SD Eibar in der Primera División:"Wir haben Spieler, die hungrig sind"

New Eibar players Adrian Gonzalez and Simone Verdi

Neu bei Eibar: das italienische Sturmtalent Simone Verdi (links) und Mittelfeldspieler Adrian Gonzalez

(Foto: dpa)

Auch in die anderen höchsten europäischen Ligen haben sich Winzlinge geschlichen. Der SV Darmstadt 98 mischt in der Bundesliga mit, in England ist erstmals der AFC Bournemouth dabei, in Italien sind bereits gleich zwei Provinzklubs überraschend aufgestiegen: der FC Carpi und Frosinone Calcio. Doch Eibar ist mit Abstand der winzigste.

Und einer, der ziemlich kuriose Geschichten schreibt. Denn es war lange nicht abzusehen, wer den Klub in der kommenden Saison trainieren würde. Der Baske Gaizka Garitano, seit 2012 Coach, besaß einen Vertrag, der sich im Falle des Klassenerhalts automatisch verlängerte. Doch erst dachte der Klub ja, er sei abgestiegen, dann war die Lage unklar. Garitano überlegte, was er nun tun solle. Schließlich warf er hin. Er war der Meinung, er verdiene den Job nicht mehr. Nun leitet der erfahrene José Luis Mendilibar das Team, natürlich auch ein Baske. Der 54-Jährige hat schon Athletic Bilbao, Real Valladolid, CA Osasuna und UD Levante betreut.

Ob er die defensive Taktik seines Vorgängers beibehält? Ob er mit diesem Kader überhaupt eine andere Wahl hat? Eibar glänzte in der vergangenen Spielzeit nicht mit einem Sturmtrio wie der FC Barcelona, er hat keinen extrovertierten Freistoßtreter wie Cristiano Ronaldo. Nein, Eibar versuchte, die Gegner zu zermürben. Die Mannschaft steht kompakt und geschlossen, nur hin und wieder wagt sie Angriffe. In der Hinrunde der vergangenen Saison lief das überraschend gut, in der Rückrunde gelangen dann jedoch nur noch zwei Siege und zwei Unentschieden.

Zahlreiche Spieler haben inzwischen den Verein verlassen, die Defensive musste Eibar komplett neu zusammensuchen. Die meisten der 14 Zugänge sind aufstrebende Fußballer aus der zweiten spanischen Liga. Für den Angriff wurde Simone Verdi, ein Talent vom AC Mailand, ins Baskenland gelockt, ausgeliehen für ein Jahr. Wertvolle Spieler stehen weiterhin nicht im Kader. Vereinspräsident Alex Aranzábal sagt: "Stattdessen haben wir Spieler, die hungrig sind, die triumphieren wollen."

Am Montag in Granada könnten sechs Spieler in der Startformation stehen, die erst vor wenigen Tagen verpflichtet wurden. Auch in dieser Saison muss eben viel improvisiert werden in dem baskischen Städtchen. Vereinspräsident Aranzábal sagt: "Wir versuchen alles, um noch ein Jahr in der Primera División zu bleiben." Und irgendwie wird das vielleicht tatsächlich wieder gelingen.

© Süddeutsche.de/schma
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