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Skisport:"Ich will nur noch in Diktaturen gehen und mich nicht mit Umweltschützern herumstreiten"

Alpine Skiing - FIS Alpine World Ski Championships - Opening ceremony

"Will nicht mit Umweltschützern herumstreiten": Gianfranco Kasper

(Foto: Leonhard Foeger/Reuters)

Ski-Präsident Gian Franco Kasper äußert sich fragwürdig über Olympische Winterspiele in Diktaturen. Die Kritik nach seinen Vorschlägen über Austragungsorte ist groß.

Die fragwürdigen Aussagen von Fis-Präsident Gian Franco Kasper zu Olympischen Winterspielen in Diktaturen haben für großes Unverständnis gesorgt. Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) distanzierte sich. "Das ist die persönliche Meinung von Gian Franco Kasper, die vom IOC nicht geteilt wird", sagte ein IOC-Sprecher auf Anfrage.

Kasper hatte in einem Interview mit dem Schweizer Tages-Anzeiger und der Basler Zeitung am Rande der alpinen Ski-Weltmeisterschaft in Are über sportliche Großereignisse gesagt: "Es ist nun einmal so, dass es für uns in Diktaturen einfacher ist. Vom Geschäftlichen her sage ich: Ich will nur noch in Diktaturen gehen, ich will mich nicht mit Umweltschützern herumstreiten." Diktaturen könnten "solche Veranstaltungen mit links durchführen, die müssen nicht das Volk befragen", sagte der 75 Jahre alte Kasper: "Es geht um den Sport. Wo er stattfindet, ist in gewisser Weise sekundär." Das IOC widersprach dem und wies darauf hin, dass die Winterspiele 2018 in Pyeongchang stattfanden und für 2026 Mailand und Stockholm zur Auswahl stehen. Auch Kaspers Zweifel an der globalen Erderwärmung ("Wir haben Schnee, zum Teil sehr viel") wollte das IOC nicht unkommentiert lassen. Die Nachhaltigkeit und der Klima-Wandel seien zentrale Punkte der Arbeit im IOC, betonte der Sprecher.

Auch deutsche Sportfunktionäre ärgerten sich über Kaspers Aussagen. "Mich hat mehr als nur erstaunt, was ich da gelesen habe. So funktioniert die Welt nicht, die Sportwelt schon mal gar nicht. Wir müssen andere Wege finden, als die Demokratie auszuschließen", sagte Franz Reindl, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Thomas Schwab, Vorstandsvorsitzender des deutschen Bob- und Schlittenverbandes (BSD) kritisierte ebenfalls den Skiverbands-Chef: "Als Sportfunktionär kann er so etwas nicht sagen, denn dann macht er den Sport eher kaputt", sagte Schwab, "Olympia sollte man zeitgemäß veranstalten und nicht irgendwo aus dem Boden stampfen." Schwab forderte eine noch konsequentere Abkehr vom Gigantismus: "Wir müssen den olympischen Gedanken neu durchspielen und die Konzepte anpassen. Das ist überfällig."

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