Bei den Olympischen Winterspielen springen die Athleten von zwei verschiedenen Schanzen. Die große heißt Großschanze, die kleine nicht etwa Kleinschanze, sondern Normalschanze. Auf ihr liegt die durchschnittliche Sprungweite zwischen 85 und 109 Metern. Die Großschanze startet bei 110 Metern. Im Jugendbereich kommen noch die kleine Schanze (20 bis 49 Meter) und die mittlere Schanze (50 bis 84 Meter) zum Einsatz. Außerhalb dieser Einteilung rangieren die Skiflugschanzen, wo Weiten über 250 Meter möglich sind. Aber wie normal ist die Normalschanze? Im Weltcup der Männer ist sie, seit der Einführung der V-Technik – dem Ausbreiten der Skier nach dem Absprung im nach vorn öffnenden V – nicht mehr der Standard. Die Normalschanzen kommen im Frauen-Weltcup zum Einsatz und traditionell bei Großereignissen wie Olympia vor den Wettbewerben auf der Großschanze. Wegen der kürzeren Flugzeit ist im Vergleich zur Großschanze bei der Normalschanze der Absprung wichtiger. Außerdem spielen die Haltungsnoten für Flugphase und Landung eine größere Rolle, weil weniger Punkte über die Sprungweite zu gewinnen sind. Deshalb gilt: im Zweifel etwas kürzer springen, dafür technisch einwandfrei landen.
Aktuelles LexikonWas ist die Normalschanze?

Olympiasieger von der Normalschanze: Goldmedaillengewinner Philipp Raimund (Zweiter von links) steht mit den Zweit- und Drittplatzierten vor den Schanzen von Predazzo.
Javier Soriano/AFPAuf ihr liegt die durchschnittliche Sprungweite zwischen 85 und 109 Metern. Der Standard im Weltcup der Männer ist aber inzwischen ein anderer.
Von Mads Poschardt
