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Skispringen:Leyhe siegt in Willingen

Skispringen Weltcup Willingen

Skispringer Stephan Leyhe.

(Foto: dpa)

Der Skispringer feiert damit den ersten Einzelweltcupsieg seiner Karriere. Nach dem Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen im Eiskunstlauf kündigt Frankreichs Eissport-Verbandschef seinen Rücktritt an.

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Skispringen, Willingen: Stephan Leyhe hat beim Heim-Weltcup in Willingen den ersten Einzelweltcupsieg seiner Karriere gefeiert. Der 28 Jahre alte Lokalmatador sprang am Samstag 139,5 und 144,5 Meter weit und setzte sich damit vor dem Norweger Marius Lindvik und Kamil Stoch aus Polen durch. Leyhe liegt damit auch bei der mit 25 000 Euro dotierten Willingen-Five-Wertung in Führung. Karl Geiger landete als zweitbester Deutscher auf dem fünften Platz. Constantin Schmid als 21., Pius Paschke auf Rang 24. und Markus Eisenbichler, der 26. wurde, holten ebenfalls noch Weltcup-Punkte. Richard Freitag schied nach dem ersten Durchgang aus.

Eiskunstlauf: Frankreichs Eissportverband-Präsident hat nach dem Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen im Eiskunstlauf seinen Rücktritt angekündigt. Er habe die vernünftige Entscheidung getroffen, mit Würde von seinem Posten als Verbandspräsident zurückzutreten, sagte Didier Gailhaguet am Samstag bei einer Pressekonferenz in Paris. Er halte seinen Kopf hoch, auch angesichts der Ungerechtigkeit. Maryvonne del Torchio werde als Interimspräsidentin eingesetzt, so Gailhaguet.

Der 66-Jährige prangerte eine "ministerielle Diktatur" an. Es sei ihm damit gedroht worden, seine Zulassung zu entziehen, so Gailhaguet. Sportministerin Roxana Maracineanu hatte bereits zu Beginn der Woche den Rücktritt Gailhaguets gefordert. Dieser wehrte sich und erklärte, er habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Vorwürfe, er habe Fälle des Missbrauchs vertuscht, wies er zurück.

Die schweren Missbrauchsvorwürfe der ehemaligen französischen Eiskunstläuferin Sarah Abitbol gegen ihren Ex-Trainer hatten ein Beben in der französischen Sportwelt ausgelöst. Die heute 44-Jährige wirft ihrem ehemaligen Coach vor, sie Anfang der 1990er-Jahre als Jugendliche mehrfach vergewaltigt zu haben. Im Zuge dessen wurden auch Missbrauchsvorwürfe von anderen Eiskunstläuferinnen bekannt - auch Fälle aus anderen Sportarten wie Schwimmen wurden öffentlich.

Es entbrannte eine Debatte darüber, ob die Vorwürfe von Vereinen vertuscht worden seien. Mittlerweile hat sich auch die Justiz in den Fall eingeschaltet. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete Vorermittlungen im Fall Abitbol ein. Untersucht werden demnach Vorwürfe der Vergewaltigung und sexueller Übergriffe auf Minderjährige. Mit den Vorermittlungen sollten auch weitere mögliche Opfer identifiziert werden.

Ski alpin, Chamonix: Skirennläufer Linus Straßer ist beim Weltcup-Slalom im französischen Chamonix nach einem Fahrfehler zum zweiten Mal in diesem Winter ohne Punkte geblieben. Der Münchner, der als Zehnter nach dem ersten Durchgang Chancen auf eine Top-Platzierung hatte, fädelte im Finale nach wenigen Sekunden ein. Anton Tremmel (Rottach-Egern) erzielte hingegen mit Rang 16 sein bestes Weltcupresultat.

"Es ging um Zentimeter", sagte Straßer in der ARD: "Ich bin saugut reingekommen, hatte ein stabiles und schnelles Gefühl. Es ist bitter, wenn es wegen eines Einfädlers rausgeht." Am Sonntag im Parallel-Slalom (09:30/13:15 Uhr) unternimmt Straßer einen weiteren Anlauf.

Der Sieg ging an den französischen Lokalmatador Clement Noel vor dem Norweger Timon Haugan und Adrian Pertl aus Österreich. Der Schweizer Daniel Yule, Spitzenreiter nach dem ersten Durchgang, schied ebenso aus wie Henrik Kristoffersen. Aufgrund der Nullnummer der beiden besten Slalomfahrer des Winters verteidigte der Norweger Kristoffersen die Führung im Disziplinweltcup erfolgreich. Auch David Ketterer (Schwenningen) schied im zweiten Lauf aus. Der frühere WM-Zweite Fritz Dopfer (Garmisch/3,32) hatte das Finale der besten 30 klar verpasst.

© SZ.de/dpa/sid/chge
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