kandidat.

Tennis, ATP-Tour: French-Open-Sieger Rafael Nadal hat beim Turnier in Rom das Halbfinale erreicht. Der an Position zwei gesetzte Spanier setzte sich bei der mit 2,950 Millionen Euro dotierten Sandplatzveranstaltung gegen Tomas Berdych mit 6:4, 7:5 durch. Nadal benötigte gegen den an Nummer sieben gelisteten Tschechen 2:07 Stunden und trifft in der Runde der letzten Vier nun auf David Ferrer (Spanien/Nr. 6), der Richard Gasquet (Frankreich/Nr. 16) mit 7:6 (7:4), 6:3 besiegt hatte.

Fußball, VfL Wolfsburg: Nach einer größtenteils enttäuschenden Saison hat Trainer Felix Magath mit der Neuordnung begonnen. Der 58-Jährige lässt die Spieler Hasan Salihamidzic, Thomas Hitzlsperger und Chris gehen und bezeichnete die Beförderung von Christian Träsch zum Kapitän als Fehler. "Wir haben uns zusammengesetzt und uns dabei geeinigt, dass wir uns neu orientieren wollen", sagte Magath über den 35 Jahre alten Salihamidzic. Der Bosnier hatte für die Wölfe in der abgelaufenen Saison in 15 Spielen drei Tore erzielt.

Der noch bis zum Jahr 2014 gültige Vertrag mit dem ehemaligen Nationalspieler Hitzlsperger wurde hingegen "in beiderseitigem Einvernehmen" frühzeitig aufgelöst. "Es ist bedauerlich, dass er von einer Verletzung in die nächste gestolpert ist und uns nicht weiterhelfen konnte", sagte Magath. Hitzlsperger (30) brachte es im Trikot des Meisters von 2009 nach einer Vielzahl von Verletzungen auf nur sechs Einsätze und musste die Saison nach einem Anriss des Außenmeniskus bereits im März beenden.

Kaunu, Weltcup: Die deutschen Kanuten haben sich zum Auftakt des Weltcups im polnischen Posen in starker Form präsentiert. Ex-Weltmeister Max Hoff (Essen) zog im Kajak-Einer über 1000 m mit einem souveränen Halbfinalsieg in den Endlauf ein. Halbfinalerfolge auf dem Maltasee gab es auch für die Olympiasieger Andreas Ihle/Martin Hollstein (Magdeburg/Neubrandenburg) im Kajak-Zweier über 1000 m, Weltmeisterin Nicole Reinhardt (Lampertheim) im Kajak-Einer über 500 m und Sebastian Brendel (Potsdam) im Canadier-Einer über 1000 m. Für die Athleten des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) geht es in den Finals am Samstag und Sonntag bereits um die sichere Qualifikation für die Olympischen Spiele in London (27. Juli bis 12. August).

Eishockey, WM: Eishockey-Olympiasieger Kanada ist im WM-Viertelfinale überraschend ausgeschieden. Das mit NHL-Profis gespickte Team aus Nordamerika unterlag am Donnerstag trotz langer Überlegenheit der Slowakei mit 3:4 (1:2, 2:0, 0:2). Den entscheidenden Treffer für den Weltmeister von 2002 erzielte Michal Handzus zweieinhalb Minuten vor der Schlusssirene. Kanadas Kapitän Ryan Getzlaf war nur vier Sekunden zuvor wegen eines bösen Fouls mit einer Matchstrafe belegt worden.

Im Halbfinale treffen die Slowaken, die bei der Heim-WM im Vorjahr noch maßlos enttäuscht hatten, am Samstag auf Schweden oder Tschechien. Die Tore von Evander Kane (17. Minute), Jeff Skinner (27.) und Alexandre Burrows (38.) waren zu wenig für die Kanadier, die das Spiel lange klar dominiert hatten, nun aber zum dritten Mal in Serie ohne WM-Medaille nach Hause fahren. Die anderen slowakischen Tore erzielten Tomas Kopecky (6.), Miroslav Satan (10.) und Milan Bartovic (54.).

Hingegen haben Russlands Eishockey-Cracks nach einem starken Finish das WM-Halbfinale erreicht. Die Sbornaja setzte sich gegen Außenseiter Norwegen mit 5:2 (2:1, 0:1, 3:0) durch und hält Kurs auf den 26. WM-Titel. Die Führung erzielte NHL-Profi Alexander Owetschkin (8. Minute), dem in seinem ersten Match nach der Ankunft aus Nordamerika ein Auftakt nach Maß gelang. Die weiteren russischen Tore erzielten Alexander Popow (15.), Alexej Jemelin (41.), Nikolai Scherdew (51.) und Ilja Nikulin (55.).

