Florian Wellbrock hat zum Abschluss der Freiwasser-Wettbewerbe bei den Schwimm-Europameisterschaften in Paris seine dritte Goldmedaille gewonnen. Gemeinsam mit Julia Ackermann, Isabel Gose und Oliver Klemet bezwang er in der Mixed-Staffel über 4x1,5 Kilometer Italien und Ungarn. Es war die vierte deutsche Goldmedaille in der Seine, dazu gab es einmal Bronze.
Die 19 Jahre alte Ackermann hielt mit ihrer weiblichen Konkurrenz gut mit, konnte das hohe Tempo des Türken Emir Batur Albayrak aber logischerweise nicht mitgehen und wechselte mit 35 Sekunden Rückstand auf Gose. Doch die brauchte lediglich drei Minuten, um die Lücke zu schließen und sich an die Spitze zu setzen. Gemeinsam mit Italien und Ungarn brachte die Knockout-Europameisterin Deutschland auf Medaillenkurs.
Mit 1,20 Sekunden Rückstand auf Italien übergab Gose an Klemet, der über 10 Kilometer Bronze gewonnen hatte. Er ließ keinen Zweifel daran, dass die deutschen Männer nach der überraschenden Niederlage im Knockout-Rennen auf Wiedergutmachung aus waren. Er wechselte mit 8,15 Sekunden Vorsprung auf Ungarn auf Wellbrock.
Auf einer spannenden Schlussrunde attackierten David Betlehem für Ungarn und Gregorio Paltrineri aus Italien den Deutschen, doch Wellbrock war sich seiner Mittel sicher, zog das Tempo kurz vor Ende wieder an und sicherte den Sieg.
Bronze für Klippenspringerin Maike Halbisch
Vor ihrem Sprung aus 20 Metern Höhe zu Bronze grüßte Maike Halbisch noch lässig in die Metro, danach war die Freude groß: Die Klippenspringerin hat überraschend den dritten Platz bei den Europameisterschaften in Paris belegt.

Halbisch musste sich nach vier Sprüngen von einem Gerüst-Turm auf der Pont de Bir-Hakeim mit 292,15 Punkten nur der siegreichen Ukrainerin Nelli Tschukaniwska (324,70) und Elisa Cosetti aus Italien (297,20) geschlagen geben.
„Ich habe keine Worte“, sagte die Schwäbin zu ihrem Erfolg: „Ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht damit.“ Halbisch zeigte vor der spektakulären Eiffelturm-Kulisse einen starken und sehr schwierigen letzten Sprung und rückte damit im Ranking noch weit vor. Weil kurz davor die Metro über die Brücke fuhr, unterbrach sie ihre Sprung-Vorbereitungen. Statt sich zu ärgern, grüßte Halbisch. Einige Fahrgäste winkten zurück.

