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Sebastian Vettel wird Vierter beim GP von China:Vettel hält sich im Getümmel

Vettel begann auf komplett neuen Reifen und musste deshalb "nicht in den ersten fünf Runden an die Box fahren". Der Weltmeister blieb lange draußen im Getümmel, wo er sich gut behauptete und bereits nach der siebten Runde auf Platz zwei vorgespült wurde. Vor ihm sammelte ein weiterer Deutscher reichlich Führungskilometer: Nico Hülkenberg steuerte seinen Sauber äußerst vielversprechend über den Kurs, er lag streckenweise sogar ganz vorne. In der 14. Runde konnte Vettel dann durch einen besseren Boxenstopp den Emmericher überholen und reihte sich als Siebter zunächst wieder ein.

Zuvor waren in der fünften Runde Alonso und Massa in einem spektakulären Manöver an Hamilton vorbeigezogen, weil der Brite an Geschwindigkeit einbüßte. Mercedes reagierte auf die stark abbauenden Reifen, holte Hamilton an die Box, er fiel zurück. Mit der härteren Mischung ging es zurück auf die Strecke und immer mehr zeigte sich, dass Vettels Matchplan aufzugehen schien.

Teamorder in der Formel 1

Wenn der Mann am Funk entscheidet

Nachdem die Favoriten ihre ersten beiden Stopps hinter sich hatten, neutralisierte sich das Rennen in der Folge etwas. Alonso gab das Tempo vor und dominierte das Feld von der Spitze. Vettel fuhr weiterhin mutig und aggressiv mit, doch die Spitze blieb ihm verwehrt. Auch ein Reifenwechsel musste noch her: Der Deutsche musste noch einmal die weichen Schlappen aufziehen lassen und reihte sich als Vierter wieder ein.

Unterdessen erlebte Vettels Teamkollege Mark Webber ein frustrierendes Wochenende. Nachdem der Australier bereits aus der Boxengasse starten musste (zu wenig Benzin, Getriebewechsel) verlor er nach einem Boxenstopp unverschuldet ein Hinterrad und schied aus (17.).

Auch für Adrian Sutil (Gräfelfing/Force India) war das Rennen bereits in der fünften Runde beendet, nachdem ihm Esteban Gutierrez (Mexiko/Sauber) ins Heck gerauscht war. An dem Wagen (Hinterradbremse) des Deutschen brach in der Box daraufhin sogar ein kleines Feuer aus. "Ein Rang in den Punkten wäre möglich gewesen", sagte Sutil.

Während an der Spitze Alonso dem Triumph entgegenzischte, kämpfte sich Räikkönen wieder auf Platz zwei nach vorne, Hamilton lag dahinter. Es folgte ein aufregender Zweikampf um den letzen Platz auf dem Podium. In den letzten beiden Runden kam Vettel noch einmal ganz nah an seinen Konkurrenten heran, doch dieser rettete Platz drei soeben noch ins Ziel. Das Reifen-Gambling hatte dem Weltmeister aber gute Dienste erwiesen, dabei scheint das Thema nach dem Umstieg auf die umstrittenen Pirelli-Pneus weiter zu köcheln.

Schon vor dem Rennen hatten die Fahrer heftig über die Reifen geklagt - wie schon die ganze Saison. "Ganz ehrlich, den Reifen gebe ich eine sechs", sagte Vettel, der sichtlich haderte. "Es macht schon Spaß, aber es ist anders. Früher konnte man jede Runde attackieren, aber jetzt fährt man ein bisschen im Dunkeln, was die Zweikämpfe angeht. Man versucht gar nicht mehr, sich zu duellieren, sondern will seine Strategie durchziehen." Er hatte eigentlich Glück mit seiner Taktik - ganz zufrieden schien er trotzdem nicht.

(Mit Material von sid)