SkispringenNur Raimund trifft den Absprung

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Wieder Drittter: Philipp Raimund überflügelt in Klingenthal erneut die DSV-Kollegen.
Wieder Drittter: Philipp Raimund überflügelt in Klingenthal erneut die DSV-Kollegen. (Foto: Hendrik Schmidt/dpa)

Skispringer Philipp Raimund überzeugt beim Heim-Weltcup in Klingenthal als Drittplatzierter erneut. Die anderen DSV-Adler stecken in der Krise – Andreas Wellinger pausiert sogar bei der Generalprobe für die Vierschanzentournee.

Philipp Raimund hat beim Weltcup in Klingenthal seinen vierten Podestplatz des Olympiawinters erreicht. Der 25-jährige Skispringer musste sich nach Sprüngen auf 134 und 131 Meter nur Domen Prevc aus Slowenien und dem Österreicher Stefan Kraft geschlagen geben. Raimund hatte zuvor im polnischen Wisla die Ränge zwei und drei belegt, in Falun in Schweden ebenfalls den dritten Platz. In Klingenthal war er der Beste der Qualifikation.

Sein Kollege Andreas Wellinger musste hingegen eine weitere Enttäuschung verkraften und kündigte gut zwei Wochen vor der Vierschanzentournee eine Wettkampfpause an. In Klingenthal schaffte es der 30-Jährige nicht in den zweiten Durchgang, weil er im ersten Springen nur Vierzigster war. Der Olympiasieger von 2018  will nun auf die Tournee-Generalprobe am kommenden Wochenende in Engelberg verzichten. „Nächste Woche werde ich definitiv nicht mitfahren“, sagte Wellinger im Sender ARD.

Bundestrainer Stefan Horngacher will versuchen, ihn „wieder aufzupäppeln“, wie er sagte: „Wir werden definitiv eine Trainingseinheit einlegen zu Hause beziehungsweise auf ein paar anderen Schanzen.“ Skispringen habe sehr viel mit Gefühl zu tun, das gute Gefühl in der Luft fehle Wellinger momentan: „Das wird eine Zeit dauern, das geht nicht so schnell, da braucht man Geduld“, sagte der Bundestrainer. Bis auf einen siebten Rang im finnischen Ruka fliegt Wellinger in dieser Saison der Konkurrenz hinterher. „Meine springerische Leistung ist einfach schlecht im Moment. Ich kriege es nicht umgesetzt, dass ich Konstanz reinbringe“, sagte er und beschriebt seine Probleme folgendermaßen: „Es sind so abgehackte Bewegungen. Wenn man sich das vorstellt, man fährt mit dem Auto nicht mit einem Schwung um die Kurve, sondern mit vier, fünf Ecken. Genau so fühlt sich das Springen momentan an.“

Auch die DSV-Springerinnen landen zu früh

Abseits von Raimund läuft es bei den Springern auch zwei Wochen vor der Vierschanzentournee holprig. Felix Hoffmann, diesmal Rang 29, gehört immerhin zur erweiterten Weltspitze. Das gilt für Olympiasieger Wellinger und Pius Paschke derzeit nicht. Beide hatten mit dem Ausgang des Heimspiels in Klingenthal nichts zu tun.Aktuell gar nicht mehr zum Weltcupteam gehört Weltmeister Karl Geiger, der in Wisla zuletzt chancenlos geblieben war und von Luca Roth ersetzt wurde.

Andreas Wellinger legt nach der nächsten Enttäuschung in Klingenthal kurz vor der Vierschanzentournee eine Pause ein.
Andreas Wellinger legt nach der nächsten Enttäuschung in Klingenthal kurz vor der Vierschanzentournee eine Pause ein. (Foto: Memmler/Eibner/Imago)

Auch die deutschen Skispringerinnen landeten hinter den Erwartungen. Beim abschließenden Springen in Klingenthal gelang der WM-Zweiten Selina Freitag zwar mit Platz vier das beste Saisonergebnis vor Agnes Reisch, die Fünfte wurde. Die Besten um Siegerin Nika Prevc sind aber weiter ein Stück entfernt. Nach zwei guten Sprüngen auf 126,0 und 131,0 Meter (267,5 Punkte) fehlten der 24-jährigen Freitag letztlich rund drei Meter auf die drittplatzierte Norwegerin Anna Odine Ström (272,4). Reisch (265,8) lag knapp hinter ihr. Die siebenmalige Weltmeisterin Katharina Schmid fiel nach schwachem zweiten Durchgang noch von Rang sieben auf 13 zurück.

Weit vor dem Rest des Feldes liegen derzeit die beiden bestimmenden Springerinnen: Sloweniens Weltmeisterin Prevc, die auf  135 und 138 Meter kam, sicherte sich ihren 25. Karrieresieg vor Weltcup-Spitzenreiterin Nozomi Mauryama. Die Japanerin hatte am Freitag im ersten Springen ihren vierten Saisonerfolg gefeiert.

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SZ PlusVon Sebastian Winter

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