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Slalom bei der Ski-WM:Er würde massiv fehlen

Worauf sich alle in Are einigen konnten: dass Neureuther dem Team massiv fehlen würde, sollte er bald tatsächlich aufhören. "Ein Sportler wie Felix ist schon für alle etwas Besonderes", hatte Maier unter der Woche gesagt. Da sind zum einen die Erfolge, drei WM-Medaillen im Slalom, 13 Weltcup-Siege, mehr als 50 Podiumsbesuche.

Zum anderen sprach Neureuther stets auch viele Zuschauer an, die sich nicht fürs Skifahren interessieren, zum Beispiel, wenn er der schwedischen Prinzessin hinterhertelefonieren wollte oder Sportfunktionäre kritisierte. Neureuther, sagte Maier, war auch "ein Schutzschild über Jahre hinweg für viele andere, die ohne ihn wahrscheinlich nie so eine unberührte Entwicklung hätten nehmen können". Allerdings hatten sie im DSV in den vergangenen Jahren auch immer mal anklingen lassen, dass ihr bestes Rennpferd mit etwas mehr Trainingseifer durchaus noch ein paar sportliche Erfolge mehr hätte erreichen können. Ähnliches gelte auch für diesen Winter, das ließ sich in Are immer mal wieder vernehmen.

Sollte Neureuther demnächst tatsächlich abtreten, steht es um seine Nachfolge nicht gerade rosig, zumindest im Lager der Techniker. WM-Debütant Anton Tremmel war am Sonntag als 25. bester DSV-Athlet, Dominik Stehle schied nach couragierter Fahrt aus - aber insgesamt, sagte Maier, gehe er "mit einem wesentlich besseren Gefühl" aus der WM als noch vor zwei Jahren.

Das deutsche Team war ersatzgeschwächt nach Are gereist, ohne Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen und Andreas Sander. Und Stefan Luitz erlitt nach seinem turbulentem Winter im Riesenslalom am Freitag auch noch einen Innenbandriss - Saison vorbei. Dafür beschaffte ihnen Viktoria Rebensburg zumindest eine Silbermedaille, das war das Minimalziel gewesen, und viele Nachwuchskräfte präsentierten sich ansprechend - von Alexander Schmid, der Achter im Riesenslalom wurde, bis hin zu Kira Weidle, 13. in der Abfahrt.

Bleibt nur die Frage, wie lange diese Entwicklung noch mit dem großen Schutzschild vonstatten geht.

Wintersport "Grundsätzlich sehr happy über die Silbermedaille"

Viktoria Rebensburg

"Grundsätzlich sehr happy über die Silbermedaille"

Viktoria Rebensburg holt die erste Medaille für das deutsche Team bei der WM - im zweiten Durchgang des Riesenslaloms muss sie nur die Slowakin Petra Vlhova davonziehen lassen.   Von Johannes Knuth