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Sport kompakt:Demichelis fürchtet Chaos

Bayern-Abwehrspieler schlägt ob des schlechten Saisonstarts Alarm, Hannover-Spiel in Schalke soll stattfinden, Fußballkrieg Algerien gegen Ägypten.

Nach dem schwachen Saisonstart des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München hat Abwehrspieler Martin Demichelis Alarm geschlagen. "Ich hoffe, dass es nicht zu spät ist, um die Saison in die richtige Richtung zu lenken. Andernfalls wird es chaotisch und noch schlimmer", sagte der Argentinier der Bild-Zeitung. Vor allem die Mannschaft sieht Demichelis nach den jüngsten Turbulenzen in der Pflicht: "Wir Spieler müssen für Ruhe sorgen und Spiele gewinnen, um so schnell wie möglich unten raus zu kommen." Mit Blick auf Coach Louis van Gaal sagte Demichelis: "Es liegt an jedem selbst, ob er mit dem Trainer klar kommt."

Sorgt sich um seinen FC Bayern: der argentinische Nationalspieler Martin Demichelis.

(Foto: Foto: AP)

Das Fußball-Bundesligaspiel von Hannover 96 beim FC Schalke 04 soll nach Meinung von 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke wie geplant an diesem Samstag stattfinden. Nach dem Tod von Torwart Robert Enke brauche die Mannschaft einen "Zielpunkt", sagte Schmadtke am Montag im ZDF-Morgenmagazin. "Ich gehe davon aus, dass das Spiel stattfindet", betonte der Manager. Nach dem Selbstmord Enkes am vergangenen Dienstag hatte der Verein zunächst eine Verlegung der Bundesliga-Partie nicht ausgeschlossen. An diesem Montag nehmen die Profis von Hannover 96 wieder das Teamtraining auf.

Nach der algerischen Niederlage gegen Ägypten im dramatischen WM-Qualifikationsspiel in Kairo hat der algerische Nationalspieler Khaled Lemmouchia den Fußball-Weltverband FIFA der Parteilichkeit beschuldigt. Lemmouchia war bei einem Angriff ägyptischer Hooligans auf den algerischen Mannschaftsbus am Kopf verletzt worden und hatte genäht werden müssen. Die Spieler seien kreideweiß aufs Spielfeld gegangen und die FIFA hätte "unter diesen Umständen" den Anpfiff untersagen müssen, sagte Lemmouchia der Sportzeitung L'Équipe. "Wenn sie lieber die Ägypter als uns bei der Weltmeisterschaft sehen wollen, dann sollen sie das klar sagen." Nach dem 2:0-Sieg der Ägypter durch ein Tor in der Nachspielzeit wurde ein Entscheidungsspiel am Mittwoch im Sudan angesetzt. Der Sieger dieses Spiels ist für die WM 2010 in Südafrika qualifiziert. Durch das Resultat hatten beide Teams die Qualifikationsgruppe punkt- und torgleich abgeschlossen. Bei ihrer Fahrt vom Flughafen zum Hotel waren am Donnerstag vier algerische Spieler von Steinwürfen verletzt worden. Bei Krawallen in Kairo nach dem Spiel am Samstag wurden zwölf Ägypter und 20 Algerier verletzt. In Algerien gingen danach die Wogen hoch. Medien schrieben von "Massakern" und Hinterhalten und von vier getöteten und Hunderten verletzten Algeriern. Dabei wird die Frage aufgerufen, warum die FIFA zu den Vorfällen schweige und das Spiel nicht verlegt habe, wie es der algerische Verbandspräsident Mohamed Raouraoura gefordert hatte. Jetzt kursieren in Algerien Aufrufe zum Boykott ägyptischer Produkte und TV-Serien. Tausende algerische Fans wollen mit Sonderflugzeugen zum Entscheidungsspiel nach Khartum zu fliegen.

Der mexikanische Fußball-Nationalspieler Antonio de Nigris ist im Alter von nur 31 Jahren gestorben. Wie mexikanische Medien unter Berufung auf Familienkreise weiter berichteten, erlag der Stürmer des griechischen Erstligisten AE Larisa offenbar nachts in seinem Haus in Griechenland einem Herzinfarkt. Jorge Urdiales, Präsident von de Nigris Stammverein CF Monterrey, in dem Antonios jüngerer Bruder Aldo spielt, bestätigte den Tod. "Wir sind alle schockiert, alle zutiefst erschüttert", meinte Club-Vizepräsident Luis Miguel Salvador. Man wisse nach ersten Informationen der Familie nur, dass de Nigris am Montag gegen vier Uhr morgens im Bett gestorben sei.

