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Sport kompakt:Olic fällt sechs Monate aus

Bayern-Stürmer Ivica Olic mit schwerer Knieverletzung, auch Badstuber fällt aus. Kim Clijsters gewinnt zum dritten Mal die WTA Championships, neue Nummer eins im Golf. Sport kompakt

Nächster Verletzungsschock für den FC Bayern: Der deutsche Fußball-Rekordmeister muss voraussichtlich sechs Monate auf Stürmer Ivica Olic verzichten. Der kroatische Nationalspieler wird wegen einer Außenmeniskusverletzung und eines Knorpelschadens im Knie operiert. Noch in dieser Woche soll der 31-Jährige für den Eingriff zu Richard Steadman in die USA reisen. Damit verschärfen sich vor dem Auswärtsspiel in der Champions League am Mittwoch bei CFR Cluj die Offensivsorgen der Münchner, bei denen sich im Angriff schon Arjen Robben, Franck Ribéry und Miroslav Klose verletzt hatten. "Ich bin natürlich enttäuscht", ließ Olic am Montag in München durch Mediendirektor Markus Hörwick ausrichten. Der Kroate selbst musste sich um die Einreise-Formalitäten für den Flug in die USA kümmern, und auch den psychischen Schock verdauen. "Ich hatte gehofft, weitermachen zu können wie im ersten Jahr bei Bayern, das gut angelaufen war. Ich hatte mir für die Saison viel vorgenommen." Am Sonntag war die Entscheidung für eine Operation gefallen. Nach dem Eingriff durch Steadman in Amerika darf sich Olic, der sich zuletzt einen Nasenbeinbruch zugezogen hatte, für mehrere Wochen nur auf Krücken fortbewegen. Die Knieverletzung hatte Olic bereits vor der Saison bei einem Länderspiel erlitten. In Cluj fehlt auch Holger Badstuber. Wie der Club am Montag auf seiner Internetseite mitteilte, muss der Innenverteidiger wegen einer Schambeinentzündung passen. Diese hatte ihn auch vor dem Spiel gegen den SC Freiburg gestoppt. Dagegen ist Torhüter Jörg Butt nach Rückenproblemen wieder einsatzbereit. Nach sechs Wochen Verletzungspause wegen eines Außenbandrisses im Sprunggelenk kehrt auch David Alaba in den Kader zurück, der bei der Partie am Mittwoch in Rumänien nur aus 15 Akteuren besteht.

WTA Championships - Kim Clijsters

27 Jahre alt, aber noch keineswegs steif: Kim Clijsters. 

(Foto: dpa)

Lazio Rom setzt seinen unerwarteten Höhenflug in der Serie A fort. Der überraschend starke Spitzenreiter (22 Punkte) verteidigte am Wochenende seine Tabellenführung in der italienischen Fußball-Liga vor den Titelfavoriten Inter (18) und AC Mailand (17) sowie Juventus Turin (15). André Dias schoss den Hauptstadtclub zum 1:0-Sieg beim FC Palermo und bejubelte das "schönste Tor seiner Karriere". Trainer Edy Reja lobte sein Team nach dem fünften Sieg in Folge: "22 Punkte sind keine Glückssache. Die Mannschaft hat Klasse, Charakter und kann auch mal die Zähne zusammenbeißen", sagte Reja. Lazio stahl Triple-Gewinner Inter damit erneut die Show, obwohl auch der Meister bei Luca Tonis FC Genua mit 1:0 siegte. Einen Rückschlag musste dagegen Milan hinnehmen. Vor dem Champions- League-Knüller am Mittwoch gegen Real Madrid unterlag der AC im Giuseppe Meazza-Stadion Juventus Turin (15) mit 1:2. Umjubelter Star beim Rekordmeister aus Turin war Alessandro Del Piero. Der Weltmeister von 2006 schoss in San Siro sein 179. Tor für Juve in der Serie A und übertraf damit den Vereinsrekord des legendären Giampiero Boniperti. Der 35-Jährige traf nach Fabio Quagliarellas Führungstor in der ersten Halbzeit in der 65. Minute und sicherte damit den Sieg gegen Milan, das durch Zlatan Ibrahimovic erst in der 82. Minute den Anschluss schaffte. "Jetzt visiere ich die 200-Tore-Marke an", sagte Del Piero. Nach vielen Rückschlägen hatte auch der AS Rom (12) am Wochenende endlich wieder ein Erfolgserlebnis. Der Klub gewann zu Hause 2:0 gegen Lecce. Überschattet wurde der Sieg jedoch vom Platzverweis für Kapitän Francesco Totti, der damit im Derby gegen Spitzenreiter Lazio fehlen wird. "Mr. Roma" sah nach einer Rangelei mit Olivera Rot und verschwand wutentbrannt in den Katakomben des Olympiastadions. "Der Platzverweis war ungerecht", meinte Trainer Claudio Ranieri. Die Gazzetta dello Sport wertete den Vorgang dagegen als ein Zeichen für Tottis traurigen Niedergang.

