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FC Bayern und 1. FC Nürnberg:Uli Hoeneß, der Herzens-Nürnberger

Wenn man nicht gerade einen Elfmeter verschieße, könne man "mit den Club-Fans überragend auskommen", sagt Manni Schwabl und schmunzelt. Abgesehen von den wilden Zeiten mit den wilden Präsidenten, erkennt er "einen respektvollen Umgang, der viel mit Uli Hoeneß zu tun hat". Im Oktober 1978 hat sich der Stürmer Hoeneß auf seine jungen, alten Tage an den Club verleihen lassen, er war erst 26, aber sein Knie setzte ihm mindestens so zu wie der damalige Bayern-Trainer Gyula Lorant.

Duelle Nürnberg vs FC Bayern

Allmächd, ein Phantomtor!

Auf der Mitgliederversammlung des Club wurde Hoeneß begeistert willkommen geheißen, ein Teil der Begeisterung galt dem schlanken Brutto-Monatsgehalt von 5000 Mark, mit dem sich der Weltmeister aus München laut Geschichtsschreibung zufriedengab. Die Geschichte ging nicht gut aus am Ende, Hoeneß' Knie war schon zu schwach, um den Club ernsthaft zu verstärken. Im März lösten beide Seiten den Vertrag, und Hoeneß trat einen Job an, den er ein Weilchen behalten sollte: Er wurde Manager beim FC Bayern.

Bis heute gilt Hoeneß als Herzens-Nürnberger, viele mögen ihn dort, nicht nur die Würste, die er in seiner ortsansässigen Fabrik produzieren lässt. Es war Hoeneß, der aus der A9 jene Handelsstraße gemacht hat, die bis heute mit gutem Erfolg bereist wird. Heute werden dort moderne Geschäfte mit modernem Businesswortschatz getätigt, es geht jetzt um "Win-win-Situationen" oder um "Wertsteigerungen" wie im Falle Ekici.

"Die Bayern haben gesehen, dass man in Nürnberg aus einer Million drei oder vier machen kann", sagt Bader. Ekici war ein Spieler aus der Bayern-Reserve, als er zum Club kam, wo er sich so prominent spielen durfte, dass die Münchner ihn nach einem Jahr für ein solides Sümmchen nach Bremen verkaufen konnten.

Wird Petersen nach Ekici-Art veredelt?

Der Club ist im Wachstum begriffen, er will seriös größer werden, und im Moment kann er die Bayern als Entwicklungshelfer gut gebrauchen. Nils Petersen etwa ist auch so ein Spieler, der bei den Bayern kaum artgerechte Verwendung findet, er wird zwar vielseitig eingesetzt, aber nur, weil er auf der Bank mal neben Co-Trainer Gerland sitzt und mal neben Ersatztorwart Butt.

Ihn würden die Nürnberger allzu gerne nach Ekici-Art veredeln, "aber dazu müsste Bayern bereit sein, ihn zu verleihen", sagt Bader. In diesem Fall dürften die amtlich zertifizierten Leasingexperten vom Club gute Chancen auf den Stürmer haben, "wenn sie ihn aber verkaufen", sagt Bader, "dann wird er teuer, dann sind wir raus".

Auch den Bayern-Japaner Takashi Usami würden die Nürnberger sehr gerne in ihrem Kader unterbringen, sie werden dazu zwar mit dem Klub Gamba Osaka verhandeln müssen, dem der Spieler wieder gehört, weil der FC Bayern auf die Kaufoption verzichtet hat. Aber die Informationen über Usami sind natürlich wieder über die A9 beschafft worden, die Rivalen sind sich sehr vertraut. Bader schätzt Heynckes' Assistenten Peter Herrmann, der mal beim Club Co-Trainer war; Gerland ist eng mit Club-Assistent Dirk Bremser, der einst sein Spieler war; Butt kennt Armin Reutershahn gut, den zweiten Co-Trainer des Club. Und als Dieter Hecking in Gladbach seine Spielerkarriere begann, hieß sein Trainer Jupp Heynckes.