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Sepp Blatter im Fifa-Skandal:Die Sache scheitert krachend

Zumindest scheint geklärt zu sein, dass die edle Sache krachend in die Hosen ging. Nach Recherchen der britischen BBC verschwand der Zehn-Millionen-Reibach zügig in den Taschen von Warner und Sportsfreunden. Das legen Überweisungen und Abhebungen nahe. Interessant aus FBI-Sicht erscheint dabei ein originelles Geldwäschemodell: Die nationale Supermarktkette JTA soll allein 4,86 Millionen Dollar kassiert haben. Auch die sollen laut US-Fahnder an Warner zurückgeflossen sein, "überwiegend in nationaler Währung".

Nach aktuellem Stand ist demnach eine angebliche Spende Südafrikas an Teile der karibischen Fußballgemeinde, mit Verve eingetrieben vom Fifa-Generalsekretär und aus der Fifa-Zentrale überwiesen, in einen Supermarkt und andere Privattaschen gesickert. Prakash Ramadhar, Justizminister von Trinidad & Tobago, greift den vormals engen Blatter-Vertrauten nun direkt an: "Wir fordern Jack Warner auf, uns von diesem Wahnsinn, den er über uns gebracht hat, zu befreien und sich rasch in den USA seinem Prozess zu stellen!"

Platini und Scheich Al-Sabah kommen sich in Berlin näher

Während Blatter, der die Fifa seit 34 Jahren in diversen Spitzenämtern führt, und Mitstreiter in Zürich schon wieder Ideen austüfteln, die als profunde Fifa-Reform verkündet werden, wächst die Unruhe im Hintergrund. Nicht nur, weil in Kreisen der Europa-Union Uefa befürchtet wird, Blat- ters bisher nicht gerade als harte Kontrollinstanz auffälliger Landsmann und Compliance-Chef, Domenico Scala, könne im Zuge seiner kommissarischen Aufgaben Appetit auf hohe Fifa-Ämtern entwickeln, die nach einem Rückzug Blatters und Valckes vakant würden. Beim Champions-League-Finale trafen sich zwei Männer, die als Favoriten auf Blatters Nachfolge gelten: Michel Platini und Ahmed Al-Sabah.

Der Scheich aus Kuwait soll dem Uefa-Chef Unterstützung signalisiert haben - sofern dieser es schafft, Afrika auf eigene Faust hinter sich zu bringen. Das gilt aber als unwahrscheinlich, zumal Al-Sabah ja selbst - neben Asiens Stimmpaketen - auch viele in Afrika dirigiert. Der Scheich sitzt Asiens Olympiaverbänden (OCA) und dem globalen Dachverband aller Olympia- komitees (ANOC) vor.

Fifa Es fällt der Name Blatter
Korruptionsaffäre im Fußball-Weltverband

Es fällt der Name Blatter

Erstmals taucht der Name von Sepp Blatter im Zuge des Korruptionsskandals der Fifa auf: Eine südafrikanische Zeitung veröffentlicht eine E-Mail, in der Blatter mit der ominösen Zahlung aus Südafrika in Verbindung gebracht wird.

In Kreisen der Uefa, die sich sportpolitisch bisher dilettantisch anstellt und jüngst gegen Blatter mit Prinz Ali bin al-Hussein (Jordanien) angetreten war, wird Al-Sabahs Vorstoß skeptisch gesehen. Zumal auch Platini noch auf ungemütliche Zeiten zusteuern könnte im Zuge der Ermittlungen. Er hatte für die WM 2022 in Katar votiert, später wurde sein Sohn Manager in einer Katar-Firma.

Derweil erhalten in der Fifa auch bescheidenere Beträge große Bedeutung. United Passions, ein hochkarätig besetzter Film über die Geschichte der Fifa, erlebt gerade beim Kino-Start in den USA ein Debakel. Laut US-Medien spielte der Streifen, der Tim Roth als Blatter und Gerard Depardieu als Jules Rimet zeigt, an den ersten zwei Tagen 545 Euro ein. Die Fifa hatte den Film mit 25 Millionen Euro finanziert. Als Realsatire hätte sie vermutlich das Zeug zum Kassenknüller.