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Sport kompakt:Frings stichelt, Maradona überrascht

Werder-Kapitän eröffnet Bohei um Pokal-Endspiel gegen Bayern, Maradona nominiert Martin Demichelis, und Joachim Löw nimmt Podolski in Schutz. Sport kompakt.

Lemke gegen Hoeneß, arm gegen reich, Werder gegen Bayern - die alten Geschichten, Klischees oder Schlagworte beflügeln noch immer. "Es gibt nichts schöneres, als gegen Bayern zu gewinnen", frotzelte Werder-Kapitän Torsten Frings vor dem Pokal-Endspiel am Samstag in Berlin und verweist auf die Millionen-Transfers der Münchener: "Man muss ja sehen, was Bayern zuletzt investiert hat." Der Werder-Antreiber mit Münchener Vergangenheit spricht mit großem Respekt von den Bayern, hat aber wie auch Nationaltorwart Tim Wiese offensichtlich Spaß an kleinen Sticheleien. "Von uns redet keiner", sagte Frings und schob genüsslich nach: "Das ist auch gut so. Umso mehr sind wir heiß auf dieses Spiel."

Frings; ddp

War einst bei Bayern, wurde dort nicht glücklich und ging zurück nach Bremen: Torsten Frings.

(Foto: Foto: ddp)

Diego Maradona hat mit seinem vorläufigen WM-Kader für Überraschungen gesorgt. Für den unglücklichen Schützen des entscheidenden Elfmeters im WM-Viertelfinale 2006 gegen Gastgeber Deutschland, Esteban Cambiasso, war nicht mal ein Platz im 30- köpfigen Aufgebot der Argentinier für die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Auch für Cambiassos Teamkollegen von Inter Mailand, Javier Zanetti, sowie Lionel-Messi-Freund Gabriel Milito (FC Barcelona) und Fernando Gago (Real Madrid) ist die WM vom 11. Juni bis 11. Juli kein Thema mehr. Argentiniens Nationaltrainer Maradona berief hingegen erwartungsgemäß Bayern Münchens Martin Demichelis und auch den vom deutschen Meister ausgeliehenen José Sosa in den Kader. Zudem gehören vier Spieler argentinischer Clubs zum Kader, die nicht unbedingt als Favoriten galten: Ariel Garcé (Colón de Santa Fe), Sebastián Blanco (Lanús), Juan Manuel Insaurralde (Newell's Old Boys) und Juan Mercier (Argentinos Juniors).

Joachim Löw hat zum Start der WM-Vorbereitung Lukas Podolski gegen Vorwürfe des ehemaligen Nationaltorhüters Uli Stein verteidigt. "Es ist völlig falsch zu sagen, Lukas Podolski wäre ein fauler Spieler. Ich erlebe ihn in der Nationalmannschaft immer hochmotiviert und hochkonzentriert", erklärte der Bundestrainer am Mittwoch in Düsseldorf, wo sich die Fußball-Nationalmannschaft auf den ersten WM-Test am Donnerstag (18.00 Uhr/ARD) in Aachen gegen Malta vorbereitet. Der Hamburger Marcell Jansen (Aufbautraining) wird im Benefizspiel noch fehlen, den anderen 16 Feldspielern kündigte Löw einen Einsatz an. Im Tor soll der Schalker Manuel Neuer durchspielen.

Ruud van Nistelrooy hat mit Enttäuschung auf seine Nichtberücksichtigung für die Fußball-WM reagiert, überraschend kam das Aus für den 33 Jahre alten Niederländer nach eigenen Angaben aber nicht. "Natürlich ist die Enttäuschung groß", sagte van Nistelrooy am Dienstagabend in der Fernsehsendung NOS Studio Sport. Die Absage von Bondscoach Bert van Marwijk sei für ihn aber nicht aus heiterem Himmel gekommen. "Wir hatten in letzter Zeit öfters Kontakt und in den letzten zwei Wochen wurde schon deutlich, dass die Chance auf eine WM-Teilnahme eher klein für mich ist", sagte der Torjäger von Fußball-Bundesligist Hamburger SV.

Die Slowakei kann bei der Eishockey-WM für die Zwischenrunde planen. Der Olympia-Vierte feierte am Dienstag in Köln mit einem 4:2 (0:2, 2:0, 2:0)-Arbeitssieg gegen Weißrussland den ersten Erfolg im zweiten Spiel. Gewinnen die Slowaken am Donnerstag auch das abschließende Gruppenspiel gegen den bislang punktlosen Aufsteiger Kasachstan, ist das Weiterkommen sicher. Die Weißrussen standen gegen die Slowaken allerdings dicht vor einer Überraschung. Nach dem 5:2-Auftaktsieg gegen die Kasachen ging das Team von Coach Eduard Zankowets selbstbewusst in die Partie. Sergej Demagin (5. Minute) und Alexej Kaljuschny (10.) sorgten vor 8862 Zuschauern im ersten Drittel für eine 2:0-Führung. Dann aber gaben die Slowaken Gas. Torjäger Ivan Ciernik erzielte in Überzahl das Anschlusstor (23.), ehe zweimal Milan Bartovic (31./60.) und Marek Zagrapan (45.) die Partie wendeten.

Der frühere Fußball-Nationalspieler Oliver Neuville hat seine Laufbahn am Dienstag endgültig ad acta gelegt. Während des mit 9:0 (4:0) gewonnenen Testspiels beim Mönchengladbacher Bezirksligisten SV Lürrip erklärte Neuville, künftig einen Posten bei der Borussia übernehmen zu wollen. Noch in der Vorwoche hatte Neuville angedeutet, er könne sich auch mit 37 Jahren ein neues Engagement in der 2. Liga vorstellen. Neuville, der am Samstag beim 1:1 gegen Bayer Leverkusen als Bundesliga-Profi verabschiedet worden war, steuerte zum 9:0 gegen Lürrip zwei Tore bei.

Fußball: Bundesliga

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