Englischer FußballSouthampton darf wegen Spionage nicht in die Premier League aufsteigen

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Da war er dem großen Fußball schon ganz nah: Der deutsche Southampton-Trainer Tonda Eckert (links), hier mit Manchester Citys Pep Guardiola im Halbfinale des FA Cups im April.
Da war er dem großen Fußball schon ganz nah: Der deutsche Southampton-Trainer Tonda Eckert (links), hier mit Manchester Citys Pep Guardiola im Halbfinale des FA Cups im April. Dylan Martinez/Action Images/Reuters
  • Der FC Southampton und Trainer Tonda Eckert dürfen wegen Spionage nicht in die Premier League aufsteigen und wurden aus dem Wembley-Finale gestrichen.
  • Ein Southampton-Mitarbeiter filmte das Training von Middlesbrough sowie weiterer Vereine und übertrug Teile per Videoanruf live.
  • Middlesbrough ersetzt Southampton im Aufstiegsfinale gegen Hull City am Samstag, Southampton erhält zusätzlich vier Punkte Abzug für die nächste Saison.
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Weil ein Klubmitarbeiter das Training des Gegners filmte, werden der FC Southampton und sein deutscher Trainer aus dem lukrativen Aufstiegsspiel in Wembley gestrichen.

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Ein Spionageskandal im englischen Fußball hat drastische Folgen, auch für einen deutschen Trainer: Der FC Southampton und sein Coach Tonda Eckert, 33, dürfen nicht in die Premier League aufsteigen. Die English Football League (EFL) strich den Klub wegen der Affäre aus dem Aufstiegsfinale gegen Hull City, außerdem wurde Southampton für die nächste Zweitligasaison mit einem Abzug von vier Punkten bestraft. Um den letzten der drei Aufstiegsplätze in die Premier League kämpft nun am Samstag (17.30 Uhr/Sky) in Wembley der FC Middlesbrough gegen Hull City.

Middlesbrough war ursprünglich im Halbfinale der lukrativen Aufstiegsrunde an Southampton gescheitert (0:0, 1:2 n.V.). Vor dem Hinspiel war jedoch ein Klubmitarbeiter der Saints dabei beobachtet worden, wie er das Training von Middlesbrough ausspioniert hatte. Wie die BBC berichtete, soll der Southampton-Mitarbeiter am Donnerstag die Trainingseinheit von Middlesbrough gefilmt und zudem Fotos von Taktikplänen gemacht haben. Der Mann sei auf einem Hügel neben dem Gelände gestanden, während der Einheit habe er Kopfhörer getragen und Teile des Trainings per Videoanruf live übertragen. Gemäß den Liga-Regeln darf aber innerhalb von 72 Stunden vor einem angesetzten Spiel das Training des Gegners nicht beobachtet werden.

Middlesbrough begrüßte die harte Strafe gegen den Aufstiegsrivalen

Southampton habe „mehrere Verstöße gegen die EFL-Regularien im Zusammenhang mit dem unerlaubten Filmen des Trainings anderer Vereine“ eingeräumt, teilte die EFL am Dienstagabend mit. Demnach sei nicht nur Middlesbrough ausspioniert worden, sondern im Verlauf der Saison auch Oxford United und Ipswich Town. Southampton kann gegen das Urteil noch Berufung einlegen und will dies nach EFL-Angaben bis Mittwoch entschieden haben. Middlesbrough begrüßte die harte Strafe gegen den Aufstiegsrivalen, sie sende „eine klare Botschaft für die Zukunft unseres Sports in Bezug auf sportliche Integrität und Verhalten“.

Von englischen Medien musste sich Eckert, der als großes deutsches Trainertalent gilt, nach dem Aufdecken der Affäre fragen lassen, ob er „ein Betrüger“ sei. Nach mehreren Nachfragen zum Thema auf den Pressekonferenzen nach den Duellen mit Middlesbrough verließ Eckert beide Male abrupt und verärgert den Raum.

Der Sportwissenschaftler Eckert war nach Stationen als Co-Trainer beim FC Barnsley und CFC Genua 2025 zu Southampton gekommen, zunächst als U21-Trainer. Nach der Entlassung von Will Still im November wurde er Cheftrainer der ersten Mannschaft. Vor seinen Auslands-Stationen arbeitete er unter anderem Co-Trainer der U17 beim FC Bayern sowie als Jugendcoach beim  1. FC Köln, RB Salzburg und RB Leipzig. Auch der israelische FC-Bayern-Torhüter Daniel Peretz ist von der Strafe betroffen, er ist derzeit an Southampton ausgeliehen.

Aus Englands zweiter Liga steigen der Erste und der Zweite direkt auf, in diesem Jahr sind das Coventry und Ipswich. Die Mannschaften auf den Plätzen drei bis sechs spielen Playoffs mit Halbfinals und Finale. Das Endspiel in London gilt wegen der Millioneneinnahmen, die in der Premier League warten, als „richest game in football“ – das lukrativste Spiel im Fußball.

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