Sport kompakt Ein Torwart sagt aus

Sascha Kirschstein von RW Ahlen ist in den Wettskandal verwickelt, Maria Riesch fährt auf Platz zwei, die deutschen Skispringer springen hinterher.

Von Sport kompakt

Torwart Sascha Kirschstein vom Fußball-Zweitligisten Rot Weiss Ahlen hat im Zuge des Wettskandals bei der Staatsanwaltschaft Bochum ausgesagt. "Herr Kirschstein ist von der Staatsanwaltschaft Bochum angehört worden. Er hat sich dort vorbehaltlos geäußert und will zur Aufklärung beitragen, tut dies allerdings nicht öffentlich", bestätigte Kirschsteins Anwalt Horst Kletke dem Sport-Informations-Dienst (SID). Nach Angaben des Nachrichtenmagazins Spiegel soll es nach abgehörten Telefonaten Hinweise darauf geben, dass Kirschstein von den mutmaßlichen Drahtziehern im Wettskandal für eine Manipulation des Zweitliga-Punktspiels der Ahlener gegen Hansa Rostock (0:2) am 4. Oktober gewonnen werden sollte. Allerdings war Kirschstein bei der 0:2-Niederlage gegen Rostock, die durch zwei Foulelfmeter zustande gekommen war, bester Spieler auf Seiten der Ahlener. Das Spiel selbst war im Zusammenhang mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bochum zudem bislang nicht genannt worden. Rot Weiss Ahlen wollte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern und verwies auf eine Pressemitteilung, die im Laufe des Freitags verschickt werden sollte. Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wollten zunächst keinen Kommentar abgeben.

Sascha Kirschstein.

(Foto: Foto: dpa)

Die deutschen Skispringer haben beim Weltcup im Schweizer Engelberg ein Debakel erlebt. Der Berchtesgadener Michael Neumayer war als 20. noch bester Athlet des insgesamt enttäuschenden Sextetts des Deutschen Skiverbandes. Neumayer zeigte in beiden Durchgängen Sprünge über 124 Meter und lag damit knapp vor Michael Uhrmann, der 21. wurde. Der Tagessieg ging an den Schweizer Doppel-Olympiasieger Simon Ammann.

Ski-Rennläuferin Maria Riesch hat bei den Weltcup-Wettbewerben im französischen Val d'Isere erneut nur ihrer Freundin und Dauerrivalin Lindsey Vonn den Vortritt lassen müssen. Bei der Super-Kombination belegte die Partenkirchenerin mit einem Rückstand von 1,16 Sekunden auf die Amerikanerin Rang zwei. Dritte wurde Elisabeth Görgl aus Österreich mit einem Rückstand von 1,39 Sekunden auf Vonn.

Aksel Lund Svindal aus Norwegen hat im Südtiroler Grödnertal seinen ersten Saisonsieg im alpinen Ski-Weltcup gefeiert. Der Gesamtweltcup-Sieger und Kombinations-Weltmeister gewann den Super-G auf der traditionsreichen Saslong-Piste in 1:38,35 Minuten vor Riesenslalom-Weltmeister Carlo Janka aus der Schweiz und Ex-Weltmeister Patrick Staudacher aus Italien. Bester Deutscher wurde Andreas Strodl als 29.

Der viermalige Kombinierer-Weltmeister Ronny Ackermann ist weiter auf der Suche nach seiner Form. Der 32-Jährige Dermbacher, der aufgrund einer Formschwäche nicht an den beiden zurückliegenden Weltcups in Lillehammer teilgenommen hatte, kam bei seiner Rückkehr in den Weltcup in Ramsau nur auf den 25. Platz. Den Sieg sicherte sich der französische Weltcup-Führende Jason Lamy Chappuis in 22:03,6 Minuten vor dem österreichischen Doppel-Olympiasieger Felix Gottwald und Magnus Moan (Norwegen). Tino Edelmann aus Zella-Mehlis, der in Lillehammer seinen ersten Weltcup-Sieg gefeiert hatte, landete als bester Deutscher auf dem vierten Rang und verpasste damit das Podest nur knapp.

Gerade fertig gestellt und schon beschädigt, weil dreiste Rohstoff-Diebe am Werk waren: Am Anfang der Woche den Einwohnern Kapstadts feierlich übergebenen Fußball-WM-Stadion muss nachgebessert werden. Wie die Tageszeitung Cape Argus berichtet, seien durch einen schweren Sturm mit Windgeschwindigkeiten bis zu 170 km/h vier lichtdurchlässige Seitenpaneele der WM-Arena gerissen. Diese sind auf einem Stahlrahmen rings um das Stadion angebracht und mit einer Aluminiumkappe gesichert. Auf das wertvolle Edelmetall hatten es die Diebe abgesehen und die Alu-Verblendungen gestohlen - mit der Folge, dass die Paneele ungeschützt im Sturm standen. "Zum Glück war das Ausmaß des Diebstahls nicht signifikant", sagte Stadtsprecher Pieter Cronje. Den Schaden muss den Angaben zufolge nun eine der bauausführenden Firmen regulieren.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge will den wechselwilligen Angreifer Luca Toni offenbar zu einem Verbleib beim Fußball-Rekordmeister Bayern München überreden und das zerrüttete Verhältnis des Stars zu Trainer Louis van Gaal kitten. "Luca war in den vergangenen zweieinhalb Jahren ein wichtiger Spieler. Wir werden uns in der Winterpause mit diesem Thema nochmals in aller Ruhe auseinandersetzen und versuchen, zwischen beiden zu vermitteln", sagte Rummenigge der vereinseigenen Stadionzeitung Bayern-Magazin. Toni hatte sich zuletzt mehrfach kritisch über Coach van Gaal geäußert und war deshalb vom Niederländer nicht mehr berücksichtigt worden. Rummenigge meinte, der italienische Nationalspieler habe mit seinen Aussagen "gegen interne Regeln verstoßen", betonte aber auch, dass Toni wichtige Tore erzielt habe, "ein sympathischer Vertreter des FC Bayern und äußerst beliebt bei den Fans" sei. Deshalb merkte er an: "Grundsätzlich gefällt uns die Situation nicht."

Trotz der Niederlage des Hamburger SV bei Hapoel Tel Aviv hat Deutschland in der Fünf-Jahres-Wertung der Uefa auf Italien Boden gutgemacht. Die Italiener haben in dieser Saison 12,285 Punkte geholt, die Bundesliga 12,250. Für die K.o.-Runden kommt der Bundesliga zugute, dass sie noch alle sechs Starter in den beiden Europapokalen im Rennen hat, die Italiener aber nur noch fünf von sieben. Der Kampf um den dritten Platz ist deshalb so wichtig, weil nur die ersten Drei der Fünf-Jahres-Wertung drei Feststarter in der Champions League stellen dürfen (plus ein Qualifikant). Ab Platz vier heißt die Formel 2+1. Der derzeitige Rückstand der Bundesliga auf die Seria A beträgt 2,821 Punkte. Wenn dieser noch verringert werden kann, wird Deutschland als Dritter in die Saison 2010/11 starten. Denn dann verlieren die Italiener 15,357 Punkte aus der Saison 2005/06, Deutschland aber nur 10,437. Nach aktuellem Stand startet Deutschland in die kommende Saison mit 47,937, Italien aber nur mt 45,838 Punkten.

IOC-Präsident Jacques Rogge hat sich im Kampf gegen Doping nachdrücklich für Langzeit-Blutprofile als indirekte Nachweismethode ausgesprochen. In einem Interview der Tageszeitung Die Welt verwies der Belgier zugleich auf die grundlegende Bedeutung des Falls der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein: "Ich glaube nicht, dass wir sie zu einem Sonderfall machen dürfen." Der Internationale Sportgerichtshof CAS habe die Sperre bestätigt und damit entschieden, "dass das Verfahren gültig war. Der indirekte Beweis ist vom Antidopingkodex der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA zugelassen".

Russlands Fußball-Nationaltrainer Guus Hiddink hat Angebote des englischen Premier-League-Klubs Manchester City und des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin abgelehnt. Hiddinks Agent Cees van Nieuwenhuizen bestätigte Anfragen der Klubs. "Es gab Anrufe von vielen Vereinen auf der ganzen Welt", sagte Nieuwenhuizen dem Daily Telegraph und erklärte: "Guus ist glücklich in Russland." Hiddink war zuletzt mit Russland in der Qualifikation zur WM-Endrunde in Südafrika 2010 gegen Deutschland und anschließend in der Relegation gegen Slowenien gescheitert. Zuvor hatte er mit Südkorea und Australien bei den WM-Endrunden 2002 und 2006 für Furore gesorgt.

Michi Halilovic hat seinen ersten Weltcup-Titel im Skeleton gewonnen. Der 26-Jährige aus Königssee siegte am Freitag im sächsischen Altenberg dank eines furiosen zweiten Laufs in 1:56,39 Minuten vor Alexander Tretjakow aus Russland mit 0,21 Sekunden Vorsprung. Rang drei ging an Frank Rommel aus Oberhof, der 0,24 Sekunden Rückstand auf den Sieger hatte. Sandro Stielicke aus Winterberg landete in 1:57, 41 Minuten nur auf Position zwölf.

Snowboarderin Isabella Laböck hat beim zweiten Parallel-Riesenslalom-Weltcup im amerikanischen Telluride die Norm für die Olympischen Spiele erfüllt. Die 23-Jährige fuhr als beste der vier deutschen Starterinnen auf Platz sieben und schaffte damit das erforderliche Top-Acht-Ergebnis.

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