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Sport Kompakt:Hope Solo darf nicht unter Männer

Die Fifa untersagt der Nationaltorhüterin der USA ein Engagement in einem Männerteam, Bodo Illgner hat Interesse am Posten des Sportdirektors beim 1. FC Köln. Podolski wird für ein Spiel gesperrt, Lars Bender fehlt Leverkusen mehrere Wochen. Djokovic und Arsenal London siegen. Der brasilianische Stürmer Adriano ist wieder arbeitslos. Sport Kompakt.

Fußball, USA: US-Nationaltorhüterin Hope Solo hat nach dem Aus der Frauenfußball-Profiliga WPS über ein Engagement bei einem unterklassigen Männer-Team in St. Louis nachgedacht. Doch der Weltverband Fifa legte sein Veto ein. "Ich denke, ich hätte das geschafft. Es ist bedauerlich, dass es von der Fifa nicht erlaubt wurde. Es gibt nicht so viele Möglichkeiten, die Beste der Welt zu werden", sagte die 30-jährige Solo dem Internetportal goal.com. Die beste Torhüterin der Welt hält sich mit Blick auf die Olympischen Spiele im Sommer in London bei den Seattle Sounders Women, einem Klub aus der bisher zweitklassigen W-League, fit. Die WPS hatte Ende Januar überraschend angekündigt, die Saison 2012 nicht durchzuführen. Grund dafür waren unter anderem offene juristische Auseinandersetzungen mit einem ehemaligen Klubeigentümer.

Frauen-WM 2011 - USA Training

Kein Einsatz im Männerteam: US-Nationalkeeperin Hope Solo.

(Foto: dpa)

Bundesliga, 1. FC Köln: Bodo Illgner, Torhüter der deutschen WM-Mannschaft von 1990, hat Interesse am Sportdirektorenposten bei seinem Ex-Klub 1. FC Köln. "Ich habe im Dezember in Madrid meinen Manager-Schein gemacht. Es gab noch keine Gespräche mit dem FC, aber wenn es eine Möglichkeit gibt, ist das natürlich interessant. Ich bin gesprächsbereit", sagte der 44-Jährige dem Kölner Stadt-Anzeiger (Dienstag-Ausgabe). Am Samstagabend hatte der FC die Zusammenarbeit mit Sportdirektor Volker Finke beendet. Kölns Geschäftsführer Claus Horstmann wollte sich zu Personalspekulationen nicht äußern: "Natürlich gibt es erste Gedankenspiele, wir geben aber keine Wasserstandsmeldungen ab." Illgner, der auch bei Real Madrid unter Vertrag gestanden hatte und zurzeit in Spanien lebt, hatte als Thema seiner Abschlussarbeit in Madrid gewählt: "Wie würde ich den 1. FC Köln führen?"

In der Bild-Zeitung sagte der einstige Keeper: "Andere Profis haben in ihrer Karriere für acht bis zehn Vereine gespielt - ich nur für zwei. Da war es leicht, mein Herz zu verteilen. Der FC war immer eine der ersten Adressen. Es wird mal wieder Zeit, dass es wieder so wird." Die Projektarbeit habe 20 Seiten umfasst, "unter anderem ging es um ein Klub-Organigramm. Ich finde, im Vergleich zu anderen Klubs ist die FC-Struktur vernünftig". Illgner hat sich schon konkrete Vorstellungen, wie er einen Verein aufstellen möchte: "Über allem schwebt der Klub. Vorstände, Spieler, Trainer, Manager gehen - der Klub bleibt bestehen. Meine Philosophie ist ein einheitliches System von der U16 bis zum Profi-Team. Ein Spielsystem, das zum Beispiel für den FC steht und zu ihm passt."

Fußball, Podolski-Sperre: Der1. FC Köln kämpft weiter gegen die Sperre für Stürmer Lukas Podolski. Am Dienstag hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) abschließend entschieden, den Nationalspieler für die Rote Karte, die er im Heimspiel gegen Hertha BSC (1:0) am Samstag erhalten hatte, für ein Meisterschaftsspiel zu sperren. Dagegen hat der FC am Dienstag "fristwahrend" Einspruch eingelegt, wie die Kölner auf der Vereinshomepage am Dienstagabend mitteilten. "Der Klub hält das Urteil für falsch; aus Sicht des Klubs liegt ein klarer Wahrnehmungsirrtum des Schiedsrichtergespanns vor", teilte der Verein weiter mit. Bereits am Montag hatten die Kölner angekündigt, gegen eine mögliche Sperre Einspruch einzulegen. Durch den Einspruch des Vereins kommt es nun zu einer mündlichen Verhandlung vor dem Sportgericht des DFB. Der 26-Jährige war im Punktspiel Kölns gegen Hertha BSC nach einer Rudelbildung von Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) in der 76. Minute mit einer Roten Karte vom Platz gestellt worden.

