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Serie A:Der einzige Weltstar in der Serie A

Wenn der Nedved nicht wär', so munkelt man in Italien, ginge Allegri mit Juve womöglich trotzdem noch in die nächste Runde. Aber Pavel Nedved, 46, Vizepräsident und graublonde Eminenz hinter dem drei Jahre jüngeren Klubpatron, wollte Allegri nicht mehr. Also schrieb CR7 dem Trainer zum Abschied brav ins Internet-Album: "Grazie, Mister, das Jahr mit dir war ganz toll. Du bist nicht nur ein großer Trainer, sondern auch ein großer Mann!"

Das könnte er tatsächlich so gemeint haben. Aber wer weiß schon, was Ronaldo wirklich denkt und was er will - außer, unbedingt überall immer und alles zu gewinnen? In der Serie A ist er der einzige Weltstar, aber er hält nicht Hof. Er lebt in Italien so zurückgezogen wie er zu seiner Zeit bei Real Madrid in Spanien gelebt hat. Juventus schirmt ihn ab und lässt ihm zugleich freie Hand bei seinen vielfältigen Aufgaben als Unternehmer. Mal müssen in Marrakesch die Bauarbeiten für ein neues Hotel kontrolliert werden, mal muss er in Madrid eine Haarverpflanzungsklinik eröffnen. Mit Fußballspielen erwirtschaftet Ronaldo längst nur noch einen Teil des Umsatzes der Firma CR7. Vielleicht ist das der Grund, warum er in Italien bleibt.

Bekommt Ronaldo seinen Wunschtrainer?

Die erste Saison bei Juventus war auch das Jahr, in dem in den USA ein Verfahren gegen Cristiano Ronaldo mit dem Verdacht auf sexuelle Gewalt ins Rollen kam. Das Jahr, in dem einer der bestverdienenden und reichsten Sportler der Welt von einem spanischen Gericht wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Profi ist, wer so tut, als sei es wichtig nur auf dem Platz.

Juventus will den neuen Trainer kurz nach dem letzten Saisonspiel an diesem Sonntag bekanntgeben. Im Gespräch ist viel Prominenz: Mauricio Pochettino, Didier Deschamps, Antonio Conte, aber auch Maurizio Sarri, Sinisa Mihajlovic, Simone Inzaghi. Ronaldo, spekuliert die Presse, habe vor Conte Angst und lege sich für Carlo Ancelotti (derzeit SSC Neapel) und José Mourinho (derzeit arbeitslos) ins Zeug.

Nun, die beiden Letztgenannten nach Turin zu holen, das würde wohl noch nicht einmal der Spieler schaffen, für den das berühmte Juve-Kollektiv in der abgelaufenen Saison die Taktik auf Zuarbeit für den Genius umstellte.