Im Halbfinale trifft Russland auf Co-Gastgeber Finnland, das die USA 3:2 (0:0, 1:1, 2:1) besiegte und damit aus dem Turnier warf. Gegen die Amerikaner lag Finnland vor 12.426 Zuschauern in Helsinki nach Toren von Kyle Palmieri (34. Minute) und Bobby Ryan (42.) im letzten Drittel 1:2 in Rückstand, ehe NHL-Profi Mikko Koivu (54.) und Joensuu in den Schlusssekunden das Match noch drehten.

Basketball, NBA: Die Indiana Pacers haben sich im Play-off-Viertelfinale der nordamerikanischen Basketball-Profiliga gegen Miami Heat 94:75 durchgesetzt. Roy Hibbert führte die Pacers am Donnerstag (Ortszeit) mit 26 Punkten und 18 Rebounds zum Erfolg. George Hill erzielte 20 und Danny Granger 17 Punkte. Die Pacers führen in der "Best-of-seven"-Serie mit 2:1. Unterdessen bezwangen die San Antonio Spurs die Los Angeles Clippers 105:88. Sie liegen in der Serie mit 2:0 in Führung. Tony Parker holte für sein Team an seinem 30. Geburtstag 22 Punkte.

Tischtennis, Champions League: Der deutsche Tischtennis-Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov hat mit seinem Klub Fakel Orenburg aus Russland die Champions League gewonnen. Orenburg setzte sich im rein russischen Finale in zwei Partien mit 3:0 und 3:2 gegen UMMC Jekaterinburg durch. Der Weltranglisten-Elfte ist der erste deutsche Profi, der die Champions League mit Clubs aus zwei verschiedenen Ländern gewinnt. 2009 hatte Ovtcharov mit Borussia Düsseldorf die Nase vorn.

Tennis, Rom: Der Weltranglistenerste Novak Djokovic steht beim ATP-Turnier in Rom im Viertelfinale. Der Serbe setzte sich nach verlorenem ersten Satz am Ende souverän mit 4:6, 6:2, 6:3 gegen Juan Monaco aus Argentinien durch. Djokovic benötigte für seinen Erfolg 2:20 Stunden. In der Runde der letzten Acht trifft der topgesetzte "Djoker" auf Jo-Wilfried Tsonga. Der an Nummer fünf gesetzte Franzose behielt im Achtelfinale gegen Juan Martin del Potro (Argentinien/Nr. 10) mit 6:4, 6:1 die Oberhand. Ohne Mühe zog der Spanier Rafael Nadal ins Viertelfinale der mit 2,950 Millionen Euro dotierten Sandplatzveranstaltung ein. Der an Nummer zwei gesetzte French-Open-Sieger bezwang seinen Landsmann Marcel Granollers 6:1, 6:1 und trifft nun auf Tomas Berdych (Tschechien/Nr. 7). Der an Position drei gesetzte Schweizer Roger Federer hatte beim 6:2, 5:7, 6:1 gegen Juan Carlos Ferrero aus Spanien etwas mehr Mühe und bekommt es nun mit Lokalmatador Andrea Seppi zu tun. Ausgeschieden ist derweil Andy Murray (Großbritannien/Nr. 4) nach einem 7:6 (7:1), 3:6, 2:6 gegen den Franzosen Richard Gasquet.

Eishockey, NHL: Den Los Angeles Kings fehlt noch ein Sieg, um zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte die Stanley-Cup-Endspiele der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL zu erreichen. Die "kalifornischen Könige" setzten sich am Donnerstag (Ortszeit) im dritten Spiel der Halbfinal-Serie daheim gegen die Phoenix Coyotes mit 2:1 durch und liegen in der Gesamtwertung klar mit 3:0 vorn. Daymond Langkow (22. Minute) hatte Phoenix zwar erstmals in der Serie in Führung gebracht, Anze Kopitar (24.) und Dwight King (42.) sorgten jedoch für einen verdienten Kings-Triumph. Nach dem achten Sieg in Serie kann Los Angeles mit einem Heimerfolg am Sonntag die Endspiele um den Stanley Cup erreichen. Bislang stand der Verein lediglich 1993 in den Finals und verlor damals unter anderem mit Superstar Wayne Gretzky die Serie gegen Rekordmeister Montreal Canadiens mit 1:4.

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