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Spielunterbrechung in der Bundesliga:Zwayer entschuldigt sich für nicht gegebenen Elfmeter

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Während der Neun-Minuten-Pause wurden die Kapitäne Kießling und Mats Hummels in die Schiedsrichter-Kabine gerufen, wo Zwayer ihnen den Sachverhalt erklärte. "Er war ganz ruhig", berichtete Kießling, und Hummels ergänzte: "Er hat uns gesagt, die Partie könne nur fortgesetzt werden, wenn Leverkusens Trainer aus dem Innenraum verschwinde."

Zwayer konnte sich dabei auf Regel 5 der Bestimmungen des Fußball-Weltverbandes Fifa berufen, nach der es dem Schiedsrichter gestattet ist, "Maßnahmen gegen Teamverantwortliche zu ergreifen, die sich nicht verantwortungsbewusst verhalten, wobei er sie vom Spielfeld und dessen unmittelbarer Umgebung entfernen lassen darf". Das Fazit von Zwayer: "Ich hatte keine andere Wahl."

Entsetzt regierten die Leverkusener jedoch vollends, als Zwayer ihnen kurz nach Wiederanpfiff einen Handelfmeter verweigerte (71.). Dortmunds Verteidiger Sokratis hatte einen Kopfball von Stürmer Javier Hernandez im Sprung mit ausgestrecktem Arm abgewehrt. Die Szene war so eindeutig, dass sich Zwayer gar entschuldigte: "Dazu muss ich sagen, wir haben bedauerlicherweise falsch entschieden."

Gekrönt wurde die Veranstaltung durch einen Wutausbruch von Rudi Völler ("das war ein tausendprozentiger Elfmeter"). Leverkusens Sportdirektor redete sich vor den Kameras des TV-Senders Sky in Rage: "Der Schiedsrichter meinte, es ein bisschen spannender machen zu müssen. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob unser Trainer auf die Tribüne muss oder nicht. Aber das liegt in der Entscheidung des Schiedsrichters ... Ich verlange von Herrn Zwayer, dass er unserem Trainer das erklärt, egal ob das in den Regeln steht oder nicht."

Es war ein sehr ernsthafter Vorfall am Sonntag, der in seiner Abwicklung am Ende aber doch ins komödiantische Fach lappte.