Schwimm-WMKunststück vom Zehn-Meter-Turm

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„Silber bei einer verdammten Weltmeisterschaft. Es ist ein unfassbares Gefühl“: Pauline Pfeif.
„Silber bei einer verdammten Weltmeisterschaft. Es ist ein unfassbares Gefühl“: Pauline Pfeif. Edgar Su/Reuters

Pauline Pfeif gewinnt aus dem Handstand heraus WM-Silber im Wasserspringen. Es ist die erste Medaille für die Deutschen in Singapur in dieser Disziplin – und für den 23-jährigen Marvel-Fan der bisherige Karriere-Höhepunkt.

Von Sebastian Winter

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Pauline Pfeif schwang sich auf zum Handstand, alleine das ist für normale Menschen ja eher ein Schreckensszenario. Jedenfalls dort oben auf dem Zehn-Meter-Turm, an dessen Kante Pfeif nun in der Wassersprung-Arena von Singapur kopfüber die Balance hielt. Dann drückte sie sich ab, machte zwei Salti, eineinhalb Schrauben und tauchte mit den Händen voran ins Wasser ein. Es spritzte kaum, ein gutes Zeichen. Als sie aus dem Wasser kam, huschte schon ein Lächeln über ihr Gesicht. „Und als mir mein Trainer in der Umarmung ins Ohr geflüstert hat, dass ich eine fucking Medaille gewonnen habe, ist alles aus mir raus“, sagte Pfeif. „Silber bei einer verdammten Weltmeisterschaft. Es ist ein unfassbares Gefühl.“

„Wasserspringen ist so schön, hat aber zu wenig Aufmerksamkeit. Ich hoffe das ändert sich noch.“

Pfeif hat auch die Chinesinnen ein wenig geärgert, die bei dieser WM vom Turm und Brett mal wieder alles dominieren. Die 23-Jährige musste sich nur Chen Yuxi geschlagen geben, deren Landsfrau Xie Peiling verwies Pfeif mit 8,90 Punkten Vorsprung auf den Bronzerang. „Meine Mama und meinen Bruder habe ich schon erreicht, und meinen Freund als erstes. Sie sind stolz wie Bolle“, sagte Pfeif. Es war die erste Medaille für das deutsche Wasserspringen in Singapur – und für Pfeif der bislang größte Karriereerfolg.

Nicht ganz oben, aber doch die Größte: Silbergewinnerin Pauline Pfeif, Weltmeisterin Chen Yuxi und  Xie Peiling, die Bronze gewann (von links).
Nicht ganz oben, aber doch die Größte: Silbergewinnerin Pauline Pfeif, Weltmeisterin Chen Yuxi und  Xie Peiling, die Bronze gewann (von links). Francois-Xavier Marit/AFP

Pfeif hat als Fünfjährige mit dem Wasserspringen begonnen. Weil sie sich vom Brett so gut anstellte, legte man ihr einen Flyer des Berliner TSC in die Brotbox. „Ich mache das jetzt seit 18 Jahren mit viel Leidenschaft“, sagt sie. Der Adrenalinkick, der Teamgedanke, die Ästhetik, all das liebt sie: „Wasserspringen ist so schön, hat aber zu wenig Aufmerksamkeit. Ich hoffe das ändert sich noch.“

Ihre Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau hat Pfeif, die Marvel-Filme und Harry Potter liebt, 2023 abgeschlossen, seitdem ist sie bei der Bundeswehr und hat so noch deutlich mehr Zeit fürs Training. Das zahlte sich nun auch in Singapur aus, als sie aus dem Handstand heraus die Chinesinnen ärgerte.

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