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Sport kompakt:Fifa stellt Nigeria Ultimatum

Nach der Einmischung der nigerianischen Politik reagiert der Fußball-Weltverband und stellt der Regierung ein 48-Stunden-Ultimatum - es droht der Ausschluss. Der Wechsel von Arne Friedrich nach Wolfsburg ist offenbar perfekt. Kurzmeldungen.

Die Fifa hat Nigeria ein Ultimatum gestellt. Sollte Staatspräsident Goodluck Jonathan nicht innerhalb der nächsten 48 Stunden die Sperre der nigerianischen Nationalmannschaft für allen internationalen Wettbewerbe aufheben, dann soll Nigeria mit massiven Sanktionen belegt und aus der Fifa ausgeschlossen werden. "Nigeria ist zu weit gegangen. Wenn sie ihre Position nicht innerhalb der nächsten 48 Stunden ändern, dann werden sie aus dem Weltverband ausgeschlossen", sagte Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke: "Wir können es einer Regierung defintiv nicht erlauben, zu entscheiden, dass eine Nationalmannschaft mehr an internationalen Turnieren teilnimmt." Die Super Eagles waren bei der WM in Südafrika nach nur einem Punkt aus drei Spielen als Gruppenletzter in der Vorrunde ausgeschieden. Staatspräsident Jonathan hatte daraufhin zu der drastischen Maßnahme gegriffen, "um den Fußball in Nigeria neu zu organisieren".

Nach der WM-Pleite will Nigerias Regierung die Fußballnationalmannschaft von der Teilnahme an internationalen Turnieren ausschließen. Die Fifa hat Präsident Goodluck Jonathan nun ein Ultimatum gestellt.

(Foto: ap)

Der Wechsel von Fußball-Nationalspieler Arne Friedrich zum Ex-Meister VfL Wolfsburg ist laut übereinstimmender Medienberichte perfekt. Der 31 Jahre alte Abwehrspieler, bislang bei Bundesliga-Absteiger Hertha BSC Berlin unter Vertrag, soll bei den Wölfen einen Dreijahresvertrag erhalten. Die Klubs haben sich angeblich auf eine Ablösesumme von mehr als 2,5 Millionen Euro geeinigt. In Wolfsburg trifft Friedrich Manager Dieter Hoeneß wieder, der den Defensivspieler 2002 zu Hertha BSC Berlin in die Bundesliga geholt hatte. Friedrich soll bei den Wölfen vier Millionen Euro im Jahr verdienen.

Vor dem Viertelfinale zwischen den Fußball-Großmächten Niederlande und Brasilien hat sich der niederländische Mittelfeld-Star Rafael van der Vaart wieder fit gemeldet. Im Achtelfinale gegen die Slowakei (2:1) hatte der ehemalige Bundesliga-Profi aufgrund einer Zerrung in der linken Wade gefehlt und zuletzt auch zwei Tage mit dem Training ausgesetzt. Am Donnerstag trainierte der 27-Jährige voll mit. Der niederländische Trainer Bert van Marwijk gab auf der abschließenden Pressekonferenz bekannt, dass "alle 23 Spieler fit sind". Auch Bayern Münchens Star Arjen Robben, der van der Vaart gegen die Slowakei ersetzt hatte, sei "bereit, 90 Minuten zu spielen".

Der 1860-Stürmer Kenny Cooper hat sich am Donnerstag bei seinem ersten Training für die Münchener Löwen einen Knöchelbruch zugezogen. Er sollte noch am Abend operiert werden und muss voraussichtlich drei Monate pausieren, teilte der Verein mit. Der US-Nationalspieler war gerade erst von Plymouth Argyle zurückgekehrt, wohin er in der Rückrunde ausgeliehen war. Cooper war im letzten Sommer vom FC Dallas zu den Löwen gewechselt. Nach einer Knieverletzung, die ihn zurückwarf, spielte er vorübergehend bei dem englischen Zweitligisten, um vielleicht doch noch auf den WM-Zug aufspringen zu können. Der Leihvertrag lief bis Ende Juni, weshalb Cooper am Donnerstag das Training in München wieder aufnahm.

Der südkoreanische Fußball-Nationaltrainer Huh Jong-Moo hat seinen Rücktritt erklärt. Der 55-Jährige hatte den WM-Gastgeber von 2002 bei der Weltmeisterschaft in Südafrika ins Achtelfinale geführt, dort scheiterten die Südkoreaner am zweimaligen WM-Champion Uruguay (1:2). "Es gibt viele großartige und fähige Leute in unserer Fußball-Gemeinschaft. Einem von ihnen sollte die Chance gegeben werden, das Nationalteam zu betreuen", sagte der Fußballlehrer auf einer Pressekonferenz. Wer die Nachfolge Huhs antritt, steht noch in den Sternen. Er hatte die südkoreanische Auswahl Ende 2007 übernommen. "Ich habe bei der Weltmeisterschaft festgestellt, dass die großen Fußball-Nationen, speziell die Südamerikaner, sich gut präsentiert haben", bilanzierte Huh. Uruguay sei im Achtelfinale einfach zu stark gewesen. Huh war bereits insgesamt dreimal Auswahlcoach in Südkorea. Der ehemalige Europa-Legionär, der Anfang der 80er Jahre bei der PSV Eindhoven in 77 Spielen 15 Tore erzielte, entpuppte sich als gute Wahl. Südkorea dominierte souverän die WM-Qualifikation in Asien, blieb bis November 2009 in 27 Spielen in Folge ungeschlagen.

© sueddeutsche.de/sid/dpa/leja
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