Splitter zum Champions-League-Finale:Zehn Bayern müssen zum Doping-Test

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Dopingprobe kurz vor dem Finale: zehn Bayern-Profis mussten teilnehmen.

(Foto: AFP)

Noch zwei Tage bis zum Champions-League-Finale in London: Bayern-Trainer Heynckes ist wenig amüsiert über eine unangekündigte Dopingprobe. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück setzt plötzlich auf Schwarz-Gelb. Und der Zoll findet einen gefälschten Champions-League-Pott.

Nur noch zwei Tage bis zum Finale der Champions League im Wembley-Stadion. Annähernd im Minutentakt kommen neue Nachrichten aus München, Dortmund und London hinzu: starke Sprüche, aufschlussreiche Details, jedoch auch unnütze Infos, die wirklich keiner braucht. Hier werden Sie aktuell informiert.

Splitter zum Champions-League-Finale

  • Unangekündigte Dopingprobe: Zehn Fußball-Profis des FC Bayern mussten sich einen Tag vor der Abreise zum Champions-League-Finale nach dem letzten Training in München noch einer unangemeldeten Doping-Kontrolle unterziehen. Das sei "natürlich lästig" gewesen, berichtete Trainer Jupp Heynckes am Donnerstag in den vereinseigenen FCB News. Die Kontrollen habe man in den letzten Wochen der Saison "permanent gehabt", ergänzte Heynckes. Welche Spieler eine Urinprobe abgeben mussten, wurde nicht bekanntgemacht. Die Bayern fliegen am Freitagvormittag nach London, wo sie tags darauf im Wembleystadion im deutschen Königsklassen-Finale gegen Borussia Dortmund antreten
  • Überraschung am Zoll: Der Traum von der eigenen Champions-League-Trophäe ist für einen Fußballfan aus dem Münsterland ausgeträumt. Kurz vor dem Finale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München hatte er sich eine Fälschung des Pokals aus Hongkong bestellt. Doch Zöllner in Rheine stoppten das Paket allerdings bei einer Routinekontrolle von Auslandssendungen, wie das Hauptzollamt Münster am Donnerstag mitteilte. Für die Fälschung hatte der Mann aus Gronau nach den Angaben 300 Euro bezahlt. Da der Pokal eine geschützte Marke ist, griffen die Fahnder ein. Die UEFA könnte rechtliche Schritte gegen den Käufer einleiten.
  • Achtung, Trickbetrüger: Das Champions-League-Finale ist ihm 5000 Euro Wert gewesen. Doch ein Mann aus dem Eichsfeldkreis ging Betrügern auf den Leim: Keine Tickets, Geld weg. Der 29-Jährige habe vier der heiß begehrten Karten für das Finale zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München im Internet bestellt, teilte die Polizei Nordhausen am Donnerstag mit. Demnach überwies er 5000 Euro auf ein Konto in England. Doch die Karten für das Spiel im Londoner Wembley-Stadion an diesem Samstag kamen nicht wie vereinbart an. Der angebliche Verkäufer sei nicht mehr zu erreichen. Es gebe nur sehr wenig Hoffnung, den Täter zu erwischen, sagte ein Sprecher der Polizei.
  • "Für Holger!" Unter diesem Motto treten die Münchner zum Endspiel an. Die Münchner schickten ihrem am Mittwoch erneut am Kreuzband operierten Kollegen Holger Badstuber beste Genesungswünsche in die USA - und ein rotes Trikot. Das Shirt mit Badstubers Nummer 28 gleicht den Hemden, die die Bayern-Profis im Wembley-Stadion tragen werden. Auf die Brust sind Spielpaarung, Datum und Spielort aufgedruckt. "Das wäre Holgers Trikot gewesen", sagte Bastian Schweinsteiger.
  • Fußball und Politik: Nicht nur die Fußballfans fiebern mit, wer das Spiel am Samstag gewinnt. Auch Deutschlands Politiker. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück drückt Schwarz-Gelb die Daumen, obwohl die Farbkombination in der Politik sein großer Gegner ist. "Ich hoffe auf ein spannendes Spiel und ich bin - alle Bayern-Fans verstehen das - festgelegt auf den BVB, auch wenn Bayern leichter Favorit ist", sagte das Aufsichtsratsmitglied von Borussia Dortmund. Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hält zu Borussia Dortmund. Aber nicht nur, weil der Verein aus NRW kommt. "Der BVB spielt attraktiven Fußball, schnell in die Spitze, frühes Pressing - das haben die Bayern von den Dortmundern abgekupfert", meint die SPD-Politikerin. Auch Grünen-Chefin Claudia Roth ist für Klopps Mannschaft. "Am 25. Mai bin ich als Alt-Dortmunderin dafür, dass Schwarz-Gelb gewinnt - wenn dafür die schwarz-gelbe Regierungsmannschaft am 22. September haushoch verliert", sagte Roth, die früher in Dortmund als Dramaturgie-Assistentin gearbeitet hatte. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer ist dagegen seit Jahren als Bayern-Fan bekannt. Sein Herausforderer Christian Ude von der SPD ist dagegen Fan des Lokalrivalen TSV 1860 München. Doch bei der Meisterfeier am Münchner Rathausbalkon bekundete er, er würde sich freuen, wenn der Henkelpott nach München komme. Nur die Bundeskanzlerin verriet nicht, für wen sie die Daumen drückt. Sie ließ ausrichten: "Ich bin deutsche Bundeskanzlerin und sage: Deutschland. Damit bin ich ganz auf der sicheren Seite."
  • Riesiger Schal: Zum Champions League-Finale haben Fußball-Anhänger des FC Bayern München einen überdimensionalen, mehr als 1,6 Kilometer langen Fanschal gestrickt. Mehr als 2000 Fans haben am Schal mitgearbeitet, wie der Radiosender Bayern 3, der zu der Aktion aufgerufen hatte, mitteilte. Die ganz genaue Länge: 1618,4 Meter - das entspricht der fünffachen Höhe des Pariser Eiffelturms. Damit ist der Schal nach Angaben des Bayerischen Rundfunks der bislang längste FC-Bayern-Fanschal aller Zeiten. Unter den Absendern waren Kindergärten, Altenheime, Kinder, die ihre Großeltern eingespannt hatten - und sogar ein Männer-Strick-Stammtisch. Sogar ein Bayern-Fan aus Thailand habe gestrickt, sein Päckchen sei rechtzeitig eingetroffen. Neben rot-weißen und bis zu zehn Meter langen Strecken gab es nach BR-Angaben auch eingestrickte oder aufgebügelte Logos, Spielernamen, die Schriftzüge "Good Luck" oder "Wembley", weiß-blaue bayerische Rauten, goldene Champions-League-Sterne - und einen rot-weißen Teddybären.
  • BVB-Flieger startet früher: Bei der Anreise zum "German Endspiel" hat der FC Bayern München die Nase vorn. Die Maschine mit der Mannschaft des deutschen Rekordmeisters an Bord wird am Freitag bereits um 11 Uhr am Flughafen München abheben, 1:50 Stunden später (11.50 Uhr Ortszeit/12.50 Uhr MESZ) ist die Landung in London vorgesehen. Der BVB hebt erst gegen 13.30 Uhr in Dortmund ab, erreicht den Endspielort 1:15-Stunden später (13.45 Uhr OZ/14.45 Uhr MESZ).
  • Orakel pro Dortmund: Geht es nach dem tierischen Orakel, gewinnt Borussia Dortmund das Finale der Champions League. Sowohl Schabrackentapir Baru im Zoo Leipzig als auch die bewährten Zwergotter Ferret und Mörmel im Tierpark Aue (beide Sachsen) setzen auf die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp. Nur Elefantendame Nelly aus dem Serengeti-Park Hodenhagen (Niedersachsen) beschwört einen Sieg von Bayern München. Wie verlässlich die Orakel sind, wird sich zeigen. Krake Paul ist bereits verstorben.
  • Sieben Mal Wembley: Wembley ist zum bereits siebten Mal Ausrichter eines Endspiels der Champions League bzw. des Europapokals der Landesmeister. In den bisher sechs Finals auf dem "Heiligen Rasen" hat bisher immer die "Heimmannschaft" gewonnen. Diese Statistik dürfte den BVB freuen, dem das Heimrecht zugelost wurde.
  • Noch mehr Statistik: Wer noch nicht mit seinen Planungen für Samstagabend fertig ist, dem sei diese Statistik ans Herz gelegt: 14 der 20 Endspiele seit Einführung der Champions League 1992 wurden in 90 Minuten entschieden, sechs Mal musste der Sieger im Elfmeterschießen ermittelt werden. 2001 setzten sich die Bayern so gegen den FC Valencia durch, 2012 zogen sie gegen den FC Chelsea den Kürzeren. In den Endspielen seit 1992 fielen 51 Tore, häufigste Ergebnisse sind 2:1 und 1:1 (jeweils vier Mal), drei Mal endete das Finale 1:0.
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