Sieg des VfB Stuttgart Alexandru Maxim chippt so kunstvoll wie Lionel Messi

Das große Problem des VfB in diesen Wochen ist, dass es die Mannschaft erst gar nicht bis in den Strafraum des Gegners schafft, zu viele Fehlpässe, unerklärliche Ballverluste verhindern kluge Zuspiele in die Spitze, der eifrige Daniel Ginczek konnte einem Leid tun. Der erste Torschuss war deshalb auch nicht die Folge einer gelungenen Kombination, sondern eher einer Verzweiflungstat, Serey Dié versuchte aus 30 Metern einen Heber, weil er gesehen hatte, dass Frankfurts Torhüter Kevin Trapp ein wenig zu weit vor seinem Tor stand, der Ball flog weit und hoch vorbei. Auch Martin Harnik probierte es aus der Ferne.

Nur zehn Tore in zwölf Spielen waren dem VfB unter Stevens gelungen. Und Frankfurt? Die Gäste spielten nicht besser, doch Alexander Meier wäre trotzdem beinahe zu einem Kopfballtor gekommen, nach einer Ecke des Japaners Inui verfehlte er das Tor nur um wenige Zentimeter (33.).

Plötzlich muss Trapp den Ball aus seinem Tor holen

"Wir müssen unbedingt gewinnen", sagte der verletzte Stuttgarter Nationalspieler Antonio Rüdiger in der Pause. Er klang wenig hoffnungsvoll. Und es dauerte auch nur sechs Minuten, bis Frankfurt nach einem Tor des im Fünfmeterraum allein gelassenen Haris Seferovic 1:0 führte (51). Niemand im Stadion glaubte jetzt noch an den VfB. Doch plötzlich musste Trapp den Ball aus seinem Tor holen. Wie aus dem Nichts kam der VfB zum Ausgleich (63.). Nach einem Geistesblitz von Kapitän Christian Gentner leitete Harnik den Ball schnell weiter zu Ginczek, der diesen nur noch mit der Hüfte über die Linie drücken musste.

200 Sekunden später durfte der ehemalige Nürnberger schon über seinen zweiten Saisontreffer jubeln. Alexandru Maxim chippte den Ball so kunstvoll auf Ginczek, wie es sonst nur Lionel Messi vermag. Der Stürmer konnte gar nicht mehr anders, als zum 2:1 zu treffen. Als der Rumäne dann noch ein feines Zuspiel des eingewechselten Filip Kostic zum 3:1 (81.) einschob, fühlten sich die VfB-Fans endgültig im falschen Film, sie hatten drei Tore aus dem Nichts erlebt, und eines war schöner als das andere. Ginczek vergab sogar noch die Chance zum 4:1 (87.). Der VfB hatte in der zweiten Hälfte eine wundersame Verwandlung durchgemacht. Vielleicht stellt Huub Stevens ab sofort in jedem Training sechs Tore auf.


Quelle: Opta Sportdaten

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