Ski Berthold geht

Schwerer Verlust für die deutschen Alpinen : Nach Felix Neureuther verlässt auch der Cheftrainer den Verband. Nachfolger soll der bisherige Abfahrtstrainer werden.

Von Johannes Knuth

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte Mathias Berthold einen recht einfachen Plan. Seine berufliche Heimat sei zu "1000 Prozent" der Deutsche Skiverband, dort werde er seine Karriere als Nationaltrainer in jedem Fall beenden. Und tatsächlich hat Berthold sein Wort gehalten. Überraschend ist nur, dass der Zeitpunkt des Abschieds schon jetzt gekommen ist.

Am Donnerstag teilte der Cheftrainer der deutschen Alpin-Männer mit, dass er sich "beruflich neu orientieren" wolle. "Ich werde dem Skisport treu bleiben, meine Schwerpunkte aber auf eine persönliche Zusammenarbeit mit einzelnen Athleten verlagern", richtete Berthold aus - offenbar als eine Art Privattrainer. Der 53-Jährige hatte bis 2010 bereits die deutschen Frauen betreut, war 2014, nach vier Jahren in seinem Heimatverband, zum DSV zurückgekehrt. Er sei dem Verband sehr dankbar, so Berthold, "speziell dem Sportvorstand Wolfgang Maier". Der ließ wissen, er bedauere den Abschied und bedanke sich für Bertholds "extrem engagierte und hochprofessionelle Arbeit."

Vier Tage nach Felix Neureuthers Karriereende verliert der DSV also auch eine seiner wichtigsten Führungskräfte. Unter Berthold gewannen die Techniker Silber und Bronze im WM-Slalom 2015 durch Fritz Dopfer und Neureuther, zudem Bronze durch Neureuther 2017. In diesem Winter schaffte Stefan Luitz seinen ersten Weltcupsieg, wenn auch nach heftigem juristischen Hin und Her. Noch beachtlicher der Aufstieg der Schnellfahrer: Vor Bertholds Rückkehr hätte der DSV das bis dahin erfolglose Ressort fast abgewickelt, unter ihm und Disziplintrainer Christian Schwaiger gewann Thomas Dreßen 2018 die Abfahrt in Kitzbühel, Josef Ferstl siegte in diesem Winter im Super-G auf der Streif.

Alpin-Chef Maier sagte am Donnerstagabend auf Anfrage, dass er Schwaiger als Bertholds Nachfolger fest eingeplant habe - solange er, Maier, für den bisherigen Abfahrtstrainer einen adäquaten Ersatz auftreiben könne. Eine finale Lösung werde man Anfang April präsentieren.