In Christiane Schenderleins Büro im fünften Stock des Kanzleramts herrschte in den vergangenen Wochen erhöhtes Verkehrsaufkommen. Die 43-Jährige aus Weißenfels ist dort im Frühjahr als erste Staatsministerin des Bundes für Sport und Ehrenamt eingezogen; die CDU-Politikerin hatte sich zuvor aber vor allem in der Kultur- und Medienpolitik profiliert. Entsprechend viele Kennenlerntreffen standen zuletzt an, etwa mit Vertretern von Spitzensportverbänden, Stützpunkten und Potenzialanalysekommissionen. Viel mehr als der unverbindliche Austausch von Höflichkeiten – und der prächtige Blick auf das Regierungsviertel – blieb manchen Gästen aber nicht in Erinnerung.
SportpolitikEin Gesetzesvorhaben, das den deutschen Sport aufwühlen wird
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Wie werden deutsche Athleten erfolgreicher bei Großanlässen? Ein Sportfördergesetz der neuen Bundesregierung soll helfen. Der erste Entwurf der Staatsministerin setzt an einer Stelle radikal an: beim Sport selbst.
Von Johannes Knuth
