Skandalspiel:Fifa reduziert Strafe gegen Türkei

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Die Berufungskommission der FIFA hat die nach dem WM-Qualifikationsspiel im November gegen den Türkischen Fußball-Verband sowie die Profis Emre und Benjamin Huggel verhängten Strafen reduziert.

Die Türkei muss nur drei statt sechs Spiele vor leeren Rängen und auf neutralem Boden bestreiten. Der Türke Emre und der Schweizer Huggel wurden für vier statt sechs Spiele gesperrt. Das teilte die FIFA am Samstag in Berlin mit.

Die Strafen waren wegen der Tumulte und Handgreiflichkeiten zwischen Spielern und Betreuern nach der Partie zwischen der Türkei und der Schweiz (4:2) verhängt worden. Auf dem Platz und in den Kabinengängen des Istanbuler Stadions war es zu Schlägereien gekommen, die die trotz des Sieges nicht für die WM qualifizierten Gastgebern provoziert hatten.

Die FIFA-Berufungskommission begründete die Reduzierung der Strafe mit der Einsicht des Türkischen Fußball-Verbandes, für die Verfehlungen verantwortlich zu sein und der erfolgten öffentlichen Entschuldigung. Sollte es allerdings in den ohne Fans ausgetragenen Partien oder in den folgenden drei Heimspielen zu Ausschreitungen kommen, werde die alte Strafe wieder in Kraft treten.

Huggel bei EM spielberechtigt

Für den bei Eintracht Frankfurt spielenden Schweizer Huggel ist die Strafmilderung besonders erfreulich. Der 29-Jährige hatte durch die Sperre bereits auf seinen WM-Einsatz verzichten müssen. Bei sechs Spielen wäre für ihn aber zudem noch die EM-Teilnahme 2008 in seinem Heimatland in Gefahr gewesen, da die Schweiz bis dahin keine Pflichtspiele mehr absolviert. Durch den Einzug ins WM-Achtelfinale der Eidgenossen ist seine Strafe abgelaufen. Ein WM-Einsatz im Viertelfinale ist aber nicht mehr möglich, da keine Spieler mehr nachnominiert werden können.

Nicht reduziert wurden die Strafen gegen die Profis Özalan Alpay und Sekran Balci, die keinen Einspruch eingelegt hatten und in der EM-Qualifikation sechs bzw. zwei Spiele aussetzen müssen. Bestehen blieben zudem alle ausgesprochenen Geldstrafen zwischen 15 000 und 5000 Schweizer Franken (9600 - 3200 Euro).

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