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Sechster Tag der US Open:Medwedew zeigt New York den Finger

US Open Tennis

Daniil Medwedew aus Russland in Aktion.

(Foto: dpa)

Es gibt ein paar Regeln für den Besuch in New York: Man muss den meist kolossal schlecht gelaunten Einwohnern dieser wundersamen Stadt immer wieder versichern, dass die "the greatest city on earth" sei, die großartigste Stadt der Welt. Man darf niemals über die Sportvereine lästern (das machen sie selbst), und man darf sie niemals, niemals, niemals beleidigen. Das vergessen sie nie. Nun, Daniil Medwedew sah das ein bisschen anders, er zeigte den New Yorkern erst einmal, was er von ihnen hält:

Und nach seiner Partie sagte er:

Am Sonntag spielt er gegen den deutschen Qualifikaten Dominik Koepfer.

Die Sympathien dürften klar verteilt sein.

Da das geklärt ist, können wir uns dem Match des Tages zuwenden:

Am Samstagabend spielt Titelverteidigerin Naomi Osaka gegen Coco Gauff, es ist das erste Duell der beiden, die diesen Sport in den kommenden zehn Jahren prägen dürften. Das Arthur Ashe Stadium ist ausverkauft, wie immer, doch so voll wie an diesem Abend war es nicht einmal bei den Endspielen der vergangenen Jahre. Der Hype um Gauff, auf sozialen Netzwerken mit dem Hashtag #callmecoco zu bestaunen, nimmt in den USA beatlemaniaeske Züge an.

Osaka gewinnt die Partie 6:3, 6:0 - danach geben die beiden ein gemeinsames emotionales Interview auf dem Platz:

Mitarbeiter des Tages

Der britische Komiker Jonathan Pinfield, berühmt vor allem (einige sagen: nur) wegen seines Akzentes, mit dem er hin und wieder mal Alexander Zverev amüsiert. Er ist nun nach New York geflogen und hat sich die Reise offenbar über Spenden finanziert. Allerdings hat Zverev auf Twitter geschrieben, dass er ein Ticket für Pinfield übrig habe - weshalb Pinfield sämtliche Spenden an eine Stiftung weiterleiten will.

Die Deutschen

"Es ist in den ersten beiden Runden immer ein bisschen schwierig, die Nerven zu behalten", sagte Julia Görges nach ihrem 6:2, 6:3-Sieg gegen die an Rang sieben gesetzte Kiki Bertens (Niederlande). Sie beherrschte diese Partie nach Belieben, agierte mutig und aggressiv, sie schaffte 18 Gewinnschläge und erzwang 25 Fehler der Gegnerin: "Ich habe mich sehr wohl gefühlt, ich spiele ohnehin sehr gerne in New York, wo die Menschen begeistert sind von diesem Sport." Am Montag spielt Görges im Achtelfinale gegen Donna Vekic (Kroatien).

Ausgeschieden ist dagegen Andrea Petkovic, sie verlor gegen 3:6, 3:6 gegen Elise Mertens (Belgien). "Meine Beinarbeit war heute nicht so scharf, ich bin nicht in die Bälle gekommen", sagte sie danach: "Ich muss aber auch sagen, dass Elise eine richtig gute Partie gespielt hat. Sie hat 26 Gewinnschläge geschafft, ich habe nur 19 leichte Fehler gemacht - das zeigt schon, wie gut sie gespielt hat."

Alexander Zverev gewinnt 6:7, 7:6, 6:3, 7:6 gegen Aljaz Bedene (Slowenien) und ermahnt danach die jüngeren Spieler noch einmal, sich respektvoller gegenüber Zuschauern, Ballkindern und Gegnern zu verhalten: "Ich bin auch emotional, aber bei mir geht das meistens gegen mich selbst. Ich will nicht, dass wir da in einen Topf geworfen werden."

Ballwechsel für die Ewigkeit

Alexander Bublik (Kasachstan) gegen Pablo Andujar (Spanien):

Andujar gewinnt die Partie 6:4, 6:3:

Zitat des Tages

"Alles an seinem Spiel ist überraschend, weil er so gut ist."

(Hyeon Chung nach seiner Niederlage gegen Rafael Nadal auf die Frage, was am Spiel des Spaniers besonders überraschend sei.)

Das bringt der Sonntag

Den ersten wirklichen Knaller des Turniers: Novak Djokovic gegen Stan Wawrinka.

Ein Leckerbissen für Feinschmecker: Johanna Konta gegen Karolina Pliskova. Die zweite Partie im Louis Armstrong Stadium

© SZ.de/schm
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