SportDoping? Im Fußball tabu

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Pep Guardiola in Manchester.
Pep Guardiola in Manchester.
dpa

Manchester City soll gegen Anti-Doping-Regeln verstoßen haben. Für Trainer Pep Guardiola ist das nichts Neues.

Kommentar von Johannes Aumüller

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Nun taucht mal wieder das große Branchentabu "Doping" auf, aber für Pep Guardiola ist das nichts Neues. Das Thema ist dem Spanier schon des Öfteren begegnet in seiner beruflichen Vita. Als er gegen Ende seiner aktiven Zeit beim italienischen Provinzklub Brescia kickte, verurteilte ihn die dortige Justiz wegen eines positiven Nandrolon-Tests 2001 zu einer Geld- und einer Bewährungsstrafe. Guardiola bestritt Doping vehement, am Ende eines mysteriösen Falles stand ein Freispruch.

Als er später den FC Barcelona trainierte, berichtete Marca, dass es wegen einer kurzfristigen Trainingsabsage Ungereimtheiten rund um eine geplante Kontrolle gab; ein Kommunikationsproblem, so der Klub. Und nun bestimmt ein ähnlicher Fall die Debatte bei Manchester City, Guardiolas aktuellem Klub.

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Manchester City soll Aufenthaltsorte der Spieler nicht korrekt gemeldet haben

Der englische Verband FA droht dem Verein wegen eines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Regeln mit einer Strafe. Es geht um Paragraf 14d des Reglements, nach dem jeder Verein gewährleisten muss, dass bei den Kontrolleuren bestimmte Angaben über Trainingseinheiten und Aufenthaltsorte seiner Spieler hinterlegt sind. Offenkundig befolgte der Tabellendritte der Premier League das nicht korrekt, nach übereinstimmenden Angaben verschiedener englischer Medien sogar drei Mal im vergangenen Jahr. ManCity hat nun eine Woche Zeit für eine Stellungnahme.

Ein derartiger Verstoß würde ins Bild passen. Das Dopingproblem macht ja nicht ausgerechnet um den Fußball einen Bogen, das belegen zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit sowie diverse Studien. Das verwundert auch nicht ob der stetig steigenden Intensität der Sportart. Aber der Umgang der Branche mit dem Thema passt nicht dazu.

Die Zahl der jährlichen Tests pro Fußballer etwa ist so gering, dass Radsportler darüber nur herzlich lachen können. Ähnliches gilt für die Rahmenbedingungen: Häusliche Besuche der Kontrolleure müssen die Kicker selten befürchten, fast alle Tests finden nach dem Training oder dem Spiel statt. Der Deutsche Fußball-Bund passte erst kürzlich sein Reglement an die internationalen Standards an, wobei das in diesem Fall bedeutete, die Regeln aufzuweichen: Künftig droht einem Verein erst beim dritten Positivtest eines Spielers eine Strafe.

Die Summe, die der Milliardenbetrieb Fußball in den Anti-Doping-Kampf steckt, liegt noch nicht einmal im Promillebereich. Und um wirklich vor allen Überraschungen gefeit zu sein, bleibt der Fußball gerne Herr des Verfahrens. Bei der WM etwa läuft das komplette Dopingkontroll- Management unter Aufsicht des Weltverbandes selbst; die Welt-Anti-Doping-Agentur bleibt außen vor.

Da sollte es nicht verwundern, wenn die FA bei Manchester City selbst bei festgestelltem Regelverstoß nur eine eher übersichtliche (Geld-)Strafe verhängt.

© SZ vom 13.01.2017 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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