Süddeutsche Zeitung

Niederlage gegen Schweden:Deutsche Eishockey-Frauen vor dem Aus

Nach einer weiteren Niederlage gegen Schweden hat Deutschland nur noch theoretische Chancen auf das Viertelfinale. Die deutschen Curler verlieren in der Vorrunde knapp gegen Großbritannien. Langläuferin Denise Herrmann erreicht im Sprint das Halbfinale - Tim Tscharnke scheidet im Viertelfinale aus.

Eishockey, Vorrunde: Deutschlands Eishockey-Frauen müssen den Einzug ins olympische Viertelfinale abhaken. Das Team von Bundestrainer Peter Kathan verlor am Dienstag in Sotschi auch das zweite Vorrundenspiel und hatte vor dem anschließenden anderen Match der Gruppe B nur noch theoretische Chancen auf die K.o.-Runde. Gegen Schweden unterlagen die Deutschen mit 0:4 (0:1, 0:0, 0:3) und bleiben punktlos. Nur eine überraschende Pleite der Russinnen am Abend gegen Japan würde die Mini-Chance auf das Viertelfinale noch erhalten. Emma Nordin nach 60 Sekunden, Cecilia Ostberg (48.), Johanna Olofsson (51.) und Pernilla Winberg (52.) erzielten die Tore für Schweden.

Curling, Vorrunde: Die deutschen Curler sind bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi auch in ihrem zweiten Vorrundenspiel knapp an einer Überraschschung vorbeigeschrammt. Einen Tag nach dem 8:11 gegen den Goldfavoriten und Rekordweltmeister Kanada musste sich das Hamburger Team um Skip John Jahr in einem Krimi gegen den Medaillenkandidaten Großbritannien 6:7 geschlagen geben. Die Auswahl des Deutschen Curling Verbandes (DCV) zeigte im Ice Cube Center erneut einen guten Start und führte nach vier Ends mit 3:1. Im letzten End beim Stand von 6:6 hatte das Jahr-Team die bessere Ausgangssituation, Vize-Skip Felix Schulze verspielte aber mit den letzten beiden Steinen den Vorteil. Statt beim vorletzten Versuch den Stein der Briten aus dem Zentrum des Hauses zu befördern, touchierte er den Schutzstein vor dem Haus und verfehlte sein Ziel. Auch mit dem Schlussstein der Partie scheiterte der 33-Jährige.

Langlauf, Sprint: Denise Herrmann hat Halbfinale im Freistil-Sprint der Langläuferinnen erreicht. Die Weltcup-Führende aus Oberwiesenthal gewann am Dienstag den fünften Viertelfinal-Lauf souverän vor Vancouver-Siegerin Marit Björgen aus Norwegen und erhielt sich damit ihre Medaillen-Chance. Hanna Kolb schied dagegen im Viertelfinale in Krasnaja Poljana aus. Die 22-Jährige aus Buchenberg belegte in dem von der Norwegerin Maiken Caspersen Falla gewonnenen ersten Viertelfinal-Lauf nur den sechsten Platz.

Bei den Männern hat Tim Tscharnke als einziger deutscher Langläufer das Viertelfinale im Freistil-Sprint erreicht. Den Einzug ins Halbfinale verpasste er jedoch. Der Teamsprint-Olympiazweite von 2010 kam in seinem Viertelfinal-Lauf nur auf den vierten Platz. Tscharnke hatte in der Qualifikation Platz 27 belegt und damit als einziger Deutscher den Sprung in die K.o.-Rennen geschafft. Medaillen-Hoffnung Josef Wenzl (Zwiesel) war überraschend bereits in der Qualifikation gescheitert. Der Weltcup-Führende kam auf Platz 31 und verpasste den Sprung in die K.o.-Rennen um 12 Hundertstel. Thomas Bing (Dermbach/32.) und Sebastian Eisenlauer (Sonthofen/35.) waren ebenfalls früh ausgeschieden.

