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Florian Wellbrock:"Ich glaube, dass es für olympisches Gold nötig sein wird, Weltrekord zu schwimmen"

"Das ist nicht so einfach, wie man sich das denkt", sagt Berkhahn. Aber wenn sie an 2020 und die Spiele in Tokio denken, müssen sie sich mit diesem Weltrekord auseinandersetzen. "Ich glaube, dass es für olympisches Gold nötig sein wird, Weltrekord zu schwimmen", sagt Wellbrock. 70, 80 Kilometer schwimmt er pro Woche, im Trainingslager auch schon mal 110. "Dann brauche ich jemanden, der mit der Peitsche hinter mir steht", sagt er. Berkhahn ist dafür offenbar der Richtige. Im Dezember hatte Bundestrainer Henning Lambertz seinen Rücktritt erklärt, offiziell aus familiären Gründen. Berkhahn bildet mit dem Heidelberger Hannes Vitense nun die neue Doppelspitze.

"Da kannst du was werden", das war die Prognose seines Jugendtrainers, als Wellbrock mit 17 Jahren von Bremen nach Magdeburg ans Sportinternat wechselte. Und er klingt nicht wie 21, wenn er sagt, seinen Eltern sei "der Abschied definitiv nicht leicht gefallen." Für ihn gab es wenig Zweifel. Die Schule fiel ihm schwer, umso besser funktionierte es dann mit der Ausbildung. Gerade hat er seine Abschlussprüfungen zum Immobilienkaufmann abgelegt. Bis Ende Mai muss er sich gedulden, dann kommen die Ergebnisse.

Über 400 Meter wird Wellbrock bei der WM trotz Norm nicht antreten, der Zeitplan ist zu eng. Und dass die Freiwasser-Wettbewerbe anders als sonst vor den Beckenwettbewerben liegen, ist für die Athleten ein weiteres Ärgernis. Worauf sich Berkhahn und Wellbrock allerdings eingestellt haben in den vergangenen Monaten: Mit einem vierwöchigen Trainings- und Wettkampfblock, an dessen Ende das 800- Meter-Rennen beim Meeting in Stockholm anstand. Dort schwamm Wellbrock deutschen Rekord, 7:43,03 Minuten - zweieinhalb Sekunden schneller als bei EM-Bronze in Glasgow, die gab es neben dem Titel über 1500 Meter und einer Silber-Medaille mit der Fünf-Kilometer-Mixed-Staffel im Freiwasser ja auch noch. "Das war gut", sagt Berkhahn zum neuen Rekord, mit dem Tonfall von einem, der weiß, dass sein Plan bestens aufgegangen ist.

Für die kommende WM soll es gerne eine Medaille sein, "die Farbe habe ich im Kopf, wird aber nicht verraten", sagt Wellbrock. Es ist wichtig, den Fokus nicht zu verlieren, im Wasser wie im Leben. Und dann passt es vielleicht auch ganz gut, dass einer, der mit 17 das Elternhaus verlässt, mit großen Zielen im Herzen, dann auch diese 1500 Meter schwimmt. Bei denen sich das ganze Ackern erst nach einer Viertelstunde in Edelmetall oder Enttäuschung verwandelt.

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