Sieg im Finale gegen Kohlschreiber Tommy Haas triumphiert in München

Erster Sieg im zehnten Versuch: Im Finale von München lässt Tommy Haas seinem Davis-Cup-Kollegen Philipp Kohlschreiber keine Chance und gewinnt erstmals das Turnier in der bayerischen Landeshauptstadt. Haas gibt sich anschließend hochemotional.

Ganz war er noch nicht am Ziel, da musste Tommy Haas noch einmal lautstark fluchen. Schon zum zweiten Mal versprang ihm ein Ball, dieses mal verkürzte Philipp Kohlschreiber damit zum 2:3 im entscheidenden Tiebreak. Doch der 35-Jährige fand die Konzentration bei seinen ersten Aufschlägen wieder.

Nach einer Stunde und 22 Minuten nutzte er seinen zweiten Matchball zum Sieg - der erste Triumph in zehn Anläufen im Münchner Sandplatzturnier und sein insgesamt 14. ATP-Tour-Turniergewinn. Mit dem 6:3, 7:6 (7:3) gegen den deutschen Konkurrenten krönte der Wahl-Amerikaner seine beeindruckend starke Woche und erfüllte sich einen Traum.

"Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel, ich kann es eigentlich kaum in Worte fassen. Es ist ein unglaubliches, geiles Gefühl", sagte Haas. Im ersten Satz nutzte er die wenigen Unsicherheiten seines Gegners eiskalt aus, wenngleich sich seine Schwester nach dem ersten Durchgang noch sorgen machte: "Tommy ist sehr angespannt, er will das unbedingt gewinnen. Er muss einfach locker werden, und das ist er noch nicht."

Aber auch im zweiten Satz dominierte Haas mit druckvollem Spiel und sicherem Service zunächst das Match. "Ich bin mit dem Ziel hierhergekommen, gutes Tennis zu spielen und vielleicht den Titel zu gewinnen. Dass es geklappt hat, ist unglaublich", so die deutsche Nummer eins. Besonders in Schwächephasen seines Gegners zeigte Haas sein bestes Spiel und hielt den Druck beständig hoch.

Doch Kohlschreiber kam zurück und machte es zum Schluss noch einmal spannend. Allein Haas war schließlich zu stark, der Titelverteidiger aus Augsburg hatte der Routine und den Schlagkombinationen der deutschen Nummer eins kaum etwas entgegenzusetzen. "Tommy hat hervorragend gespielt, fehlerlos fast, ein perfektes Match. Das muss man anerkennen. Ich hab mich eigentlich gut gefühlt, nur die Spritzigkeit war nicht ganz so da, wie ich es mir gewünscht hätte", sagte Kohlschreiber.

Er war im Halbfinale gegen Daniel Brands trotz Rückständen im dritten Satz von 1:4 und 0:40 sowie von 1:4 im Tie-Break des dritten Satzes noch mit 6:7 (4:7), 6:3, 7:6 (7:5) als Sieger vom Platz gegangen. Da war Haas wesentlich souveräner gewesen: 6:4, 6:3 setzte er sich gegen Ivan Dodig aus Kroatien durch.