Slopestyle, Finale: Medaillenhoffnung Lisa Zimmermann hat die Slopestyle-Finalläufe im olympischen Ski-Freestyle überraschend verpasst. Die 17-Jährige aus Bad Aibiling kam nach den beiden Qualifikations-Läufen nicht unter die ersten Zwölf, die das Ticket für den Kampf um die Medaillen lösten. 67,20 Punkte aus ihrem besseren, aber nicht fehlerlosen zweiten Lauf waren nach einem Sturz im ersten Durchgang nicht gut genug. Bereits im ersten Durchgang war die Weltcupführende in dieser Disziplin im Rosa Chutor Extreme Park sehr hohes Risiko eingegangen und hatte dies mit einem Sturz am zweiten Kicker bezahlt: 20 Punkte waren die magere Ausbeute. Im zweiten Durchgang blieb Zimmermann bei ihrem hohen Schwierigkeitsgrad, erhielt aber nach mehreren unsauberen Landungen Abzüge. Im Finale siegte dann die Kanadierin Dara Howell. Die 19 Jahre alte WM-Zweite landete mit 94,20 Punkten überlegen vor Devin Logan aus den USA. Bronze sicherte sich Howells Teamkollegin Kim Lamarre.

Biathlon, Einzelrennen: Die deutschen Biathleten werden das Einzelrennen am Donnerstag ohne Christoph Stephan und voraussichtlich auch ohne Arnd Peiffer bestreiten. Über die 20 Kilometer sollen die schon zuvor gesetzten Andreas Birnbacher und Daniel Böhm sowie Erik Lesser laufen. Lesser wurde nominiert, da er die Punkte aus dem Einzel benötigt, um noch im Massenstart dabei zu sein. Die Entscheidung über den vierten Platz fällt zwischen den für das Rennen der besten 30 bereits qualifizierten Simon Schempp und Peiffer. Angesichts der schwierigen Strecke tendiert Bundestrainer Mark Kirchner zu dem gewichtsmäßig leichteren Schempp.

Super-Kombination, Training: Ski-Rennläufer Bode Miller hat sich von seiner enttäuschenden Olympia-Abfahrt offenbar schnell erholt. Der 36 Jahre alte Amerikaner fuhr am Dienstag zwei Tage nach seinem schwachen achten Platz zum Auftakt der Winterspiele in Sotschi beim ersten Abfahrtstraining für die Super-Kombination am Freitag Bestzeit. Miller, 2010 in Whistler Olympiasieger in der Kombi, absolvierte die Strecke am "Rosa Peak" bei wegen der warmen Temperaturen schwierigen Verhältnissen in 1:56,42 Minuten. Der Norweger Aleksander Aamodt Kilde war als Zweiter bereits 0,66 Sekunden langsamer. Allerdings hatten einige Kandidaten für eine Medaille wegen der Bedingungen auf die Testfahrt verzichtet.

Eisschnelllauf, 500 Meter: Michel Mulder hat die erste Eisschnelllauf-Goldmedaille über 500 Meter in der Olympiahistorie für die Niederlande gewonnen. Der 27-Jährige setzte sich in der Adler Arena in Sotschi den beiden Läufen mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung vor seinem Landsmann Jan Smeekens durch. Als Dritter komplettierte Michels Zwillingsbruder Ronald das niederländische Podest. Bereits über 5000 Meter hatten am Samstag drei Niederländer auf dem Treppchen gestanden. Nico Ihle aus Chemnitz kam auf den achten Rang und sorgte damit für die beste deutsche Platzierung im Kurzsprint seit dem Olympiasieg von Uwe-Jens Mey 1992 in Albertville. 34. wurde der Berliner Samuel Scharz.

Ski-Freestyle, Buckelpiste: Topfavorit Alex Bilodeau aus Kanada hat bei den Winterspielen von Sotschi seinen zweiten Olympiasieg auf der Buckelpiste eingefahren. Vier Jahre nach dem Triumph von Vancouver zeigte der 26 Jahre alte Ski-Freestyler am Montagabend mit 87,70 Prozentpunkten die überragende Leistung mit zwei starken Sprüngen. Weltmeister Mikael Kingsbury machte zwei Tage nach Justine und Chloe Dufour-Lapointe den zweiten Buckelpisten-Doppelsieg Kanadas im Extreme Park perfekt, lag aber fünf Prozentpunkte hinter Bilodeau. Bronze holte der Russe Alexander Smyschljajew.

Rodeln, Natalie Geisenberger: Rodel-Weltmeisterin Natalie Geisenberger liegt zur Halbzeit ihres Olympia-Rennens bei den Winterspielen in Sotschi klar auf Gold-Kurs. Einen Tag nach dem Triumph von Felix Loch legte die 26-Jährige am Montagabend zwei starke Fahrten im Eiskanal von Krasnaja Poljana hin. Nach zwei von vier Läufen beträgt ihr Vorsprung auf die zweitplatzierte Tatjana Hüfner mehr als sieben Zehntelsekunden. Die Vancouver-Olympiasiegerin Hüfner darf auf ihre dritte Medaille bei Winterspielen hoffen. Die Amerikanerin Erin Hamlin ist Dritte, Anke Wischnewski liegt auf dem achten Rang.

