Wenn man die Skirennfahrerin Lena Dürr richtig verstand, fühlte sich der Moment, der sich als einer der schönsten ihrer Karriere entpuppen würde, zunächst einmal wie einer der schlimmsten an. Dürr hatte am Samstag nach ihrem zweiten Slalomlauf bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Méribel die Ziellinie passiert, ihren Vorsprung knapp verteidigt, zwei Hundertstelsekunden vor der Norwegerin Mina Fürst Holtmann. Aber oben standen noch drei Fahrerinnen, die drei Schnellsten des ersten Laufs, die Dürrs Zeit bestimmt überbieten würden. Und so legte die Deutsche erst mal ihren Kopf in den Nacken, ließ einen kurzen Fluch los, in dem sich all das zu bündeln schien: der Ärger über ihre Fahrt, und diese Vorahnung - das reicht nicht.
Lena Dürr bei der Ski-WM"Manchmal ist der liebe Gott doch ein deutscher Skifahrer"
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Freude in Frankreich: Lena Dürr jubelt über die Bronzemedaille.
Michael Kappeler/dpaLena Dürr gewinnt bei der alpinen Ski-WM Bronze im Slalom - die erste Einzelmedaille ihrer Karriere. Es ist die Geschichte einer Hochgelobten, die viel verlieren musste, um zu gewinnen.
Von Johannes Knuth, Méribel