Fußball, England: In einem Nachholspiel des 26. Spieltags der englischen Premier League hat der FC Liverpool gegen Lokalrivalen FC Everton 3:0 (1:0) gewonnen. Steven Gerrard entschied mit seinen drei Treffern (34./51./90.+2. Minute) das 217. "Merseyside Derby" für die Gastgeber. Für den englischen Nationalspieler war es ein gelungener Auftritt in seinem 400. Spiel in der ersten englischen Fußball-Liga. Trotz des Sieges konnten sich die Reds in der Tabelle nicht verbessern und bleiben mit nunmehr 42 Punkten auf Rang sieben, Everton (37) belegt Platz neun.

Bundesliga, Lars Bender: Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen muss wie befürchtet mehrere Wochen auf Lars Bender verzichten. Der Mittelfeldspieler hat sich im Spiel beim VfL Wolfsburg am vergangenen Samstag einen Muskelbündelriss auf der Rückseite des rechten Oberschenkels zugezogen. Dies ergab eine Untersuchung am Montag in München. Die ebenfalls angeschlagenen Simon Rolfes, Stefan Reinartz und Ömer Toprak sind am Wochenende im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach wohl wieder einsatzfähig. Verzichten muss Trainer Robin Dutt noch auf Vedran Corluka, Sidney Sam, Tranquillo Barnetta, Michael Ballack und Torhüter René Adler.

Bundesliga, Lukas Podolski: Nationalspieler Lukas Podolski vom Bundesligisten 1. FC Köln ist nach seiner Roten Karte gegen Hertha BSC Berlin vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wie erwartet für ein Spiel gesperrt worden. Der Torjäger hatte am vergangenen Samstag nach einer Rudelbildung und einer Auseinandersetzung mit dem Herthaner Lewan Kobiaschwili beim 1:0 der Geißböcke gegen die Berliner von Schiedsrichter Guido Winkmann die Rote Karte gesehen. Köln hatte bereits am Montag angekündigt, gegen eine Sperre Einspruch einlegen zu wollen. "Die Fernsehbilder zeigen klar, dass kein Vergehen vorliegt", hatte FC-Geschäftsführer Claus Horstmann gesagt. Podolski soll Kobiaschwili angeblich gewürgt haben. Die TV-Bilder zeigten indes, dass sich der FC-Star keine Tätlichkeit geleistet hatte. Wann die mündliche Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht stattfindet, steht zurzeit noch nicht fest.

Englischer Fußball, FC Arsenal: Der FC Arsenal hat den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fortgesetzt und seine Champions-League-Ambitionen in der englischen Premier League untermauert. Ohne den verletzten Nationalspieler Per Mertesacker gewannen die Gunners am 28. Spieltag gegen Newcastle United mit 2:1 (1:1). Durch den dritten Ligaerfolg in Serie liegt Arsenal nur noch einen Punkt hinter Tottenham Hotspur auf Rang drei, der zur direkten Teilnahme an der Königsklasse berechtigt. Newcastle, das mit den ehemaligen Bundesliga-Profis Demba Ba und Papiss Cisse weiterhin auf Platz sechs liegt, ging durch Hatem Ben Arfa in Führung (14.). Das Team von Trainer Arsene Wenger reagierte postwendend und glich nach traumhafter Kombination durch Toptorjäger Robin van Persie aus (15.). Insbesondere in der zweiten Halbzeit ließ Arsenal, Medienberichten zufolge neuer Verein des Kölner Nationalspielers Lukas Podolski, zunächst beste Chancen ungenutzt. Innenverteidiger Thomas Vermaelen traf in der fünften Minute der Nachspielzeit aber doch noch zum Sieg.

Fußball, Schalke 04: Die Uefa hat den Einspruch von Schalke 04 gegen die Sperre von Joel Matip nach dessen Platzverweis bei Twente Enschede erwartungsgemäß abgelehnt und den Kameruner für ein Spiel gesperrt. Der Klub kündigte an, gegen diese Entscheidung Berufung einzulegen. Das Rückspiel, für das Matip gesperrt ist, findet bereits am Donnerstag (21 Uhr) statt. Matip war im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League am vergangenen Donnerstag des Feldes verwiesen worden, nachdem er den Niederländer Luuk de Jong gefoult haben soll. Schiedsrichter Craig Thomson aus Schottland wertete die Szene in der 61. Minute als "Notbremse", gab Elfmeter und Rot für Matip. Die TV-Bilder bewiesen, dass sich de Jong selbst in die Hacken getreten und ein vorheriger Kontakt des Schalker Verteidigers mit dem Enscheder Stürmer vor der Strafraumgrenze stattgefunden hatte. "Die Kontroll und Disziplinarkammer der UEFA unter Vorsitz von Thomas Partl aus Österreich argumentierte, dass es zwischen Matip und de Jong zu einem, wenn auch nur sehr leichten, Kontakt gekommen sei und deshalb die Entscheidung des Schiedsrichters nicht abgeändert werden könne. Deshalb müsse Matips Sperre für das Rückspiel gegen den FC Twente bestehen bleiben", schrieb Schalke auf der Klub-Homepage: "Gegen diese Entscheidung wird der FC Schalke 04 in Berufung gehen."

