Snowboard:Befreiung vor Peking

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Snowboard: Endlich wieder erfolgreich: Ramona Hofmeister in Bad Gastein.

Endlich wieder erfolgreich: Ramona Hofmeister in Bad Gastein.

(Foto: Miha Matavz/FIS)

Snowboarderin Ramona Hofmeister wird Zweite im Parallelslalom. Yannik Angenend fährt den zweiten Teil der nationalen Olympianorm ein.

Von Andreas Liebmann

Es war nur ein Wort, das Ramona Hofmeister ausrief, nachdem sie ihr Halbfinale im Parallelslalom von Bad Gastein gegen die Russin Natalia Soboleva gewonnen hatte, und dieses Wort sagte viel über den aktuellen Gemütszustand der Snowboarderin vom WSV Bischofswiesen aus: "Endlich!"

Keine vier Wochen sind es mehr bis zu den Olympischen Spielen in Peking, es gibt bessere Momente für eine Formdelle. Doch die Ergebnisse der 25-Jährigen zuletzt waren allenfalls durchwachsen, und auch wenn man ihr die Nervenstärke nachsagt, sich cool aus solchen Phasen herauszuarbeiten, waren ihr der Druck und die Nervosität vor dem Flutlichtwettbewerb am Dienstagabend doch anzumerken. In Cortina d'Ampezzo hatte sie mit Platz 25 die schlechteste Platzierung seit knapp drei Jahren eingefahren, dann Platz 15 in Scuol. "Da kommen doch Zweifel", gab sie zu, "du machst dir Gedanken." Ein Finaleinzug wie nun in Bad Gastein war also überfällig aus Sicht der zweimaligen Gesamt-Weltcupsiegerin; der erhoffte Befreiungsschlag, der sie wieder breit grinsen ließ. "Heute sind mir wirklich mehrere Steine vom Herzen gefallen", sagte sie. "Die letzten Rennen waren echt schwierig für mich, ich war richtig enttäuscht und konnte meine Leistung nicht abrufen." Die Platzierung am Ende sei ihr "ganz egal" gewesen, "Hauptsache Podium". Auch egal, dass ihr das Ausrufezeichen nur in einer nichtolympischen Disziplin gelang. "Mental hat das richtig viel gebracht", wusste auch Headcoach Paul Marks. Ein Fahrfehler kurz nach dem Start gegen die Österreicherin Daniela Ulbing verhinderte schließlich Hofmeisters ersten Saisonsieg.

Stefan Baumeister enttäuscht, Trainer Marks sieht es gelassen

Freuen durfte sich auch Yannik Angenend (FC Lengdorf, Landkreis Erding), der unter Flutlicht das Achtelfinale erreichte und damit als Gesamt-16. den zweiten Teil der nationalen Olympianorm einfuhr. Zuvor war der 21-Jährige im Dezember im italienischen Carezza Zehnter geworden. Carolin Langenhorst wurde Sechste, Melanie Hochreiter Elfte (beide Bischofswiesen). Bei den Männern enttäuschte Stefan Baumeister (SC Aising-Pang) mit Rang 15, was Coach Marks gelassen sah: "Es war eine heftige Woche für Stefan." Zwei Tage zuvor war er im Finale beim Parallel-Riesenslalom im Schweizer Scuol knapp an seinem zweiten Saisonsieg vorbeigeschrammt. Langenhorst, Hochreiter und Baumeister hatten das Ticket für die Winterspiele (4. bis 20. Februar) ohnehin bereits sicher.

Am Mittwoch beim Mixed-Team-Wettbewerb wurde Yannik Angenend geschont, er hatte sich tags zuvor nach einem Sturz an den Rücken gefasst, sich offenbar aber nichts Ernstes zugezogen, wie der Bundestrainer versicherte. Ramona Hofmeister musste nicht geschont werden - und fuhr mit Elias Huber (SC Schellenberg) als Dritte erneut aufs Podium. Endlich...

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