Shorttrack, Charles Hamelin: Der Kanadier Charles Hamelin hat das erste Shorttrack Gold bei den Winterspielen in Sotschi gewonnen. Der 29 Jahre alte Doppel-Olympiasieger von Vancouver 2010 setzte sich im Finale über 1500 m in 2:14,985 Minuten vor dem Chinesen Han Tianyu (2:15,055) und dem Russen Wiktor Ahn (2:15,062) durch. Hamelin war vor vier Jahren in seiner Heimat über 500 und in der Staffel erfolgreich. Der Dresdner Robert Seifert war im ersten Vorlauf in Sotschi ausgeschieden.

US-Frauen schon im Eishockey-Halbfinale

Eishockey, Halbfinale: Die Turnierfavoriten Kanada und USA haben vorzeitig das Halbfinale des olympischen Fraueneishockey-Turniers erreicht. Weltmeister USA gewann am zweiten Spieltag gegen die Schweiz in der Schayba Arena von Sotschi 9:0. Anschließend verbuchte Olympiasieger Kanada mit einem 3:0 gegen Finnland ebenfalls den zweiten Turniersieg und damit das Ticket für die Vorschlussrunde. Im abschließenden Vorrundenspiel am Mittwoch (13.30/16.30 Uhr MEZ/OZ) spielen die beiden Widersacher im Kampf um die Goldmedaille um den Gruppensieg.

Rodeln, Training: Die Rodel-Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) haben bei den Olympischen Winterspielen auch den zweiten Trainingstag dominiert. Die Weltmeister fuhren in den Trainingsläufen drei und vier erneut die Bestzeiten heraus und gehen als absolute Goldfavoriten in den Wettkampf am Mittwoch. Das zweite deutsche Duo Toni Eggert/Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl) hat dagegen noch immer leichte Probleme mit der Bahn im Sanki Sliding Center. Die WM-Zweiten mussten sich mit den Plätzen drei und zwölf zufrieden geben.

Snowboard, Halfpipe: Nach Beschwerden mehrerer Snowboarder wird die olympische Halfpipe entschärft. Das Training am Montag wurde wegen der Arbeiten um mehrere Stunden verschoben. "Die Halfpipe ist noch nicht im optimalen Zustand. Aber ich denke, für morgen sollte es passen", sagte der deutsche Johannes Höpfl vor der Entscheidung am Dienstag. Auch Bundestrainer David Selbach unterstützte die Kritik der Athleten. Auch der zweimalige Olympiasieger Shaun White oder sein amerikanischer Teamkollege Danny Davis hatten sich beklagt, dass die Pipe an den Seiten zu steil sei und es damit zu flachen, harten Landungen käme. Dass Arbeiten an der Piste vorgenommen werden, ist ähnlich wie beim Slopestyle in den Tricksportarten üblich.

Curling, Vorrunde: Deutschlands Curler haben bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi eine Auftaktüberraschung gegen Kanada nur knapp verpasst. Das Hamburger Team um Skip John Jahr musste sich dem Goldmedaillengewinner von Vancouver am Montag 8:11 geschlagen geben. "Wir waren hier immer auf Tuchfühlung, und die Kanadier sind vielleicht das beste Team der Welt", sagte Jahr. Im "Ice Cube" lagen die Deutschen nach dem dritten End sogar mit 4:2 in Führung, ehe sich einige kleine Fehler einschlichen. Im achten und neunten End kamen die Außenseiter nochmals heran, doch mit dem letzten Stein rettete der Favorit um Skip Brad Jacobs den Sieg.

Nordische Kombination, Springen: Frühlingstemperaturen in der Olympia-Region haben am Montag zur Verschiebung des Sprungtrainings der Nordischen Kombinierer geführt. Wegen zu weichen Schnees im Landebereich der Normalschanze musste der erste von drei Versuchen abgesagt werden. "Die Schanze war nicht ausreichend präpariert. Wir haben uns daher aus Sicherheitsgründen zur Absage entschieden", sagte der russische Wettkampf-Manager Nikolai Petrow. Die übrigen beiden Durchgänge sollten zu einem späteren Zeitpunkt gestartet werden. Die deutschen Kombinierer um Gold-Favorit Eric Frenzel waren davon nicht betroffen. Sie hatten auf das Schanzentraining verzichtet.

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