Aufsteiger Fürth siegt gegen Mainz 05Mit Glückstor ins Geschichtsbuch

Lesezeit: 2 Min.

"Ein wunderschönes Gefühl für uns": Aufsteiger Greuther Fürth gewinnt sein erstes Bundesligaspiel durch den Treffer eines 19-Jährigen, Trainer Mike Büskens ist über die ersten Punkte überglücklich. Nach zahlreichen vergebenen Chancen und der Niederlage im Heimspiel droht Mainz 05 ein verpatzter Saisonauftakt.

SZ bei Google bevorzugen

Es dauerte, bis Felix Klaus vors Mikrofon trat. Und dann schaute er, wie er auch nach seinem Treffer in der 67. Minute über den Rasen des Mainzer Stadions blickte: Ungläubig. Erst jubelte er kräftig, schrie was das Zeug hielt und doch war da dieser "Huch, was ist mir denn da gelungen"-Blick des 19-Jährigen. "Das war ein Riesengefühl, ich hab irgendwie draufgehauen, war ein schönes Tor", sagte Klaus dann und mühte sich, nicht in fassungsloses Kopfschütteln zu verfallen.

"Ich hab einfach draufgehauen": Fürths Torschütze Felix Klaus.
"Ich hab einfach draufgehauen": Fürths Torschütze Felix Klaus. dpa

Es war ja auch ein bisschen Glück dabei, als er nach einem Pass von Ilir Azemi aufs Tor schoss und Nikolce Noveski den Ball noch abfälschte. Das wisse er auch, sagte Klaus, "aber das ist uns am Ende scheißegal". In der Auswärtspartie bei den Mainzern gewann der Aufsteiger aus Fürth mit 1:0 und sicherte sich somit den ersten Bundesligaerfolg. Für die Mainzer sieht mit der Niederlage und dem 1:1 zum Auftakt in Freiburg alles nach einem enttäuschenden Saisonstart aus.

Mainz war vor 28 237 Zuschauern, darunter DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, von Beginn an spielbestimmend und zeigte die reifere Spielanlage. Vor allem über den sehr agilen Eric Maxim Choupo-Moting kombinierte sich das Team von Trainer Thomas Tuchel immer wieder an den Fürther Strafraum. Die erste Chance des Spiels hatten dennoch die Fürther, Neuzugang Djiby Fall schob aber aus sieben Metern den Ball kläglich am leeren Tor vorbei (12.). Der kopfballstarke Senegalese hatte zudem Pech, als er Ende der ersten Halbzeit auf die rechte Schulter fiel und minutenlang behandelt werden musste.

In der 14. Minute scheiterte die einzige FSV-Spitze Adam Szalai mit seinem Linksschuss am stark reagierenden Fürther Torwart Max Grün. Die Gäste ließen sich in der Folge nicht einschüchtern, zogen sich aber etwas weiter zurück. Büskens Maßnahme, mit dem ehemaligen Mainzer Publikumsliebling Milorad Pekovic das Mittelfeld noch kompakter zu machen, ging zunächst auf. Ähnlich wie zuvor Fall versagten nach 20 Minuten Choupo-Moting die Nerven: Der Deutsch-Kameruner traf nur das Außennetz, nachdem er Grün bereits umkurvt hatte.

Wechsel-Dramen in der Bundesliga
:Jedem Klub seinen Martínez

Perfide Millionen-Pläne, Protest-Profis und andere Wirrungen: Das Wechsel-Hickhack, das der FC Bayern um Javi Martínez erlebte, ist nicht das erste seiner Art. Schon früher gab es bei Transfers erhebliche Schwierigkeiten: vom sturen Demba Ba über Andy Köpkes Doppelvertrag bis zu einem verspäteten Fax.

Transfer-Dramen.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Tobias Stieler hatten die Mainzer Anhänger den Torschrei schon auf den Lippen, der Eckball von Andreas Ivanschitz prallte aber von Nicolai Bungerts Oberschenkel Zentimeter am linken Pfosten vorbei. Nach der Pause drängte Mainz weiter auf den Führungstreffer. Es dauerte bis zur 51. Minute, ehe Choupo-Moting einen Kopfball über das Fürther Tor setzte.

Grünes Feierfieber im Mainzer Stadion: Greuther Fürth jubelt über den ersten Bundesligatreffer.
Grünes Feierfieber im Mainzer Stadion: Greuther Fürth jubelt über den ersten Bundesligatreffer. dpa

Die Partie verflachte in dieser Phase etwas, Fall sorgte mit einem Distanzschuss immerhin für ein wenig Hoffnung bei den mitgereisten Fans der Franken (64.). Wie aus dem Nichts schrieb Klaus drei Minuten später Fürther Geschichte, den ersten Fürther Vorlagenpunkt sicherte sich der eingewechselte Ilir Azemi. In der Schlussphase retteten die Fürther mit Glück und dem starken Grün, der in der 82. Minute glänzend gegen Nikolce Noveski parierte, den Vorsprung über die Zeit. Bei den Hausherren überzeugten Choupo-Moting und Noveski, die Franken hatten in Sercan Sararer und Torhüter Grün ihre besten Spieler.

"Wir haben wahnsinnig viel Leidenschaft in die Waagschale geworfen und sind dafür belohnt worden. Für uns war wichtig, dass wir hier punkten", sagte Fürth-Trainer Mike Büskens nach der Partie erleichtert. Sein Gegenüber Thomas Tuchel konnte mit der Vorstellung seiner Mannschaft nicht zufrieden sein. "Das ist sehr bitter. Zu einem guten Spiel gehört aber mehr dazu, als nur viel Aufwand zu betreiben. Wir sind nicht in der Lage, die Hochkaräter zu nutzen."

Enttäuscht zeigte sich zudem Mainz-Torwart Christian Wetlko: "Mit einfachsten Mitteln reicht es aus, uns zu verteidigen." Vielleicht führte auch das zu diesem ungläubigen Blick von Felix Klaus, der an diesem Tag Geschichte schrieb.

© SZ.de/dpa/dapd/sid/ska - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: