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Spielervermittler Raiola:Die größten Transfers sind sein Werk

Nebenbei Anfang der Neunzigerjahre Geschäftsführer von Vater Raiolas zwischenzeitlich 25 Restaurants fassenden kleinem Pizzeria-Imperium und Sportdirektor beim HFC Haarlem zu sein - und nebenbei dem SSC Neapel, seinem Herzensklub, noch die Kontrolle über den niederländischen Spielermarkt zu beschaffen? Es geschieht.

1993 im Alleingang den Wechsel des damaligen 21-jährigen Sturmtalents Dennis Bergkamp von Ajax Amsterdam zu Inter Mailand durchzuboxen? 1996 Pavel Nedved von Sparta Prag zu Lazio Rom zu transferieren? 2003 schließlich Zlatan Ibrahimovic, Bruder im Geiste und Antipode seiner Figur, kennenzulernen; den Stürmer in der Folge, immer schön lärmend orchestriert und für beide lukrativ, von Ajax zu Juventus, zu Inter, zum FC Barcelona, zu Milan, zu PSG und nun endlich zu Manchester United zu transferieren? Bei United von der unerwünschten Person zum wichtigsten Verhandlungspartner zu werden? Geschieht. Geschieht. Geschieht.

Raiola stellt in diesem Sommer seinen Intimfeind in den Schatten

Die neue Popularität Raiolas im Norden Englands ist umso erstaunlicher, da zu Mourinhos besten Freunden und Geschäftspartnern der Portugiese Jorge Mendes gehört, zufälligerweise (oder eher nicht) auch Spielerberater. Zu seinen Kunden gehören Cristiano Ronaldo, Pepe, der Neu-Bayer Renato Sanches und Uniteds Torhüter David de Gea. Zufälligerweise (oder eher nicht) ist Mendes auch Raiolas Intimfeind.

"Er und ich sind wie Nordpol und Südpol. Wir haben ein völlig unterschiedliches Verständnis von unserem Business", sagte Raiola 11Freunde. Der Portugiese sei ein Investor, der sich für seine Spieler gar nicht interessiere. Anders als er, der Altruist mit Hang zur Geltungssucht.

Spielerberater dieser Größenordnung streben immer auch ein wenig nach Einfluss in den Großklubs. Real Madrid etwa gilt traditionell als Mendes-Klub. Auch beim FC Bayern war der Portugiese in der vergangenen Saison auffallend häufig zu Gast, schon lange bevor Sanches' Wechsel anstand. Paris Saint-Germain und der AC Milan dagegen gelten als Raiola-Vereine. Wenn der Italo-Holländer nun bald drei seiner besten Spieler bei Manchester United unter Vertrag gebracht hat, könnte das dem Klub sportlich helfen, dem Berater aber fast noch mehr. Und sei es nur, weil er seinem besten Feind ein Schnippchen geschlagen hätte.

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