Sarah Hecken aus Mannheim hat sich mit einer Leistungssteigerung in der Kür beim Grand-Prix-Wettbewerb Skate America in Lake Placid das Ticket für die Olympischen Winterspiele in Vancouver gesichert. Mit 131,10 Punkten überbot die 16 Jahre alte Schülerin zum zweiten Mal die Olympianorm von 128 Zählern und machte überdies mit einem beachtlichen achten Platz auf sich aufmerksam. "Der große Applaus für mich schon nach den ersten Sprüngen war genial. Das gibt mir viel Selbstvertrauen für die Zukunft", sagte der Schützling von Trainer Peter Sczypa.

In souveräner Manier hat die deutsche Herrenstaffel beim Weltcupfinale der Shorttracker das Ticket für die Olympischen Spiele in Vancouver gelöst. Die Dresdner Robert Seifert, Tyson Heung und Paul Herrmann sowie Sebastian Praus aus Mainz belegten in Marquette im US-Bundesstaat Michigan im Finale in der deutschen Rekordzeit von 6:46,789 Minuten Platz vier. Zuvor hatte Seifert als Fünfter über 500 m mit dem deutschen Rekord von 41,258 Sekunden für das beste deutsche Einzelergebnis in der Olympiasaison gesorgt. Nicht bei Olympia vom 12. bis 28. Februar in Kanada dabei ist die deutschen Damenstaffel, die in Marquette mit Platz acht nicht genügend Qualifikationspunkte sammeln konnte. In der Woche zuvor war das Quartett in Montreal disqualifiziert worden. Damit wäre in den USA ein Platz im Finale nötig gewesen. Deutschland ist damit in Vancouver nach derzeitigem Stand mit sechs Shorttrackern vertreten: Neben den vier Männern plus einem Reserveläufer für die Staffel ist auch die Rostockerin Aika Klein dabei.

Mit dem zweiten Sieg im zweiten Qualifikationsrennen hat Rodlerin Tatjana Hüfner Kurs auf ihre erneute Olympia-Teilnahme genommen. Die zweifache Weltmeisterin aus Oberwiesenthal verwies am Sonntag (Ortszeit) auf der neuen Olympia-Bahn im kanadischen Whistler ihre Vereinskollegin Anke Wischnewski und Corinna Martini aus Winterberg auf die Plätze. Ebenfalls ihren zweiten Sieg konnten die Doppelsitzer André Florschütz und Torsten Wustlich (Friedrichroda/Oberwiesenthal) einfahren. Bis zur Entscheidung über die Olympia-Starter im deutschen Rodel-Team stehen noch vier Weltcup-Rennen an. Bei den Männern siegte überraschend Andi Langenhan (Zella-Mehlis) vor David Möller und dem zweimaligen Weltmeister Felix Loch. "Alles in allem bin ich zufrieden", sagte der zweifache Weltmeister Möller, der am Freitag das erste Qualifikationsrennen für sich entschieden hatte. "Ich habe viel getestet und vor allem viel herausgefunden für Olympia", sagte der Thüringer.

Der deutsche Basketball-Profi Dirk Nowitzki steuert mit den Dallas Mavericks in der nordamerikanischen Profiliga NBA weiter auf Erfolgskurs. Die Texaner feierten bei den Detroit Pistons durch ein 95:90 (40:46) den zweiten Sieg hintereinander und festigten damit ihren Platz in der Spitzengruppe der Western Conference. Nowitzki war zwei Tage nach dem 89:77-Erfolg bei den Minnesota Timberwolves mit 25 Zählern erfolgreichster Werfer seiner Mannschaft. Nach dem siebten Sieg im zehnten Saisonspiel mussten die Mavs, die in der Southwest Division vor den Houston Rockets (6:4 Siege) an der Spitze liegen und im Westen hinter den Phoenix Suns (9:2) und den Portland Trail Blazers (8:3) Dritte sind, am Montag bei den Milwaukee Bucks zum vierten Auswärtsspiel in Serie antreten.

Nach 16 Jahren löst sich eine der erfolgreichsten Startgemeinschaften der deutschen Leichtathletik auf. Der LAC Quelle Fürth/München 1860 trennt sich zum Jahresende. "Der Zusammenschluss erfolgte seinerzeit wegen finanzieller Probleme beim TSV München 1860. In der jetzigen Situation ist es nicht mehr möglich, dass wir Unterstützung aus Fürth bekommen", sagte Karl Rauh, Abteilungsleiter Leichtathletik bei 1860, am Montag auf www.leichtathletik.de. Werner Kaminski, Vorstandsmitglied beim LAC Quelle Fürth, erklärte: "Wir müssen uns auf uns selbst konzentrieren." Sein Verein ist von der Insolvenz des Quelle-Unternehmens betroffen, will aber den bisherigen Sponsor im Vereinsnamen beibehalten.

Weltrekord-Schwimmen in Berlin

Dicke Fische