Tennis-Altmeisterin Kim Clijsters hat es der neuen Nummer eins noch einmal gezeigt und zum dritten Mal nach 2002 und 2003 die WTA-Championships gewonnen. Die Belgierin besiegte beim Saisonfinale in Doha am Sonntag die Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki aus Dänemark im Endspiel mit 6:3, 5:7 und 6:3. Damit krönte die 27-Jährige nach dem US-Open-Erfolg Mitte September eine starke Saison - ihre zweite nach dem Comeback im vorigen Jahr. Wozniacki, die in diesem Jahr insgesamt sechs Turniere gewann, muss dagegen weiter auf ihren ersten großen Triumph warten. Clijsters kassierte für ihren Triumph 1,45 Millionen US-Dollar und durchbrach als erst achte Spielerin überhaupt die Grenze von 20 Millionen Dollar Preisgeld. "Ich dachte, das Match geht nie vorbei. Es war ein hartes Stück Arbeit, wer weiß, wie lange ich das noch machen kann", sagte die 27-Jährige nach der 2:19 Stunden dauernden Partie. Wozniacki war trotz der Niederlage nicht allzu enttäuscht. "Ich habe nur ein Tennis-Match verloren. Ich hatte trotzdem ein fantastisches Jahr", sagte die Dänin, die bei der Siegerehrung aber ein langes Gesicht zog. Am Samstag hatte Clijsters eine Schrecksekunde zu überstehen. Auf dem Weg zur Anlage war der Wagen mit der verheirateten Mutter in einen Unfall verwickelt, sie überstand den Crash aber unverletzt. Via Internet-Dienst "Twitter" hatte Clijsters schon vor ihrer Halbfinal-Partie gegen die Australierin Samantha Stosur von dem Unfall berichtet. "Wir sind o.k.", schrieb sie, aber das Auto sei reif für den Schrottplatz. Nach dem 0:3-Rückstand gegen Stosur gewann Clijsters am Ende ungefährdet mit 7:6 (7:3), 6:1.

Nach Ausschreitungen rund um das Fußball-Regionalliga-Spiel des 1. FC Magdeburg gegen den Chemnitzer FC am Sonntag ermittelt die Polizei wegen schweren Landfriedensbruchs. Wie sie am Montag mitteilte, wurden bei Auseinandersetzungen mit Magdeburger Fans fünf Polizisten leicht verletzt. Bereits während des Spiels hatten mehrere hundert Fans versucht, im Stadion in den Gästefanblock zu gelangen, was Ordnungskräfte und Polizisten verhindern konnten. Nach dem Spiel unternahmen rund 500 Magdeburger einen weiteren Versuch, den Gästeblock zu stürmen. Die Polizei wehrte die Angreifer mit Schlagstöcken und Pfefferspray ab. Bei der Abreise der Chemnitzer Fans wurde zudem eine von der Polizei eskortierte Straßenbahn im Stadtgebiet von Magdeburger Chaoten attackiert. Dabei gingen mehrere Fensterscheiben zu Bruch. Die Polizei konnte einige der Angreifer ermitteln. Insgesamt waren 200 Beamte im Einsatz. Spitzenreiter Chemnitz hatte die Partie 6:1 gewonnen und dem 1. FC Magdeburg die höchste Heimniederlage seiner knapp 45-jährigen Vereinsgeschichte beschert.

Die San Francisco Giants stehen in der Major League Baseball (MLB) dicht vor dem Titelgewinn. Der fünfmalige Sieger der World Series setzte sich im vierten Duell mit 4:0 bei den Texas Rangers durch und führt im Finale mit 3:1. Schon am Montag hat der Altmeister aus San Francisco vor heimischer Kulisse die Chance, den vierten und entscheidenden Sieg einzufahren. Die Giants haben den Titel zuletzt im Jahr 1954 gewonnen. Damals war das Team allerdings noch in New York beheimatet.

Lee Westwood ist seit Montag offiziell die neue Nummer eins im Golf. Der Engländer löste in der Weltrangliste den seit 281 Wochen in Folge führenden US-Superstar Tiger Woods ab. Der 37-jährige Westwood ist der insgesamt zwölfte Spieler an der Spitze des Rankings, das am 6. April 1986 eingeführt wurde. Erste Nummer eins war damals Bernhard Langer (Anhausen). Der neue deutsche Star Martin Kaymer hatte es am Wochenende beim Turnier im andalusischen Valderrama verpasst, als zweiter Deutscher nach Langer auf den Golf-Thron zu steigen. Hierfür hätte der 25-Jährige mindestens Zweiter werden müssen. Allerdings reichte es für den Mettmanner nur zum 21. Rang. Für Kaymer ist Lee Westwood der richtige Mann auf Position eins. "Er ist derzeit der beste Spieler der Welt." In der Weltrangliste belegt Martin Kaymer weiterhin den dritten Platz vor US-Masterssieger Phil Mickelson (USA).

Im Bereich Sicherheit sieht Jacques Rogge die größte Herausforderung bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro. "Das ist das wichtigste Thema bei den Spielen seit München 1972", erklärte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in einem Interview mit der brasilianischen Sport-Tageszeitung Lance mit Hinweis auf das damalige Attentat mit elf Toten. "Ich sage nicht, Rio sei nicht in der Lage, dieses Thema zu meistern. Aber wir sprechen über Menschenleben", machte Rogge angesichts der zunehmenden Gewalt in der brasilianischen Metropole klar. Er räumte allerdings ein, kein Land der Welt sei sicher vor möglichen Anschlägen.

Der Rostocker Shorttrack-Läufer Torsten Kröger hat beim zweiten Weltcup der neuen Saison in Québec überrascht. Der 23- Jährige sorgte mit Platz sieben über 500 Meter für das beste deutsche Einzel-Resultat. Die deutschen Staffeln der Frauen und Männer belegten am Sonntag (Ortszeit) ebenfalls siebente Plätze. 3000 begeisterte Zuschauer feierten vier kanadische Siege, einen weiteren hatte es bereits am Samstag gegeben. Die Gastgeber waren damit in Abwesenheit der Shorttrack-Weltmacht Südkorea erfolgreichste Nation vor den Startern aus China, für die Zhou Yang ein Hattrick gelang.

Titelverteidiger Los Angeles Lakers bleibt in der neuen Saison der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA ungeschlagen. Der Meister gewann am Sonntag (Ortszeit) daheim mit 107:83 gegen die Golden State Warriors auch sein drittes Saisonspiel. Herausragender Akteur war der spanische Center Pau Gasol mit 26 Punkten und zwölf Rebounds. Kobe Bryant steuerte 20 Zähler zum Erfolg über den Rivalen aus Kalifornien bei, der mit zwei Siegen gestartet war. Zuvor hatten Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks mit 99:83 bei den Los Angeles Clippers den zweiten Saisonerfolg im dritten Spiel eingefahren. Nowitzki erzielte 16 Punkte, Nationalmannschafts-Kollege Chris Kaman sammelte für die Clippers 13 Zähler und 13 Rebounds. Das Star-Ensemble von Titelanwärter Miami Heat kam durch das 101:78 bei den New Jersey Nets zum dritten Erfolg in Serie nach der Auftaktpleite in Boston.

© dpa/sid/hum
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