Fußball, Adriano: Brasiliens früherer Nationalstürmer Adriano ist wieder arbeitslos. Erstliga-Club Corinthians teilte am Montagabend (Ortszeit) in São Paulo mit, dass der noch bis Juni laufende Vertrag mit dem 30-Jährigen im Einvernehmen aufgelöst worden sei. Für den Ex-Nationalspieler endet damit eine weitere erfolglose Etappe seiner Vereinskarriere. In seiner rund einjährigen Zeit bei Corinthians kam der "Imperador" (Herrscher) in nur acht Spielen zum Einsatz und schoss dabei lediglich zwei Tore. "Corinthians hat alles getan, um Adriano zu helfen. Wir haben alles Mögliche gemacht, damit er wieder zu seiner besten Form zurückfindet. Aber wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es das Beste ist, den Vertrag zu beenden und er (Adriano) war einverstanden", sagte Clubdirektor Roberto de Andrade. Adriano, der 2009 mit Flamengo in Brasilien Meister wurde, hatte 2010 kurzzeitig beim AS Rom angeheuert, war dort aber abrupt nach neun torlosen Monaten ausgestiegen, um im März 2011 einen Vertrag bei Corinthians zu unterschreiben. Noch vor seinem Debüt verletzte er sich und fiel nach einer Achillessehnen-Operation mehrere Monate aus.

Tennis, Novak Djokovic: Der Weltranglistenerste Novak Djokovic ist beim ATP-Turnier in Indian Wells ohne große Mühe ins Achtelfinale eingezogen. Der Serbe gewann seine Drittrundenpartie gegen den Südafrikaner Kevin Anderson glatt mit 6:2, 6:3. "Am Anfang hat er sehr aggressiv returniert. Ich musste zunächst geduldig sein", sagte Djokovic nach der Partie. In der Runde der letzten 16 bekommt es der topgesetzte Djokovic mit Pablo Andujar zu tun. Der Spanier zog durch einen 7:6 (7:5), 6:4-Sieg gegen seinen Landsmann Albert Ramos erstmals ins Achtelfinale eines Masters-1000-Turniers ein. Weiter für Furore sorgt in Kalifornien Qualifikant Matthew Ebden. Der 24 Jahre alte Australier warf Mardy Fish als nächsten gesetzten Spieler aus dem Turnier und besiegte erstmals einen Spieler aus den Top 10. Ebden gewann gegen den an Position acht gesetzten US-Amerikaner 6:3, 6:4 und trifft im Achtelfinale auf John Isner (USA/Nr. 11). "In Amerika einen Top-Spieler zu schlagen, ist ein unglaubliches Gefühl. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Entwicklung hier", sagte Ebden. Die sechs deutschen Tennis-Profis sind beim mit 5,536 Millionen Dollar dotierten Turnier bereits alle ausgeschieden.

Eishockey, NHL: Christian Ehrhoff und Alexander Sulzer haben am Montagabend (Ortszeit) mit den Buffalo Sabres in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL 3:2 nach Overtime gegen die Montreal Canadiens gewonnen. Den entscheidenden Treffer für Buffalo schoss Tyler Myers in der dritten Minute der Verlängerung. Ehrhoff kam auf 25:30 Minuten Eiszeit, Sulzer spielte 23:59 Minuten, allerdings konnten die beiden Deutschen keine entscheidenden Akzente setzen. Trotz des Heimsieges vor 18.690 Zuschauern weisen die Sabres als Neunter der Eastern Conference immer noch zwei Punkte Rückstand auf die Washington Capitals auf Rang acht auf. Nur die ersten acht Teams qualifizieren sich für die Playoffs.

Basketball, NBA: Chris Kaman und die New Orleans Hornets haben in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA das Duell zweier abgeschlagener Teams verloren. Der Tabellenletzte der Western Conference unterlag den Charlotte Bobcats, Schlusslicht im Osten, mit 71:73. Beim Aufeinandertreffen mit dem Team aus Charlotte, bis vor zehn Jahren Heimat der Hornets, gelang dem deutschen Nationalspieler Kaman mit zwölf Punkten und 16 Rebounds ein sogenanntes Double-Double - eine zweistellige Ausbeute in zwei Kategorien. Mit gerade einmal zehn Siegen aus 42 Spielen liegt New Orleans im Westen am Tabellenende. Die Houston Rockets haben auf dem letzten Play-off-Platz zwölf Siege mehr auf dem Konto.

Damen-Handball, HC Leipzig: Die Handballerinnen des HC Leipzig haben das Halbfinale im Europacup der Pokalsieger erreicht. Der deutsche Ex-Meister besiegte den fünfmaligen norwegischen Champion Byasen Trondheim im Viertelfinal-Rückspiel mit 26:20 (15:11) und steht nach dem 29:28-Hinspielerfolg in der Runde der letzten Vier, die am Dienstag in Wien ausgelost wird. Leipzig ist der letzte Vertreter der Bundesliga in den Europacup-Wettbewerben. Nach anfänglichen Problemen und einem 5:6-Rückstand (11.) bekamen die Gastgeberinnen das Spiel in den Griff und zogen auf 12:9 davon (22.). Auch in der zweiten Halbzeit geriet der Leipziger Sieg nicht mehr in Gefahr.

© Süddeutsche.de/dpa/sid/dapd/mike/jbe

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