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Skilanglauf:Nur Norweger auf dem Podest

Bei der Tour de Ski zementieren Sundby, Northug, Johaug, Oestberg und Co. ihre Vormachtstellung.

Die Tour de Ski hat an ihrem Auftaktwochenende in Lenzerheide/Schweiz die derzeitigen Machtverhältnisse im Langlauf weitgehend zementiert: Martin Johnsrud Sundby nimmt bereits nach den ersten drei Etappen Kurs auf den Gesamtsieg, bei den Frauen musste Therese Johaug vorläufig ihrer Landsfrau Ingvild Flugstad Oestberg den Vortritt lassen. Ausnahmslos alle Podestplätze gingen am Wochenende an norwegische Athleten.

"Ich bin nur noch als Tourist unterwegs", sagt Petter Northug - immerhin der Zweitplatzierte

Was der ohnehin als Favorit gehandelte Vorjahressieger Sundby seit Neujahr in Lenzerheide zelebriert, verschlug dabei allen die Sprache. Der 31-Jährige setzte nicht nur seine beeindruckende Siegesserie seit Saisonbeginn mit Tageserfolgen auf den beiden Distanzetappen fort, er war auch im Sprint am Freitag so gut wie nie zuvor gewesen. 1:30 Minuten Vorsprung auf seinen zweitplatzierten Landsmann Petter Northug sind schon mächtig. Northug jedenfalls hat den Sieg abgeschrieben: "Ab sofort bin ich nur noch als Tourist unterwegs", sagte er.

Führender Mann: An Vorjahressieger Martin Johnsrud Sundby führt derzeit kein Weg vorbei.

(Foto: Gian Ehrenzeller/AP)

Bei den Frauen gab es am Sonntag hingegen einen beinahe schon sensationell anmutenden Wechsel an der Spitze. Die hochgehandelte Therese Johaug musste ihre erste Saisonniederlage auf einer Distanzstrecke einstecken und das rote Trikot der Gesamtführenden an ihre bis dahin eher als Sprinterin bekannte Teamkollegin Ingvild Flugstad Oestberg weiterreichen.

Dass die deutschen Läufer im Kampf um Podestplatzierungen im Gesamtklassement chancenlos sein werden, war klar. Trotzdem hatte man zumindest von den Frauen Platzierungen unter den ersten Zehn erwartet. Doch das ging vor allem beim Massenstart am Samstag gründlich daneben. Steffi Böhler auf Platz 18 war da noch die beste Teilnehmerin des Deutschen Skiverbandes (DSV), mit mehr als drei Minuten Rückstand auf Johaug. Frauen-Bundestrainer Torstein Drivenes wirkte ratlos und enttäuscht.

Das änderte sich im Verfolgungs-Wettkampf ein wenig. Vor allem die Zeitrückstände wurden nicht größer. Böhler verbesserte sich auf Platz 18, Nicole Fessel auf 20. "Wir haben eine sehr gute Vorbereitung absolviert. Ich bin sicher, dass die Mädchen sich von Tag zu Tag verbessern. Die Tour ist noch lang und der Weg bis zur Alpe Cermis noch weit", sagte Drivenes. Bis Platz zehn in der Gesamtwertung gibt es durchaus noch Möglichkeiten.

"Wir hatten einen Durchhänger, haben uns aber rehabilitiert", resümiert Andreas Schlütter

Führende Frau: Ingvild Flugstad Oestberg drängt es an die Spitze der Tour-Wertung.

(Foto: Fabrice Coffrini/AFP)

Bei den Männern überzeugte einer, der ursprünglich eigentlich gar nicht zur Mannschaft gehörte: Andreas Katz. Der Baiersbronner, der erst nach Saisonbeginn über Umwege in den Weltcup kam, wurde im Massenstart 17. und im Verfolger am Sonntag 19. Dabei hatte er noch Pech: Am Samstag wurde er vom stürzenden Teamkollegen Jonas Dobler mit in den Schnee gerissen, tags darauf brach durch einen Fehltritt des Franzosen Maurice Manificat am schwersten Anstieg in der letzten Runde sein Stock. Beide Male kam Katz aus dem Rhythmus und verlor Zeit sowie Plätze. "Ich hatte abartig gute Ski, umso trauriger ist dann, wenn man nicht das erreicht, was möglich gewesen wäre", sagte Katz.

"Wir hatten im Massenstart einen Durchhänger, haben uns aber rehabilitiert", bilanzierte Andreas Schlütter, der Sportliche Leiter des DSV-Teams. Er versprach: "Wir werden bei unserem Heimrennen neu angreifen." Am Montag reist der Tour-Tross nach Oberstdorf, wo nach einem Ruhetag am Dienstag und Mittwoch dann ein Sprint und ein Massenstart ausgetragen werden.