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Seglerin Joschke im Interview:"Die Hölle ist nie weit weg auf dem Ozean"

Race photo production Vendee Globe 2020; Isabelle Joschke

"Wenn ich zurückkomme, werde ich vielleicht denken: Wie gut war es auf dem Meer": Isabelle Joschke.

(Foto: Isabelle Joschke/MASCF/Vendèe Globe2020/oh)

Isabelle Joschke treibt allein in ihrem Boot auf dem Atlantik. Bei der Vendée Globe war sie die beste Frau, bis sie wegen eines Schadens aufgeben musste. Ein Gespräch auf den Wellen.

Interview von Thomas Gröbner

31 ° Süd, 24° West, mitten im Nirgendwo des Südatlantiks: Isabelle Joschke erlebt in diesen Tagen so etwas wie eine moderne Odyssee, eine Irrfahrt nach den launischen Winden wie in den Geschichten Homers. "Oui, da gibt es viele Parallelen, sicher", sagt sie. Die 43 Jahre alte Deutsch-Französin ist in München geboren und in Frankreich aufgewachsen, sie hat klassische Literatur studiert in Paris und segelt nun bei der Vendée Globe, dem härtesten Solo-Rennen, um die Welt. Anfang November ist die Regatta in Les Sables-d'Olonne an der französischen Atlantikküste gestartet, das Ziel wird Joschke nicht erreichen: Am 9. Januar musste sie wegen eines schweren Schadens aufgeben, der schwenkbare Kiel lässt sich nicht mehr fixieren, er bewegt sich. "Das ist ziemlich gefährlich", sagt Isabelle Joschke. Mit ein paar Knoten schleppt sie sich nun in Richtung der Küste Brasiliens, aus so einem Rennen kann man nicht einfach aussteigen. Immerhin, eine Internetverbindung gibt es auch auf dem Ozean, man erreicht die Seglerin via Whatsapp. Sie hat sich gerade erholt von einem Unwetter, in dem ihr Boot fast gesunken wäre.

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