Sieg der DFB-Elf gegen England Glanzlos mit doppeltem Bender

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Reaktionen nach dem 1:0

"Freuen uns über schönen Abschluss in England"

Die deutsche Nationalmannschaft hat den nächsten Sieg in England eingefahren und mit dem 1:0 das gute Länderspiel-Jahr 2013 erfolgreich beendet. Ersatz-Kapitän Per Mertesacker erzielte in seiner Wahlheimat den Treffer des Tages.

Wieder ein Standard-Tor: Dank eines Kopfballs von Per Mertesacker gewinnt das auf acht Positionen umformierte deutsche Team 1:0 in Wembley. Sven und Lars Bender drängen sich im defensiven Mittelfeld kaum auf. Dortmund bangt vor dem Duell mit den Bayern um zwei Verteidiger.

Per Mertesacker lief los, nicht sonderlich schnell, er lächelte auch nur ansatzweise. Es war ja noch immer der leise Per Mertesacker, der Richtung Eckfahne abdrehte, den Zeigefinger fast schüchtern in Richtung der deutschen Anhänger im Wembley-Stadion gestreckt. Aber Mertesacker schämte sich gewiss auch nicht für seinen Treffer.

Er war hochgestiegen nach einem Eckball von Toni Kroos, und weil der leise Mertesacker eben fast zwei Meter groß gewachsen ist, hatte er den Ball in der 39. Minute fast ungehindert ins Tor gewuchtet, ähnlich wie Mats Hummels zuletzt im Test gegen Italien. Die Deutschen führten also auch in England 1:0, doch diesmal lief die Partie anders: Das Tor bedeutete den Endstand - und gefolgt war es auf die erst zweite Gelegenheit der DFB-Elf. Die erste hatte auch so ausgesehen: Ecke Kroos, Kopfball Mertesacker.

Per, der Tower of London

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"Es war ein gutes Warmlaufen für die WM", sagte Mertesacker, "wir haben die außergewöhnliche Situation, viele gute Spieler zu haben." Trainer Joachim Löw erfreute sich an seiner Sicht der Dinge: Er habe nicht das Gefühl gehabt, "dass die Engländer uns ausspielen können".

Natürlich ist es schön zu sehen, wenn es sich auszahlt, dass Löw inzwischen Standardsituationen im Training einstudieren lässt, die ihm lange als profan galten. Aussagekraft hatte dieses Testspiel sonst ja wenig, da Löw teils gezwungen, teils mit Absicht, eine Mannschaft spielen ließ, die bei der WM in Brasilien kaum in dieser Zusammensetzung agieren wird.

Löws Aufstellung hatte den Dortmundern ähnlich missfallen wie den Engländern. Beide störte, dass Löw so viele Spieler des FC Bayern vor dem am Samstag anstehenden Spitzenspiel der Münchner beim BVB schonte. Philipp Lahm und Manuel Neuer weilten nicht einmal in London, sondern daheim, vermutlich vor dem Fernseher, die Füße gar auf einer gepolsterten Ablage lagernd.

Sicher am Mann: Sven, pardon, Lars Bender (re.)

(Foto: dpa)

Die Engländer aber wollten doch bitteschön vom bestmöglichen deutschen Team besiegt werden. Wenn sie denn schon verlieren müssten gegen die ungeliebten Deutschen. Dass so viele Spieler des vergangenen Champions-League-Finales in Wembley dem Spiel zur Feier des 150-jährigen Jubiläum des englischen Fußball-Verbandes fernbleiben würden, das hatte die Briten auf eine Weise beleidigt, welche die Deutschen nur steigern könnten, sollten sie nur Zweite-Reihe-Politiker auf die Festlichkeiten zum nächsten Thronjubiläum der Queen entsenden.

Der Bundestrainer ("Bayern gegen Dortmund ist nicht mein Thema", "2008 hat England in Berlin mal ohne Wayne Rooney, Steven Gerrard und Frank Lampard gespielt") hatte versucht, den Debatten um seine Startelf die Kraft zu nehmen. Aber das konnte natürlich nicht gelingen, indem er sich so vehement verteidigte.

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