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Sport:Bund plant keine weiteren Schritte für E-Sport-Förderung

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Die Regierung plant derzeit keine weiteren Schritte bei der E-Sport-Förderung. Foto: Marius Becker/dpa (Foto: dpa)

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Berlin (dpa) - Die Bundesregierung plant in dieser Legislaturperiode keine weiteren Maßnahmen zur Förderung des E-Sports.

Dies geht aus der Beantwortung einer schriftlichen Frage der sportpolitischen Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion Monika Lazar an das Innenministerium hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Union und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, "E-Sport künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht" anzuerkennen. Für die E-Sport-Community ist hier vor allem die Gemeinnützigkeit wichtig, die es Vereinen ermöglicht, den digitalen Sport anzubieten.

"E-Sport kann auch heute schon nach bestehendem Recht gemeinnützig sein", heißt es nun vom Innenministerium. "Die Vereine nutzen dabei regelmäßig die gemeinnützigen Zwecke der Förderung der Jugendhilfe und der Förderung der Bildung." Ob E-Sport als Sport zähle, müsse der organisierte Sport und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheiden - da der Sport autonom sei.

"Absolut enttäuschend" nennt Lazar die Stellungnahme. "Dass die Bundesregierung trotz der vollmundigen Versprechen des Koalitionsvertrages in Sachen E-Sport keine weiteren Maßnahmen plant, grenzt an Arbeitsverweigerung." Mit einer "einfachen Gesetzesänderung in der Abgabenordnung" könne man ehrenamtliches Engagement an der Basis unterstützen.

Der eSport-Bund Deutschland (ESBD) fordert, das Ehrenamt der Menschen in Vereinen, die E-Sport anbieten, als gemeinnützig anzuerkennen. Langfristig solle der digitale Wettkampf auch dem Sport gleichgesetzt werden. Die Gemeinnützigkeit über Jugendförderung und Bildung sei nicht überall in Deutschland gleichermaßen praktikabel und es fehle an einem bundesweit einheitlichen gesetzlichen Rahmen, heißt es beim Verband.

Die Positionen bei der Frage der Gemeinnützigkeit sind nach anfänglichen Fortschritten festgefahren - auch innerhalb der Koalition. Vor allem der DOSB tut sich schwer mit der Anerkennung des E-Sports und unterteilt in förderungswürdige Sportsimulationen wie FIFA oder Pro Evolution Soccer sowie weitere Wettkampf-Spiele wie League of Legends und Counter-Strike, die ausgeschlossen werden sollen. Letztere sind jedoch deutlich relevanter, was die Zahl der Fans angeht.

© dpa-infocom, dpa:210209-99-369863/4

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